Alu­mi­ni­um in Lebensmitteln

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Aluminium eignet sich als Sauerstoff -und Feuchtigkeitsbarriere, ist kälte- und hitzebeständig, leicht und wiederverwertbar. Wegen dieser Eigenschaften ist es als Verpackungsmaterial und Küchenhelfer im Haushalt sehr beliebt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Über Lebensmittel oder Kosmetika kann Aluminium in den Körper gelangen und in zu großen Mengen auf Dauer das Nervensystem, die Fruchtbarkeit oder die Knochenentwicklung schädigen.
  • Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat 1 Milligramm Aluminium je Kilogramm Körpergewicht als maximal tolerierbare Aufnahmemenge pro Woche festgelegt.
  • Minimieren Sie vorsorglich die Aufnahme von Aluminium. Das gelingt vor allem durch den richtigen Umgang mit Gegenständen aus Aluminium und Verzicht auf bestimmte Kosmetika.
Rolle Alufolie
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Lange Zeit galt Aluminium als ungefährlich - inzwischen ist bekannt, dass sich unter bestimmten Umständen Aluminiumionen lösen und ins Lebensmittel wandern können. Da gesundheitliche Risiken diskutiert werden, sollte die Aufnahme so gering wie möglich gehalten werden.

Aufnahmequellen

Als dritthäufigstes Element der Erdkruste gelangt Aluminium auf natürlichem Weg ins Trinkwasser. Obwohl es in der Natur meist in gebundener Form vorliegt, wird es durch sauren Regen oder industrielle Einflüsse freigesetzt und gelangt so in Umwelt und Nahrung.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat ermittelt, dass die meisten natürlichen Lebensmittel weniger als 5 Milligramm Aluminium pro Kilogramm Lebensmittel enthalten. Höhere Gehalte können Teeblätter, Gewürze, Miesmuscheln, Getreide und einige Gemüsesorten aufweisen.

Die Verwendung aluminiumhaltiger Lebensmittelzusatzstoffe ist durch eine EU-Verordnung aus dem Jahr 2012 aus Gründen des Verbraucherschutzes deutlich eingeschränkt worden. Aluminium (E173) als solches darf als silbrig glänzender Lebensmittelfarbstoff nur noch für Überzüge von Zuckerwaren für die Dekoration von Kuchen und Feinen Backwaren verwendet werden. Bei Lebensmitteln in Fertigpackungen ist der Stoff als "Farbstoff E173" oder als "Farbstoff Aluminium" im Zutatenverzeichnis anzugeben.

Weitere Aluminiumquellen sind Impfstoffe, Arzneimittel, Lippenstifte, Zahnpasten, aluminiumhaltige Antitranspirantien und Lebensmittelbedarfsgegenstände aus Aluminium wie Kochgeschirr, Grillschalen, Trinkflaschen, Backbleche oder Aluminiumfolie.

Die Aluminiumaufnahme aus Lebensmittelverpackungen im Handel spielt eine untergeordnete Rolle, da die enthaltene Barriereschicht aus Aluminium von Getränkedosen und -kartons, Joghurtdeckeln, Tütensuppen, Kaffeeverpackungen, Kaffeekapseln und Schalen für Fertigprodukte üblicherweise durch eine Kunststoffschicht vom Inhalt getrennt ist.

Für metallische Gegenstände gibt es eine Resolution des Europarates, die für Aluminium einen Freisetzungsgrenzwert von 5 Milligramm pro Kilogramm Lebensmittel vorsieht. Resolutionen haben für die Mitgliedsstaaten des Rates jedoch lediglich empfehlenden Charakter und sind keine verbindlichen gesetzlichen Grenzwerte.

Gesundheitliche Risiken

Über Lebensmittel aufgenommenes Aluminium gilt nicht als akut gesundheitsschädlich, die Giftigkeit wird als gering eingestuft. Das Metall kann sich allerdings im Körper anreichern. Zwar wird ein Großteil des aufgenommenen Aluminiums bei gesunden Menschen über die Niere ausgeschieden; nicht ausgeschiedenes Aluminium kann sich aber im Laufe des Lebens vor allem in der Lunge und dem Skelettsystem anreichern. Dadurch steigen die Risiken für Nerven- und Nierenerkrankungen. Ebenso führt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Wirkungen auf die Fruchtbarkeit sowie Effekte auf die Knochenentwicklung an.

Zudem stört Aluminium das Gleichgewicht von Spurenelementen wie Magnesium und Eisen im Körper. Es nimmt deren Position beispielsweise in Enzymen ein und kann dadurch eine Störung der Signalweiterleitung auslösen.

Außerdem vermuten einige Wissenschaftler, dass Aluminium Demenz und andere Gesundheitsschäden wie Brustkrebs begünstigen kann. Dies ist aber nicht einwandfrei bewiesen.

Vorsorglich sollte die Aufnahme an Aluminium möglichst gering sein. Die EFSA hat 1 Milligramm Aluminium je Kilogramm Körpergewicht als maximal tolerierbare Aufnahmemenge pro Woche festgelegt.

