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Medikationsplan ist nun Pflicht

Stand:

Patienten, die täglich mehrere Tabletten einnehmen müssen, verlieren leicht den Überblick über Dosierung und Zeitplan. Ein Medikationsplan gibt Orientierung für eine sichere Einnahme.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Patienten, die gleichzeitig drei und mehr vom Arzt verordnete Medikamente einnehmen, haben Anspruch auf einen Medikationsplan.
  • Der Medikationsplan leistet wichtige Hilfe bei der richtigen Einnahme von Tabletten, Kapseln, Zäpfchen und Co.
  • Der Hausarzt oder der koordinierende Facharzt ist seit 1. Oktober 2016 verpflichtet, dem Patienten den Medikationsplan auszustellen und zu aktualisieren.
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Was ist neu?

Viele Patienten haben bisher bereits Medikationspläne von ihrem Arzt oder Apotheker ausgehändigt bekommen. Damit eine bessere Orientierung bei der Einnahme gewährleistet ist, dürfen Patienten künftig nur noch einheitliche Pläne erhalten. Ärzte und Apotheker sind verpflichtet, die Einnahmepläne stets nach den vorgegebenen Standards zu erstellen. Nur bis Ende März 2017 dürfen auch noch Medikationspläne nach bisherigem Muster ausgegeben werden. Danach ist die Ausgabe des standardisierten Pillenplans verbindlich. Ein Beispiel für einen solchen vereinheitlichten Medikationsplan finden Sie bei der kassenärztlichen Bundesvereinigung hier als PDF.

Was soll mit der Vereinheitlichung erreicht werden?

Der Medikationsplan macht die Tabletteneinnahme sicherer, weil er zunächst einmal die Patienten selbst, aber auch die mit- und weiterbehandelnden Ärzte und Apotheken darüber informiert, welche Präparate ein Patient gerade einnimmt. In der Regel wird der Medikationsplan vom Hausarzt ausgestellt, weil dort alle Fäden zusammenlaufen. Für den Fall, dass Patienten keinen festen Hausarzt aufsuchen, kann der Medikationsplan auch vom Facharzt erstellt und ausgegeben werden, falls der die Behandlung koordiniert.

Was ist enthalten?

In dem Medikationsplan müssen sämtliche Angaben zu den verordneten Präparaten aufgeführt sein. Dazu gehören der Handelsname, die Wirkstoffe und Wirkstärke, die Darreichungsform, die verordnete Einnahme und Menge sowie spezielle Hinweise und der Grund für die Medikation. Zusätzlich können frei verkäufliche Medikamente ebenfalls in dem Pillenplan eingetragen werden, falls ihre Einnahme aus ärztlicher oder pharmazeutischer Sicht sinnvoll ist. Auch regelmäßig genutzte Medizinprodukte, wie beispielsweise Insulin-Pens bei Diabetikern, gehören in den Plan. Außerdem sind Name und Geburtsdatum des Patienten sowie die Kontaktdaten des ausstellenden Arztes und das Datum des Ausdrucks Pflichtangaben.

Wer arbeitet mit dem Medikationsplan?

Nicht nur der Hausarzt, sondern auch andere niedergelassene Ärzte oder Ärzte im Krankenhaus können den Plan ändern oder ergänzen. Dazu sind alle Angaben zusätzlich in der rechten oberen Ecke in einem Barcode hinterlegt. Behandelnde Ärzte können aber auch handschriftliche Ergänzungen auf dem Ausdruck vornehmen. Auch Apotheken können den Medikationsplan - sogar handschriftlich - ergänzen, wenn der Patient dies für die Arzneimittel wünscht, die er ohne ärztliches Rezept kauft.

Wie sollten Patienten den Medikationsplan nutzen?

Patienten sind in der Regel selbst dafür verantwortlich, dass ihr Medikationsplan aktuell und vollständig ist. Am besten entscheiden sie gemeinsam mit dem Hausarzt, welche Medikamente in ihrer Einnahmehilfe aufgelistet werden. Wer regelmäßig Tabletten einnehmen muss, sollte den Plan immer griffbereit haben und darauf achten, dass der Barcode möglichst nicht beschädigt wird. Bekommt man einen neuen Plan kann der alte sofort vernichtet werden. Ab 2018 sollen die Medikationspläne über die elektronische Gesundheitskarte abrufbar sein.