Gesund grillen: Neun Tipps für ungetrübten Grillgenuss
Sobald das Wetter schön wird, startet die Grillsaison. Ob Fleisch, Fisch, Gemüse oder auch Obst – vom Grill schmecken viele Sachen besonders gut. Die Verbraucherzentralen geben Ihnen Tipps, worauf Sie achten sollten.

Das Wichtigste in Kürze:
- Für viele ist Tierschutz wichtig – das muss kein Widerspruch zum Grillgenuss sein: Leckere Alternativen sind Vegetarisches und Fleisch aus besserer Tierhaltung.
- Falsche Handhabung am Grill ist riskant: Rohes Fleisch und Wurst können krankmachende Keime enthalten, daher muss auf Hygiene und vollständiges Durchgaren geachtet werden.
- Vorsicht gilt auch bei der Handhabung von Grills, Brennmaterial und Alufolie.
- Wer selbst mariniert, sollte die Marinade bis zu 24 Stunden einwirken lassen.
Tipp 1: Was muss ich bei Grillgut aus Fleisch beachten?
Fleisch, Würstchen, Fisch oder Käse gehören für viele zum Grillen dazu. Doch weniger Wurst und Fleisch ist gesünder und lässt finanziellen Spielraum für Produkte aus verbesserter Tierhaltung, beispielsweise Fleisch mit einer Haltungskennzeichnung des Handels der Stufe 3, 4 oder 5, mit dem Tierschutzlabel oder Bio. Nachhaltig gefangener Fisch ist an Siegeln wie MSC und Naturland zu erkennen, Fisch aus nachhaltiger Aquakultur an Kennzeichnungen wie Bio oder dem ASC-Logo.
Essen Sie sich stattdessen an Gemüse- und Salatbeilagen satt und genießen Sie Fleisch bewusst und in Maßen. Auch Käse gibt es in verschiedenen Varianten für den Grill, zum Beispiel Halloumi, eine Grillspezialität aus Zypern aus Schaf-, Ziegen- oder Kuhmilch. Er behält auch beim Erhitzen seine feste Struktur.
Zwar eignen sich auch andere Käsesorten zum Grillen – allerdings zerfließen sie in der Regel bei Hitze und eignen sich daher nicht. Achtung: Wickeln Sie Käse und anderes Salziges nicht in Alufolie, da sonst Aluminium herausgelöst werden kann. Wird Käse bereits in Aluschalen verkauft, sind diese in der Regel speziell beschichtet.
Auch Gepökeltes gehört nicht auf den Grill. Beim Erhitzen von Kassler oder Räucherspeck, Fleisch- und Bockwurst oder Leberkäse können aus dem Nitritpökelsalz krebserregende Nitrosamine entstehen.
Tipp 2: Welche vegetarischen Grillvarianten gibt es?
Im Handel finden Sie eine Fülle von vegetarischen Fleischersatzprodukten. Aber auch die Gemüse- und Obsttheken bieten eine reiche Auswahl:
- Festfleischige, saftige Gemüsearten wie Zucchini, Auberginen, Cocktailtomaten, Champignons, Fenchel, Spargel, Maiskolben, Paprika, Kürbis, Kartoffeln oder Zwiebeln eignen sich hervorragend zum Grillen. Bestreichen Sie das Gemüse mit Öl. Dickeres Gemüse sollten Sie vorher in Scheiben schneiden oder vorgaren.
- Einfache Desserts vom Rost sind Äpfel, Birnen, Bananen, Erdbeeren, Pfirsiche, Pflaumen, Aprikosen, Ananas oder Mangos. Fünf Minuten auf dem Grill reichen aus.
Komplett wird ein gesundes und kalorienarmes Grillbüfett durch frische Salate, Gemüsesticks mit Dips, Folienkartoffeln und Brot.
Tipp 3: An was sollte ich beim Würzen denken?
Fleisch, Fisch oder Gemüse sollten Sie erst nach dem Grillen salzen. Es verliert sonst Wasser, wird trocken und leidet am Geschmack. Wer Alu-Grillschalen oder Alufolie verwendet, sollte später auf dem Teller würzen: Salz und Säure lösen Aluminium und übertragen es aufs Grillgut. Eine Alternative sind Grillschalen aus Edelstahl, die Sie zudem immer wieder verwendet werden können.
Um das Austrocknen zu verhindern, sollten Sie das Grillgut dünn mit hitzestabilem Öl bestreichen. Marinieren Sie Grillsachen am besten selbst. So können Sie auf Zusatzstoffe verzichten und die Beschaffenheit von Fleisch und Fisch besser beurteilen.
Bedecken Sie die Grillwaren vollständig mit der Marinade und lassen Sie sie mindestens 30 Minuten und bis zu 24 Stunden im Kühlschrank einwirken. Regel hierbei: Fischfilets nur kurz, zarte Steaks und Filets wenige Stunden und je dicker das Fleischstück ist, umso länger marinieren. Vor dem Grillen die Marinade gut abtupfen!
Tipp 4: Was ist bei der Grillhygiene wichtig?
