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Mogelpackungen: Tricks mit Luft und doppeltem Boden

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Doppelte Böden, riesige Kartonagen oder viel Luft in der Verpackung - um größere Füllmengen vorzutäuschen, greifen Hersteller tief in die Trickkiste. Und Produzenten verringern gerne die Füllmengen bekannter Produkte, reduzieren aber im gleichen Zuge keineswegs den Preis.

Die Verpackung von Kaffee der Marke Senseo
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Ob bei Tee oder Keksen, ob bei Knäckebrot oder Schokoladensticks - Lebensmittel-Verpackungen, die durch schiere Größe mehr versprechen als sie geöffnet halten, finden sich vielerorts. In Folge dieser Tricksereien, beschweren sich Verbraucher immer wieder, und auch die Stiftung Warentest hat keine Schwierigkeiten, jeden Monat neue "Mogelpackungen" vorzustellen.

Und es fallen keineswegs nur Verpackungen von Lebensmitteln ärgerlich auf. Ob Kosmetika, Nahrungsergänzungsmittel, Haushaltsreiniger, Waschpulver oder Spiele: Unternehmen zeigen sich beständig immens kreativ, mit den Umhüllungen ihrer Produkte zu flunkern.

Mogelpackungen, die den Verbraucherzentralen gemeldet werden, bzw. die wir selbst im Handel gefunden haben, stellen wir in dieser Bildergalerie vor:

Die Verpackung von Waschmittel der Marke Lenor
Die Verpackung der Allos Fruchtschnitte
Die Verpackung der Allos Fruchtschnitte
Die Verpackung von Müsli der Marke Kölln
Die Verpackung von Ziegenkäse der Marke Gazi
Die Verpackung von Waschmittel der Marke Persil
Die Verpackung von Tofu der Marke Ener Bio
Die Verpackung der Bio Kindermilch der Marke Hipp
Die Verpackung von Kaffee der Marke Senseo
Die Verpackung von Ketchup der Marke Knorr
Die Verpackung von KitKat
Die Verpackung von KitKat
Die Verpackung von Garnelen der Marke Costa

Mogelpackungen bei Lebensmitteln

Um mehr Inhalt vorzugaukeln, umgeben Lebensmittel-Hersteller ihre Produkte oftmals mit unverhältnismäßig viel Luft, operieren mit doppelten Böden, großen Deckeln, dicken Wandungen oder schlicht überdimensionierten Umkartons. Laut Eichgesetz sind solche Täuschungsmanöver verboten. Problem für Verbraucher jedoch: Im Gesetz fehlen konkrete Bestimmungen, ab wann eine Mogelpackung vorliegt. Lediglich eine interne Leitlinie gibt vor, dass nicht mehr als 30 Prozent Luft in der Packung sein sollten. Zwar untersagt auch das Lebensmittelrecht eine Irreführung in Bezug auf die enthaltene Menge, doch bei Reklamationen muss immer der Einzelfall beurteilt werden.

Denn nicht jede übergroße Lebensmittel-Verpackung ist verboten. So kann keine Täuschung vorliegen, wenn Verbraucher mit einem Missverhältnis zwischen Inhalt und Umfang der Verpackung rechnen. Wie zum Beispiel bei Pralinenpackungen - sie dürfen so verpackt sein, dass das Volumen der Verpackung sechsmal so groß ist wie das Gewicht der Praline. Beispiel: Wiegt die Praline 10 Gramm darf sie von einer sechsmal so großen Verpackung (bis zu 60 Milliliter Verpackungsvolumen) umgeben sein.

Die schwammigen Bestimmungen machen es Verbrauchern sehr schwer, Mogelei von Korrektheit zu unterscheiden. Darum halten wir es für sinnvoll und notwendig, konkrete Regelungen zu erlassen und Gesetzestexte anzupassen, wonach jede Verpackung bis zum Rand bzw. zur Naht gefüllt sein sollte.

Ausnahmen sollten nur in nachweislich technisch bedingten Fällen mit einer Obergrenze von 30 Prozent Freiraum in der Packung zugelassen sein. Dies würde den Vollzug durch die Eichbehörden vereinfachen und Verbraucher wirksam vor "Luftnummern" schützen.

Wehren sollten Sie sich trotzdem: Wer den Verdacht hegt, ein Lebensmittel in einer "Mogelpackung" gekauft zu haben, kann sich wenden an:

Achtung: Weniger Inhalt, gleicher Preis

Produzenten verringern gerne die Füllmengen, reduzieren aber im gleichen Zuge keineswegs den Preis. Um Preiserhöhungen zu verschleiern, benutzen Hersteller Hinweise wie "neue Rezeptur" oder "bessere Qualität". Da finden sich in der Chipsverpackung bei genauem Hinsehen plötzlich nicht mehr 200 Gramm, sondern nur noch 175 Gramm Chips. Der Preis ist jedoch gleich geblieben; lediglich das Design der Verpackung wurde leicht verändert. Oder in der Packung Knäckebrot fehlen bei gleichem Preis plötzlich 15 Gramm. Der Verbraucher bemerkt das oftmals gar nicht.

Ein Gesetzesverstoß kann erst dann vorliegen, wenn bei identischer Verpackungsgröße und unverändertem Verpackungsdesign die Füllmenge ohne einen Hinweis unmerklich reduziert wurde. Letztlich gilt aber auch hier: Wann eine indirekte Preiserhöhung rechtswidrig ist, muss im Einzelfall geprüft werden.