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Das Label "Für Mehr Tierschutz"

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Das Label Für mehr Tierschutz
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Bereits seit 2013 bietet der Deutsche Tierschutzbund Hilfestellung beim Einkauf von Fleisch aus tiergerechterer Erzeugung. Mit seinem Namen verspricht er ein glaubwürdiges Mehr an Tierschutz bei seinem Label "FÜR MEHR TIERSCHUTZ". Das Label gibt es in zwei Varianten: Einstiegsstufe und Premiumstufe.

Tierschutzlabel ein SternTierschutzlabel zwei Sterne

Das Besondere an diesem Label: Es ist von Anbietern unabhängig. Die Tierschützer verdienen nicht am Fleischverkauf, sondern bestätigen, dass bestimmte Tierschutzanforderungen eingehalten werden.

Der Deutsche Tierschutzbund zertifiziert aktuell Hähnchenfleisch der Einstiegsstufe und Schweinefleisch (Einstieg und Premium) Seit dem 1. Januar 2016 findet man das Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbundes auch auf Eierverpackungen. Neu hinzugekommen sind die Richtlinien für Milchkühe, so dass nun auch Milch mit dem Label angeboten wird.

Zwei Labelstufen: Einstieg und Premium

Beim Tierschutz-Label sind zwei Stufen vorgesehen - "Einstiegsstufe" und "Premiumstufe"; in beiden müssen definierte Anforderungen an Tierhaltung, Tiertransport und Schlachtung erfüllt werden müssen. Darüber hinaus werden das Verhalten und die körperliche Verfassung der Tiere überprüft (tierbezogene Kriterien). Damit soll sichergestellt werden, dass die Maßnahmen auch wirklich zum Wohlbefinden der Tiere beitragen und gegebenenfalls nachgebessert werden kann. Unabhängige, fachkundige Kontrolleure und der Deutsche Tierschutzbund selbst stellen durch unangekündigte Kontrollen sicher, dass diese Anforderungen eingehalten werden.

Die Einstiegsstufe

Die Einstiegsstufe beinhaltet deutlich mehr Tierschutz als der gesetzliche Mindeststandard, aber noch kein sehr hohes Tierschutzniveau. Wesentliche Kriterien sind mehr Platz und eine abwechslungsreichere Umgebung im Stall, kürzere Transportdauer und schonende Schlachtung.

Masthühner

  • Langsameres Wachstum der Tiere für bessere Gesundheit und Wohlbefinden
  • Ställe mit mehr Platz und Strukturelementen (zum Beispiel Sitzstangen, Strohballen)
  • Verzicht auf gentechnisch veränderte Futtermittel
  • Stallanbau mit Außenklima ("Kaltscharrraum")
  • Maximale Transportdauer 4 Stunden
  • Schonendere Schlachtung
  • Auswertung tierbezogener Kriterien

Mastschweine

  • Verbot der betäubungslosen Kastration männlicher Ferkel
  • Verbot des Schwänzekürzens ( Ausnahmen sind in begründeten Einzelfällen möglich)
  • Ställe mit mehr Platz und getrennten Liege- und Aktivitätsbereichen
  • Stroh und weitere Materialien zur Beschäftigung
  • Verzicht auf gentechnisch veränderte Futtermittel
  • Maximale Transportdauer 4 Stunden / Maximale Transportstrecke: 200 km
  • Schonendere Schlachtung
  • Auswertung tierbezogener Kriterien

Legehennen

  • Mehr Platz im Stall
  • Einstreu z.B. aus Stroh zum Picken, Scharren und Sandbaden
  • Beschäftigungsmaterial
  • Kaltscharraum
  • Verzicht auf gentechnisch veränderte Futtermittel
  • Bestandsobergrenze
  • Erfassung und Auswertung von tierbezogenen Kriterien

Die Eier sind entsprechend der EU-Bestimmungen als "Eier aus Bodenhaltung" gekennzeichnet, da die Legehennen keinen Auslauf im Freien haben.

Milchkühe

  • Enthornung nur unter Betäubung und mit Schmerzmittelgabe erlaubt
  • Bestandobergrenze: 600 Tiere/Betrieb
  • Viel Platz im Stall: 6 qm Stallfläche/Tier
  • Eingestreute Liegefläche
  • Verzicht auf gentechnisch veränderte Futtermittel
  • Maximale Transportdauer von 4 Stunden
  • Schonende Schlachtung
  • Erfassung und Auswertung von tierbezogenen Kriterien

 

Die Einstiegsstufe ermöglicht einen ersten Einstieg hin zu mehr Tierschutz – für Verbraucher und Erzeuger:

  • für Verbraucher, die Fleisch und Eier mit mehr Tierschutz kaufen wollen, die aber nicht deutlich mehr bezahlen wollen.
  • für Erzeuger, die bisher  Intensivhaltung praktiziert haben, aber künftig ihren Tieren ein besseres Leben bieten möchten. Der Einstiegsstandard erfordert keine großen Investitionen für Stallumbauten und soll so eine große Zahl von Tierhaltern zur Umstellung bewegen.

