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Richtige Ernährung auf Fernreisen: Schutz vor Montezumas Rache

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • In fernen Ländern Hygiene- und Ernährungsregeln zu missachten, kann zu schwerwiegenden Erkrankungen führen.

  • Oberstes Gebot im Umgang mit Nahrungsmitteln: Koch es, schäl es - oder vergiss es.

  • Ungewohnte Lebensmittel können zu Allergien führen

  • Vor dem Urlaub gilt es, sich um Schutzimpfungen, Reiseapotheke und Reisekrankenversicherung zu kümmern.
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Arzt mit dem Schild Reisemedizin
Foto: DOC RABE Media / Fotolia.com

Lebensbedrohliche Erkrankungen

Sommer, Sonne und Strand - da wird rasch vergessen, dass allzu sorgloses Reisen in fernen Ländern gehörig auf Magen und Darm schlagen kann. Nicht nur Montezumas Rache, sondern auch lebensbedrohliche Erkrankungen wie Typhus, Cholera und Hepatitis A drohen, wenn wichtige Hygiene- und Ernährungsregeln unterwegs missachtet werden. Heftige Übelkeit, Durchfall und Fieberschübe sind typische Symptome, die jedoch nicht immer sofort eindeutig diagnostiziert werden können. Tipps zum richtigen Verhalten bei Durchfällen gibt ein Faltblatt des Auswärtigen Amts.

Verursacht werden die ernsten Erkrankungen meistens durch Viren, eine bakterielle Infektion mit Salmonellen oder durch den Kontakt mit verunreinigtem Trinkwasser. Damit der Trip in die Ferne in jeder Hinsicht in guter Erinnerung bleibt, sollten Reisende sich nicht nur vorsorglich impfen lassen, sondern auch Hygiene- und Ernährungshinweise strikt beachten.

Umgang mit Lebensmitteln und Speisen

Gemüse und Salate

  • Koch es, schäl es oder vergiss es – diesen Umgang mit Nahrungsmitteln sollten sich Reisende zu Eigen machen. Starkes Erhitzen tötet Krankheitserreger ab, deshalb Eier, Fleisch, Fisch, Gemüse sowie Muscheln und andere Schalentiere nur gut durchgegart verzehren! Gerade Muscheln sind im gesamten Mittelmeerraum, aber auch im Atlantik, sehr häufig mit Hepatitis-A-Viren infiziert.
  • Auf Rohkostsalate und Speisen mit rohen Eiern – zum Beispiel mit Mayonnaise – sollte man in Afrika, Asien oder Lateinamerika ganz verzichten.
  • Obst muss vor dem Verzehr immer gründlich gewaschen werden – dazu immer abgepacktes Trinkwasser verwenden! Wer anschließend Orangen, Ananas oder Papaya mit einem sauberen Messer schält, entfernt die winzigen Übeltäter von den Früchten.
  • Vorsicht ist auch angesagt bei Büffets, die in Restaurants oder Hotels oft über mehrere Stunden von der Vorspeise bis zum Dessert das ganze Menü anbieten. Stehen die Speisen bei warmen Temperaturen lange ungekühlt auf dem Tisch, sind sie ein idealer Nährboden für Bakterien.
  • Heiße, frisch gegarte Gerichte am Straßenrand sind kein Problem; wohl aber können Geschirr, Besteck oder der Stand insgesamt hygienisch bedenklich sein.

 

Getränke

  • Zum Trinken oder Zähneputzen darf nur abgefülltes Trink- oder Mineralwasser aus der Flasche benutzt werden. Wasser aus der Leitung muss mindestens fünf Minuten abgekocht und anschließend gefiltert werden, um Bakterien und Parasiten zu verbannen.
  • Kaffee und Tee sollten mit sprudelnd kochendem Wasser aufgebrüht werden, um mögliche Erreger abzutöten.
  • Auch alle anderen Getränke, die industriell abgefüllt werden, – wie Bier, Säfte und Softdrinks – können unbedenklich getrunken werden.
  • Frisch gepresste Fruchtsäfte sind riskant, weil Fruchtpresse und Hände der Verkäufer nicht immer sauber sind.
  • Bei Eiswürfeln und Shakes mit gecrashtem Eis darauf achten, dass die coolen Beigaben aus aufbereitetem Trinkwasser bestehen, ansonsten meiden.
  • Übrigens: Ein Schnaps nach dem Essen wirkt nicht als Bakterienkiller.

 

Milch- und Eiprodukte

  • Keine ungekochte Milch trinken! Pasteurisierte Produkte sind unbedenklich. Auch von Rohmilchkäse – vor allem aus eigener Produktion – sollte man die Finger lassen.
  • Desserts und Eiscremes, die rohe Eier enthalten, sind ebenfalls nichts für Schleckermäuler. In der Eisdiele oder am Softeisstand sollte ein guter Eindruck von den hygienischen Verhältnissen ausschlaggebend für den Griff nach einem Hörnchen oder Becher sein. Industriell abgepacktes Eis kann hingegen bedenkenlos geschleckt werden.

Allergische Reaktionen

Auf Fernreisen kommt man eher mit neuen Substanzen in Berührung als zu Hause, und damit steigt die Gefahr von Überempfindlichkeits- und Kreuzreaktionen oder Reaktionen auf bisher unbekannte Allergene. Bei einer Kreuzreaktion "verwechselt" das Immunsystem das bekannte Allergen (etwa Beifuß) mit anderen (zum Beispiel neuen Gewürzen). Vor allem für Allergiker können ungewohnte Lebensmittel ein Problem sein. Gefahr besteht speziell bei zuvor nicht probierten Obst- und Gemüsesorten sowie Gewürzmischungen (Kreuzreaktion). Wer auf Schalentiere (zum Beispiel Garnelen, Krebse, Schnecken) reagiert, sollte auch bei Insekten sehr vorsichtig sein; hier werden häufiger Kreuzallergien beschrieben. Antihistaminika im Gepäck können da hilfreich sein; Apotheken beraten dazu. Die Allergenkennzeichnung – insbesondere bei lose angebotenen Produkten – ist nicht überall vorhanden und verlässlich. Bei Sprachbarrieren (europäische Sprachen) hilft das Allergiker-Wörterbuch des Europäischen Verbraucherzentrums.

Schutzimpfungen

Der eigenen Gesundheit zuliebe sollten sich Reisende spätestens vier bis sechs Wochen vor dem Urlaub mit dem nötigen Impfschutz versehen.

Eine Impfberatung sowie die passenden Reise- und Standardschutzimpfungen bieten neben dem Hausarzt auch die Gesundheitsämter und verschiedene Tropeninstitute in Deutschland an. Die Kosten werden von einigen Krankenkassen sogar vollständig übernommen.

Reiseapotheke

Rechtzeitig sollte man sich auch um die Reiseapotheke kümmern und sich dazu in einer Apotheke und/oder vom Hausarzt beraten lassen. Vor allem wer mit Kindern reist, sollte unbedingt ein Mittel gegen Durchfall und einen Mineralienersatz im Gepäck haben.

Reisekrankenversicherung

Wer sorglos in ferne Länder touren will, der sollte eine private Auslandsreisekrankenversicherung im Gepäck haben. Denn die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen im Ausland nur eingeschränkten oder gar keinen Schutz.