Nach Abschätzungen nehmen Erwachsene durchschnittlich zwischen 0,2 und 1,5 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht auf. Die Aluminiumzufuhr sollte durch Meiden einiger Quellen und den richtigen Umgang mit Haushaltsartikeln aus Aluminium minimiert werden. Alufolien oder unbeschichtete Schalen aus Aluminium sollten nicht für längere Zeit mit salzigen oder sauren Speisen in Kontakt kommen. Ein entsprechender Verwendungshinweis ist auch gesetzlich vorgeschrieben.

Tipps für den Umgang im Haushalt

Die EU-Bedarfsgegenstände-Verordnung schreibt für Gegenstände, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen können, Hinweise "für eine sichere und sachgemäße Verwendung" vor. Dieser Hinweis lautet bei Aluminiumfolien meist folgendermaßen oder ähnlich: "Aluminiumfolie nicht zum Abdecken von feuchten, säure- oder salzhaltigen Lebensmitteln auf Servierplatten oder Schalen aus Metall verwenden. Aluminiumfolien dürfen nicht mit säure- oder salzhaltigen Lebensmitteln in Kontakt kommen. An Lebensmittel abgegebene Aluminiumbestandteile sind jedoch nicht gesundheitsschädlich". Letzter verharmlosender Zusatz führte den vorangehenden Warnhinweis jedoch ad absurdum.

Nach einem Beschluss vom Arbeitskreis Lebensmittelchemischer Sachverständiger der Länder und des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (ALS) ist dieser Zusatz nicht mehr zulässig.

Die Verbraucherzentrale begrüßt die Entscheidung des Fachgremiums ALS und erwartet, dass die Lebensmittelüberwachung Kennzeichnungen mit einem verharmlosenden letzten Satz ahndet.

Internetshops, die Alufolien anbieten, wurden wegen der nicht korrekten Hinweise von den Verbraucherzentralen bereits erfolgreich abgemahnt. Die Hersteller sollten ihre Verpackungen schnellstmöglich so gestalten, dass die Sicherheitshinweise der Alufolien auf den ersten Blick ins Auge springen.

Dies gilt auch für Grillschalen oder Einmalschalen aus Aluminium, deren Sicherheitshinweise selten zu finden sind. Noch immer werden im Einzelhandel küchenfertige Produkte wie tiefgefrorener Fisch in Gewürzmischung zum Garen in einer Aluminiumschale angeboten. Auch Fertiggerichte gibt es in Aluminiumschalen, oft zum direkten Erhitzen. Obwohl diese Gerichte stark gesalzen sind und häufig saure Zutaten wie beispielsweise Tomatenmark enthalten, ist auf den Produkten selten der Hinweis für eine sichere und sachgemäße Verwendung. Für die Käufer ist nicht zu erkennen, ob Aluminiumutensilien für den Küchengebrauch beschichtet (und somit sicherer) oder unbeschichtet sind.

  • Aluminiumfolie: Durch stark säure- und salzhaltige Lebensmittel oder Kontakt mit anderen Metallen kann sich Aluminium aus der Folie lösen und ins Lebensmittel übergehen. Saures wie Apfelstücke, Zitronen, Tomaten, Essiggurken und Salziges wie Feta, Salzhering, Wurst und Schinken gehören nicht in Aluminiumfolie.-  weder zur Aufbewahrung noch zur Zubereitung.
     
  • Metallische Servierplatten, Kochtöpfe und unbeschichtete Backbleche nicht mit Aluminiumfolie abdecken.
     
  • Saures und Salziges nicht in Aluminiumkochgeschirr zubereiten. Bei Aluminiumblechen im Backofen zumindest Backpapier verwenden.
     
  • In Laugengebäck werden immer wieder hohe Aluminiumgehalte festgestellt, begründet durch das Laugen und anschließende Backen auf Aluminiumblechen. Daher gibt es die Empfehlung für Bäcker, auf Aluminiumbleche zu verzichten. Bei Unsicherheit hilft die Nachfrage bei  der Bäckerei.
     
  • Grillen auf Aluschalen ist vertretbar, um zu verhindern, dass Fett in die Glut tropft und beim Verbrennen krebserregende Stoffe entstehen. Dabei auf säurehaltige Marinaden verzichten und das Fleisch möglichst erst nach dem Grillen würzen.
     
  • Verzicht auf Fertiggerichte in Aluschalen und Essen aus Aluminiummenüschalen (z. B. Essen auf Rädern), sofern Hersteller nicht auf eine Beschichtung hinweisen. Denn jüngste Studien des BfR zeigen, dass bei der Zubereitung und Warmhaltung von sauren und salzigen Lebensmitteln in  unbeschichteten Aluminiummenüschalen viel Aluminium freigesetzt wird. Ein Erwachsener würde bei täglichem Verzehr von 200 Gramm sauren Lebensmitteln aus unbeschichteten Aluminiumschalen in einer Woche etwa 0,5 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht zusätzlich aufnehmen.
     
  • Espressokocher aus Aluminium nicht in der Geschirrspülmaschine reinigen. Bereits bei der ersten Benutzung des Kochgeschirrs bildet sich eine Schutzschicht im Inneren, die Übergänge von Aluminium reduziert. Diese Schicht wird jedoch beim Spülen in der Maschine entfernt.

 


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