Rückruf von Tiefkühlbeeren der Marke ja!
Die REWE Group ruft eine Charge einer Tiefkühlbeeren-Mischung wegen des Nachweises von Hepatitis-A-Viren zurück. Vom Verzehr wird dringend abgeraten.

Das Wichtigste in Kürze:
- Seit dem 7. Juli wird die "ja! Beerenmischung, teifgefroren" (750-Gramm-Beutel) mit der Chargennummer L-26085 und mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 15.03.2028 bundesweit zurückgerufen.
- Aus den Regalen im Handel wurden die Packungen bereits entfernt.
- In der Beerenmischung wurden Hepatitis-A-Viren nachgewiesen. Die Erkrankung tritt erst mit ca. 4 Wochen Verzögerung auf und kann insbesondere bei älteren Menschen, Kindern, Immungeschwächten und Personen mit Lebererkrankungen einen schweren Verlauf nehmen. Eine Impfung gegen die Viren ist nach Kontakt (aber vor Ausbruch) noch möglich.
Welche Produkte sind vom Rückruf betroffen?
Der Rückruf betrifft derzeit ausschließlich die Chargennummer L-26085 mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 15.03.2028.
Hersteller ist die Eurogroup España Frutas y Verduras S.A.U., Ronda Narciso Monturiol 6, 208 B, 46980 Paterna (Valencia) / Spanien.
Verkauft wurde die Beerenmischung nach bisherigem Kenntnisstand (9. Juli 2026) in Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz sowie im Saarland. Außerdem war diese Charge in Luxemburg erhältlich.
Ja-Produkte werden vor allem in Geschäften der REWE-Group wie Rewe und Nahkauf, aber z.B. auch bei Hit verkauft.
Schauen Sie zuhause, ob Sie dieses Produkt ggf. als Vorrat in Ihrem Tiefkühlschrank haben.
Diese Beerenmischungen können auch ohne Kaufbeleg in das Geschäft zurückgebracht werden. Der Kaufpreis wird erstattet.
Wie gefährlich ist Hepatitis A?
Hepatitis A gehört zu den Erkrankungen, die in Deutschland meist durch Viren in Lebensmitteln (z.B. Tiefkühlkost) übertragen werden. Auch Muscheln oder Austern aus dem Mittelmeerraum sind häufiger betroffen. Auf Fernreisen können neben frischem, vorgeschnittenem Obst und Gemüse auch Eiswürfel und nicht abgepacktes Trinkwasser ein Problem darstellen.
Erste Symptome sind häufig Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl und gelegentlich erhöhte Temperatur. Es kann zu einer Gelbsucht mit Gelbfärbung von Haut und Bindehaut, dunklem Urin, entfärbtem Stuhl und starkem Juckreiz der Haut kommen. Die Beschwerden bleiben in der Regel wenige Tage bis mehrere Wochen bestehen. Insbesondere ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen der Leber können schwerere Krankheitsverläufe entwickeln.
Gegen Hepatits A kann man sich vorbeugend impfen lassen. Aber auch bis zu 14 Tage nach dem Verzehr des Produkts kann noch geimpft werden.
Informationen zu Hepatitis A gibt es beim Robert-Koch-Institut. Wichtig: Wenn Sie infiziert sind, können Sie andere Personen anstecken. Deshalb sind eine gründliche Händehygiene und die Einhaltung weitere Handhygiene-Maßnahmen besonders wichtig.
Für Hepatitis A besteht in Deutschland gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG) eine namentliche Meldepflicht. Das zuständige Gesundheitsamt muss sowohl bei einem Krankheitsverdacht und der Erkrankung als auch beim direkten oder indirekten Nachweis des Erregers (akute Infektion) schnell informiert werden.
Wie schnell merke ich, ob ich erkrankt bin?
Es ist oft schwierig, einen zeitlichen Zusammenhang zwischen dem Verzehr eines Lebensmittels und einer Erkrankung herzustellen. Das gilt besonders in diesem Fall, da zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung 15 bis 50 Tage liegen können, im Durchschnitt sind es 4 Wochen.
Was kann ich tun, um mich gegen Hepatitis-A-Viren zu schützen?
Es gibt immer mal wieder größere Krankheitsausbrüche z.B. in Schulen oder Altenheimen durch Tiefkühlbeeren. (In Privathaushalten wird das in der Regel nicht bekannt.) Grund dafür ist der unsachgemäße Umgang mit solchen Beerenmischungen. Schon seit vielen Jahren warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung davor, TK-Obst roh zu verzehren und mit ihnen Smoothies, Shakes oder Eis zuzubereiten. Es rät, Tiefkühlbeeren grundsätzlich vor dem Verzehr aufzukochen. Solche Beeren können außer mit Hepatitis-A-Viren bei unsachgemäßer Produktion (unsauberes Waschwasser) auch mit Noroviren belastet sein.
Auch Muscheln sollten nur gut durchgegart gegessen werden.
Unsere Quellen
- Lebensmittelwarnung.de vom 08.07.2026
- Lebensmittelwarnung aus Luxemburg vom 07.07.2026
- Verbraucherinformation des Herstellers vom 07.07.2026
- Hepatitis A. RKI-Ratgeber. Stand: 13.05.2026
- Tiefkühlbeeren vor dem Verzehr besser gut durchkochen. BfR-Presseinformation Nr. 05/13 vom 13.03.2013
- Rewe Produktrückruf, Pressemeldung vom 08.07.2026
Dieser Inhalt wurde von der Gemeinschaftsredaktion in Zusammenarbeit mit den Verbraucherzentralen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen für das Netzwerk der Verbraucherzentralen in Deutschland erstellt.