Die Anforderungen sind moderat gehalten, damit sich möglichst viele Betriebe beteiligen können und somit für viele Tiere bessere Lebensbedingungen erreicht werden. Ferner ist infolge von überschaubaren Mehrkosten und Arbeitsaufwand der Preisaufschlag für Fleisch der Einstiegsstufe geringer als für Produkte der Premiumstufe oder Biofleisch. In Bezug auf tiergerechte Haltung bleibt die Einstiegsstufe allerdings deutlich hinter Bio und Premium zurück!

Die Premiumstufe

Das Label der Premiumstufe kennzeichnet ein hohes Tierschutzniveau im Vergleich zum gesetzlichen Standard. Die Tiere haben noch mehr Platz im Stall und können zwischen verschiedenen Klimazonen wählen durch Auslauf im Freien oder nach außen offene Stallbereiche.

Masthühner (derzeit noch kein Angebot)

Zusätzlich zu den Anforderungen der Einstiegsstufe fordert der Deutsche Tierschutzbund von der Premiumstufe:

  • Mastdauer mindestens 56 Tage
  • Ställe mit noch mehr Platz
  • Auslauf

Mastschweine

Zusätzlich zu den Anforderungen der Einstiegsstufe fordert der Deutsche Tierschutzbund von der Premiumstufe:

  • Verbot des Schwänzekürzens  
  • Ställe mit noch mehr Platz
  • Liegebereich mit Langstroh eingestreut
  • Außenklimakontakt durch Auslauf oder offene Stallfront (auf Antrag!)

Legehennen

Zusätzlich zu den Anforderungen der Einstiegsstufe fordert der Deutsche Tierschutzbund von der Premiumstufe:

  • einen Auslauf im Freien von 4 qm/Tier im Einklang mit den EU-Anforderungen für Eier aus Freilandhaltung

Milchkühe

Zusätzlich zu den Anforderungen der Einstiegsstufe fordert der Deutsche Tierschutzbund von der Premiumstufe:

  • Zugang zur Weide/Laufhof
  • Bestandobergrenze: 350 Kühe/Betrieb

Die Premiumstufe bietet den Tieren reichlich Bewegungsspielraum und Möglichkeiten, wichtige arteigene Verhaltensweisen ausüben zu können, sowie Klimareize – alles wesentliche Faktoren für Wohlbefinden und Gesundheit.

Tierschutzanforderungen reichen über die Haltung hinaus

Die Anforderungen des Tierschutz-Labels betreffen neben der Tierhaltung auch den Tiertransport und ganz besonders die Schlachtung – beides für den Tierschutz elementare Bereiche. Mit der Berücksichtigung der tierbezogenen Kriterien geht das Tierschutz-Label bedeutende Schritte, die auch in der ökologischen Tierhaltung noch ausstehen.
Dieser weit reichende Tierschutz verursacht mehr Aufwand und Kosten für die Erzeuger und führt somit zu deutlich höheren Fleischpreisen.

Die Unterschiede zwischen Biofleisch und dem Label "FÜR MEHR TIERSCHUTZ"

Bio: Vorrangig Umweltkriterien und einige Tierschutzaspekte

Im Mittelpunkt des Ökologischen Landbaus steht die Schonung von Natur und Umwelt. Die europäischen Vorschriften für den ökologischen Landbau regeln neben den Umweltkriterien auch Tierschutzaspekte. Die Anforderungen an die Haltung der Bio-Tiere sind etwa mit denen der Premiumstufe des Tierschutz-Labels vergleichbar: Viel Platz und Einstreu in den Ställen sowie Auslauf im Freien. Bei den Bio-Tieren kommen als wichtige ökologische Kriterien zum Beispiel hinzu:

  • Biofutter
  • eine Begrenzung der Tierzahl, die ein Betrieb pro Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche halten darf ("flächengebundene Tierhaltung") Dadurch soll die Umwelt möglichst wenig belastet werden.

Die EU-Biovorschriften machen jedoch keine speziellen Vorgaben für Transport und Schlachtung der Tiere. Es gelten die gesetzlichen Mindestanforderungen für alle Tiere. Tierbezogene Kriterien werden nur in den Mitgliedsbetrieben der deutschen Bioverbände in der jährlichen Biokontrolle erhoben. Die EU-Öko-Verordnung enthält keine Vorschriften zu tierbezogene Kriterien.  Mehr zur ökologischen Tierhaltung erfahren Sie hier.

Die Angebote mit dem Tierschutzlabel im Handel

Das Angebot von Fleisch mit dem Tierschutz-Label ist bislang noch gering. Lediglich Hähnchenfleisch mit dem "Einstiegsstufen"-Label ist bundesweit erhältlich. Schweinefleisch, Eier und Milch mit dem Tierschutzlabel sind nur in einigen Geschäften in einigen Bundesländern verfügbar.