"Big Points": So handeln Sie wirksam für den Klimaschutz

Stand: 22. Oktober 2026

Von Plastiktüten bis Fernzüge: Wo wir auch hinschauen, werden uns Verhaltensänderungen vorgeschlagen, die Umweltfreundlichkeit versprechen. Doch was hat tatsächlich eine große Wirkung? Wir erklären den Unterschied zwischen den wirksamen Big Points und Maßnahmen, die weniger zum Klimaschutz beitragen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Verbraucher:innen können durch ihr Handeln einen maßgeblichen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel leisten. Dabei ist es wichtig, sich für die Maßnahmen zu entscheiden, die wirklich viel bewirken können.
  • Der Verzicht aufs Auto, eine fleischlose oder möglichst fleischarme Ernährung, und bedarfsgerechtes Wohnen sind drei der wirksamsten "Big Points" für den Klimaschutz.

Hintergrund #1: CO2e sind eine Einheit für die klimaschädlichen Treibhausgase wie Kohlenstoffdioxid, Lachgas und Methan. Der vermehrte Ausstoß dieser Treibhausgase durch den Menschen ist für den Klimawandel verantwortlich. Durchschnittlich verursacht eine Person in Deutschland ca. 10,8t CO2e pro Jahr. 

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Die meisten Deutschen sind zu Veränderungen ihres Lebensstiles bereit, um das Klima zu schützen. Und über die Hälfte gibt an, dass Klimaschutz bereits ihr Konsumverhalten beeinflusst. Der Wille ist also da, doch einmal angefangen mit dem umweltfreundlichen Verhalten stößt man schnell auf ein Problem: Es gibt einfach zu viele Möglichkeiten. In den Bereichen Ernährung, Wohnen, Reisen, Freizeit und vielen weiteren gibt es unzählige Tipps, die schnell überfordern können. Dabei ist klar: Für einen wirkungsvollen Klimaschutz muss nicht der ganze Alltag auf den Kopf gestellt werden. Es macht eher Sinn, genau die Maßnahmen umzusetzen, die viel bewegen.

Was sind eigentlich diese "Big Points"?

Der Verzicht auf To-Go-Becher oder Plastiktüten ist zwar ein wichtiges Signal an Politik und Anbieter, Mehrweg-Produkte stärker zu fördern und anzubieten, stellt im Bereich Klimaschutz jedoch eher einen kleinen Hebel dar.

Auf ein Elektroauto umzusteigen (780 Kilogramm CO₂e Ersparnis pro Jahr) ist rund 40-mal so wirksam wie den Verbrauch an Einwegkunststoffverpackungen zu halbieren (19 Kilogramm CO₂e Ersparnis pro Jahr) und auf Coffee-to-go-Becher zu verzichten (0,7 Kilogramm CO₂e Ersparnis pro Jahr) zusammen. Ganz auf ein Auto zu verzichten, kann ebenfalls erhebliche Mengen CO₂-Äquivalente einsparen. Die genaue Höhe hängt von der bisherigen Fahrleistung und den alternativ genutzten Verkehrsmitteln ab.

Diese sehr wirksamen Punkte wie die PKW-Nutzung werden auch Big Points genannt.

Fleischlose Ernährung ist ein Segen für den Klimaschutz

Ein weiterer dieser Big Points ist die fleischreduzierte oder fleischlose Ernährung. Wer nur noch etwa 300 Gramm Fleisch, Wurst und Fisch pro Woche isst und gleichzeitig weniger Milchprodukte konsumiert, spart durchschnittlich 510 Kilogramm CO₂-Äquivalente Treibhausgas-Emissionen pro Jahr. Eine überwiegend regionale und saisonale Ernährung hat nach einer aktuellen Beispielrechnung ein Einsparpotenzial von rund 80 kg CO₂-Äquivalenten pro Jahr. Die Reduktion tierischer Lebensmittel ist in diesem Vergleich also rund sechsmal so wirksam wie die stärkere Berücksichtigung von Regionalität und Saisonalität. Wer vollständig auf tierische Produkte verzichtet, kann die Ersparnis an klimaschädlichen Treibhausgasen noch einmal um 300 Kilogramm jährlich vergrößern, auf insgesamt 810 Kilogramm CO₂e pro Jahr.