Rohe tierische Lebensmittel können krankheitserregende Keime enthalten. Bei gut durchgegrillten Steaks sind Bakterien kein Problem. Vermeiden Sie eine Übertragung von Keimen von rohen auf gegarte Lebensmittel, indem Sie verschiedenes Besteck und Teller verwenden. Waschen Sie Ihre Hände und säubern Sie Geräte und Flächen, die mit rohem Fleisch, Fisch oder verwendeten Marinaden in Kontakt waren, gut mit heißem Wasser und Spülmittel.
Bereiten Sie möglichst keine Speisen wie Mayonnaise oder Desserts mit rohen Eiern zu, vor allem dann nicht, wenn die Speisen nicht gekühlt werden können.
Tipp 5: Holzkohlegrill oder Elektrogerät - was ist besser?
Während eingefleischte Grillfans gerne offenes Holzkohlefeuer entfachen, das dem Grillgut den typischen Geschmack verleiht, schätzen andere die kurze Vorheizzeit von Gas- und Elektrogeräten. Durch den fehlenden Rauch entstehen hierbei weniger gesundheitsschädliche Stoffe, und Sie müssen keine Asche entsorgen.
Um sich vor Fettspritzern zu schützen, gehören Schürze, Handschuhe und eine lange Grillzange zur Grundausstattung. Von Einweg-Grills raten die Verbraucherzentralen ab. Sie verursachen unnötig viel Abfall.
Tipp 6: Welcher Platz ist für einen Holzkohlengrill am besten?
Jeder Rost braucht einen sicheren und festen Standplatz. Ein mit Holzkohle betriebener Grill darf jedoch niemals in der Garage oder in Räumen angefacht werden – auch nicht, wenn Fenster oder Türen geöffnet sind.
Das entstehende Kohlenmonoxid kann zu tödlichen Vergiftungen führen. Deshalb darf die Restwärme des Grills auch drinnen nicht als Heizquelle dienen.
Tipp 7: Welches Brennmaterial sollte ich beim Grillen verwenden?
Nehmen Sie als Brennmaterial für den Holzkohlegrill nur Holzkohle oder -briketts! Beim Abfackeln von Altpapier oder Holz können krebserregende Stoffe entstehen, die sich mit dem Rauch auf die Grillwaren legen. Heizen Sie den Grill rechtzeitig mit Holzkohle an und lassen Sie ihn so lange durchglühen, bis sich eine weiße Ascheschicht gebildet hat. Legen Sie Fleisch, Fisch oder Gemüse erst auf, wenn kein Rauch mehr aufsteigt.
Auf Holzchips zum Aromatisieren des Grillguts sollten Sie verzichten. Durch das unvollständig verbrannte Holz können schädliche Verbrennungsprodukte ins Grillgut gelangen.
Damit kein Fett in die Glut oder auf die Heizschlange gelangt, sollten Sie das Grillgut auf Grillschalen, am besten aus Edelstahl oder mit emaillierter Oberfläche, legen. Verzichten Sie außerdem auf das ständige Bestreichen mit Marinade oder das Bespritzen mit Bier! Verkohlte Stellen an gegrilltem Fleisch, Gemüse oder Obst sollten nicht verzehrt werden.
Tipp 8: Welche Grillkohle ist am besten?
Bevorzugen Sie bei Grillkohle und -briketts Produkte aus Deutschland und achten Sie auf Zeichen für nachhaltige Waldwirtschaft, wie etwa das FSC-Siegel. Es kennzeichnet Holzprodukte, die aus einer nachhaltigeren Waldbewirtschaftung stammen.
Nicht näher gekennzeichnete Grillkohle kann auch durch Raubbau an Urwäldern entstanden sein. Grillkohle wird ohne die Zerstörung von Wäldern aus Reststoffen gewonnen. In einigen Geschäften erhalten Sie beispielsweise Grillbriketts aus Olivenkernen, Maisspindeln oder Kokosnussschalen.
Tipp 9: Wenn was übrig bleibt: Wie verwerte ich Grillreste?
Übriggebliebene Würstchen, Fleischwaren, Käse, Salate und Gemüse sollten Sie durchgängig kühl lagern. Fleischstücke etwa können Sie am nächsten Tag in Streifen schneiden, kurz anbraten und mit Salat essen. Aus übrig gebliebenem Gemüse und Käse können Sie zum Beispiel einen Auflauf machen oder ein buntes Pfannengericht.
Sind noch rohe Wurstwaren übrig, können Sie sie einmalig einfrieren, um sie beim nächsten Mal auf den Grill zu legen.
Wenn Würste oder Fleisch zeitweise außerhalb der Kühlbox gelagert wurden, sollten Sie sie jedoch nicht mehr roh aufbewahren, sondern vor der weiteren Lagerung vollständig durchgaren. Bereits gegrillte Würstchen können Sie zu einer leckeren Currywurst verarbeiten. So sparen Sie Lebensmittel und schonen sowohl den Geldbeutel als auch die Umwelt.















