Was muss ich beim Onlineshopping im Ausland beachten?

Stand: 25. August 2026

Bei Online-Händlern mit Sitz im Ausland gelten unter Umständen andere rechtliche Rahmenbedingungen und es drohen hohe Zusatzkosten für Einfuhr und Versand.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Wenn Sie Waren bei Onlineshops im Ausland bestellen, müssen Sie mit zusätzlichen Steuern, Zollgebühren und hohen Versandkosten rechnen.
  • Bei Problemen mit dem Händler gilt möglicherweise anderes Recht als in Deutschland.
  • Beim Onlineshopping in einem Land der EU gelten weitgehend die gleichen Rechte.
  • Informieren Sie sich im Zweifel direkt beim Händler und beim Zoll.

Welche Rechte habe ich beim Einkauf innerhalb der EU?

Bei einem Einkauf innerhalb der EU gelten – zum Beispiel aufgrund der Richtlinie über die Verbraucherrechte – weitgehend die gleichen rechtlichen Bedingungen. Es müssen beispielsweise die beschriebenen Informationspflichten erfüllt werden, wonach Sie der Verkäufer auf anfallende Zusatzkosten hinweisen muss. Zudem besteht unter den genannten Voraussetzungen EU-weit ein 14-tägiges Widerrufsrecht.

Worauf muss ich achten, wenn ich außerhalb der EU einkaufe?

Bei Einkäufen außerhalb der EU kommt es hinsichtlich der Frage des anwendbaren Rechts auf den konkreten Einzelfall an. Zunächst kann das Recht eines bestimmten Staates gewählt werden - zwingende Rechte wie Widerruf und Gewährleistung dürfen dadurch aber nicht nachteilig geändert werden. Ansonsten ist maßgeblich, ob der Unternehmer seine gewerbliche Tätigkeit auf den Mitgliedstaat des Verbrauchers „ausgerichtet“ hat. Das geschieht z.B. durch Werbung über Medien im Staat des Verbrauchers (Zeitungsanzeigen, Fernsehsendungen).

Bei Onlineshops kommt es stark auf die jeweilige Homepage an. Es gibt dabei verschiedene Indizien, die alleine nicht unbedingt ausreichen:

  • Welche Top-Level-Domain hat die Webseite?
  • Beschreibt der Unternehmer die Anfahrt von Ihrem Staat zu seinem Unternehmenssitz?
  • Ist eine Telefonnummer mit deutscher Vorwahl angegeben?
  • Kann man in deutscher Sprache bestellen und sind die Preise in Euro angegeben?

Aus diesen Kriterien kann sich ergeben, dass deutsches Recht anwendbar ist. Dies zu beurteilen, ist mitunter kompliziert.

Informieren Sie sich daher direkt beim Händler über dessen Bedingungen und lassen Sie sich gegebenenfalls rechtlich beraten. 

Beachten Sie, dass die Zollfreigrenze seit Juli 2026 abgeschafft ist. Bestellungen, die vorher kostenfrei durch den Zoll kamen, unterliegen künftig einer pauschalen Abgabe, egal wie wenig das Paket kostet. 

Pakete aus Nicht-EU-Ländern mit einem Warenwert unter 150 Euro passierten den Zoll bisher komplett ohne zusätzliche Gebühren. Diese Freigrenze ist weggefallen. Stattdessen wird auf jede Sendung aus Drittstaaten eine pauschale Zollgebühr von 3 Euro fällig – zusätzlich zur Einfuhrumsatzsteuer, die auf den Warenwert berechnet wird. Diese beträgt

  • regulär 19 Prozent der Gesamtkosten, 
  • 7 Prozent bei Gütern des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel, Bücher oder Zeitschriften.
  • Kaufen Verbraucher:innen ein T-Shirt für 12 Euro, zahlen sie nicht nur den Kaufpreis, sondern auch Zoll und Steuer obendrauf. 

Die Regelung wurde eingeführt, um den Binnenhandel stärken und das Ungleichgehwicht von europäischen Händlern und solchen aus Drittstaaten korrigieren.

Kalkulieren Sie also mögliche Mehrkosten für die Einfuhr der Ware mit ein: Beachten Sie auch, dass für einige Waren Einfuhrverbote bestehen.

Direkter Ansprechpartner für alle deutschen Verbraucher in grenzüberschreitenden Fragen ist das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland.

Achtung: Gefahr durch unsichere Produkte

Eine aktuelle Untersuchung zeigt: Auf Marktplätzen wie Temu, AliExpress oder Amazon werden Millionen unsicherer Produkte verkauft – oft trotz offizieller EU-Warnungen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert, dass unsichere Produkte nicht zum Verkauf angeboten werden dürfen. Erfahren Sie mehr zur Untersuchung des vzbv und wie lückenhafte Prüfungen Ihre Sicherheit gefährden.

Tipp: Seien Sie bei extremen Billig-Angeboten aus dem Ausland vorsichtig. Oft mangelt es an Sicherheitsprüfungen, bevor die Ware online geht.

Bei grenzüberschreitenden Verbraucherangelegenheiten mit Bezug zu Polen unterstützt und berät Sie das Deutsch-Polnische Verbraucherinformationszentrum in Frankfurt (Oder).

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