Kleiner Wohnraum – gute Emissionsbilanz

Neben mehr pflanzenbasierter Ernährung oder dem Umstieg vom Auto auf andere Verkehrsmittel, sind das Wohnen auf kleinerem Raum und weniger (oder kein) Fliegen große Hebel, die jeder und jede von uns betätigen kann. Es wird geschätzt, dass bei Beachtung der Big Points es möglich ist, den persönlichenCO2e-Fußabdruck um bis zur Hälfte zur reduzieren. Auch unter den zahlreichen Apps, die ein klimafreundlicheres Leben erleichtern, ist es schwer sich zu entscheiden, welche man nutzen möchte. Hier kann ein besonderes Augenmerk auf diejenigen gelegt werden, die sich mit einem der Big Points auseinandersetzen. Die App Ein guter Tag hat 100 Punkte zum Beispiel vergibt verschiedene Punktemengen für wirksame oder weniger wirksame Tätigkeiten. Man kann und muss nicht alles richtig machen – aber man sollte wissen, was welche Auswirkung hat.

Hintergrund #2: Da unser Verhalten sich ständig ändert und die Berechnung und Schätzungen teilweise aufwändig sind, variieren Zahlen zum Einsparpotential der Treibhausgas-Emissionen in verschiedenen Studien teilweise deutlich. Die vorgestellten Maßnahmen haben jedoch in allen Studien gemeinsam, dass sie große und wichtige Hebel für den Umweltschutz sind.

 

 

Postkarte | IPU (ipu-ev.de), © Sebastian Neubert / IPU e.V">

 

Zusammenfassung: Das sind die Big Points für den Klimaschutz

  • Reisen:
    • Flugfrei Leben
  • Mobilität:
    • Gut: Nutzung eines sparsamen Autos (unter 5 Liter pro 100 Kilometer)
    • Besser: Autofrei unterwegs sein
  • Wohnen:
    • Gut: Wohnen auf möglichst wenig Quadratmetern pro Person 
    • Besser:  Mit einer Wärmepumpe heizen, bedarfsgerecht wohnen und gut gedämmten Wohnraum nutzen 
  • Ernährung:
    • Gut: 1 bis 2 Portionen Fleisch pro Woche
    • Besser: Vegetarische Ernährung
    • Optimal: Pflanzenbasierte Ernährung

Allerdings gibt es auch bei dem Konzept der Big Points eine Einschränkung. Die Bewertung der Auswirkungen bezieht sich lediglich auf die Klimabilanz. Für eine nachhaltige Lebensweise sind hingegen auch weitere Aspekte zu berücksichtigen, wie zum Beispiel die Möglichkeit zum Recyceln der Produktbestandteile oder soziale Aspekte bei der Produktion. Deshalb stellen die Big Points „lediglich“ bei der Einschätzung des Klimaschutzes, nicht aber der Nachhaltigkeit eines Produkts oder Verhaltens eine Rolle.

Testen Sie Ihre Klimakompetenz: Haben Sie nach Lektüre unseres Beitrags ein besseres Verständnis davon, was die wirklich wirksamen Big Points für den Klimaschutz sind – und welche Maßnahmen eher in die Kategorie "Peanuts" fallen? Im Browser-Spiel Rette Yuki! des Umweltbundesamts (UBA) können Sie Ihr neu erworbenes Wissen unterhaltsam auf die Probe stellen.

Quellen

  1. Kompetenzzentrum Nachhaltiger Konsum (2026): Mit Big Points den Fußabdruck halbieren – Daten, Annahmen und Quellen.
    https://nachhaltigerkonsum.info/sites/default/files/medien/dokumente/fussabdruck_halbieren_berechnungen_2026.pdf
  2. Kompetenzzentrum Nachhaltiger Konsum: Klimawaage – Annahmen, Berechnungen und Quellen.
    https://nachhaltigerkonsum.info/klimawaage-annahmen-berechnungen-quellen
  3. Umweltbundesamt (2026): Konsum und Umwelt: Zentrale Handlungsfelder.
    https://www.umweltbundesamt.de/themen/wirtschaft-konsum/konsum-umwelt-zentrale-handlungsfelder
  4. Umweltbundesamt: UBA-CO₂-Rechner.
    https://uba.co2-rechner.de/
  5. Statista: Verzichtsbereitschaft im Lebensstil für den Klimaschutz.
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1263625/umfrage/verzichtsbereitschaft-im-lebensstil-fuer-den-klimaschutz/
  6. Verbraucherzentrale: Ein guter Tag hat 100 Punkte.
    https://www.verbraucherzentrale.de/node/94409
  7. Umweltbundesamt: Rette Yuki! – Browser-Spiel zu den Big Points.
    https://denkwerkstatt-konsum.umweltbundesamt.de/mini-game-rette-yuki/index.html

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