Stinkwanzen in Haus und Wohnung: Was hilft wirklich?

Stand: 03. November 2026

Stinkwanzen im Haus sind lästig, aber harmlos. Die Verbraucherzentralen erklären, wie Sie Wanzen ohne Gift entfernen und einem Befall vorbeugen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Stinkwanzen sind harmlos: Sie stechen nicht, übertragen keine Krankheiten und beschädigen weder Möbel noch Vorräte.
  • Im Herbst suchen Stinkwanzen warme, geschützte Verstecke und gelangen über Fenster, Türen und Rollladenkästen ins Haus.
  • Fangen Sie einzelne Wanzen mit Glas und Papier ein und setzen Sie sie draußen aus. Zerdrücken Sie sie nicht, sonst riecht es stark.
  • Fliegengitter und abgedichtete Fugen halten Wanzen am zuverlässigsten fern.
  • Insektensprays sind unnötig und belasten Ihre Gesundheit, Haustiere und die Umwelt. 

Was sind Stinkwanzen?

Stinkwanzen ist der umgangssprachliche Name für Baumwanzen und verwandte Wanzenarten, die bei Gefahr ein übelriechendes Sekret absondern. In Deutschland gibt es knapp 1.000 Wanzenarten. Nur wenige davon kommen regelmäßig in Wohnungen vor.

Die Wanzen ernähren sich von Pflanzensäften. Im Sommer leben sie draußen an Bäumen, Sträuchern und Gemüsepflanzen. Wird es im Herbst kühler, suchen sie geschützte Orte zum Überwintern. Dazu gehören auch Hausfassaden, Dachböden und Wohnräume.

Verwechslungsgefahr mit Bettwanzen

Bettwanzen sind deutlich kleiner (etwa 5 mm), flach, rotbraun und können nicht fliegen. Sie verstecken sich in Matratzen, Bettritzen und hinter Fußleisten und stechen Menschen nachts. Zur Entfernung von Bettwanzen brauchen Sie in der Regel einen Fachbetrieb.

Welche Stinkwanzen kommen in Wohnungen vor?

Drei Arten fallen in Wohnungen am häufigsten auf. Für Menschen sind alle harmlos.

ArtGrößeErkennungsmerkmaleHerkunft
Grüne Stinkwanze12 bis 14 mmim Sommer grün, im Herbst braunheimisch
Marmorierte Baumwanze12 bis 17 mmbraun marmoriert, helle Ringe an den Fühlern, kein Dorn am Bauchaus Ostasien, seit 2011 zunehmend in Deutschland, schädigt Obst und Gemüse
Graue Feldwanze14 bis 16 mmgrau-braun gesprenkelt, Dorn an der Bauchunterseiteheimisch

Sind Stinkwanzen gefährlich?

Nein. Stinkwanzen gelten für Menschen als harmlos. Die in Wohnungen häufig auftretenden Arten stechen Menschen nicht gezielt, übertragen keine Krankheiten und richten in der Wohnung keine Schäden an. Sie fressen weder Lebensmittel noch Textilien.

Lästig ist vor allem der Geruch. Fühlt sich eine Wanze bedroht, gibt sie ein Sekret ab, das stark und lange riecht. Kommen Sie mit dem Sekret in Berührung, waschen Sie Ihre Hände gründlich mit Wasser und Seife.

Eine Wanze im Wohnzimmer vermehrt sich im Winter nicht, sie führt also nicht zu einer Plage. Sie fällt stattdessen in eine Winterruhe. Die Paarung und Eiablage findet ausschließlich im Frühjahr und Sommer draußen an Pflanzen statt. 

Warum kommen Stinkwanzen im Herbst ins Haus?

Stinkwanzen suchen ab September warme, trockene und geschützte Verstecke. Sonnige Hauswände ziehen sie besonders an. Von dort krabbeln oder fliegen sie durch kleinste Öffnungen ins Haus.

Typische Einschlupfwege sind:

  • gekippte oder offene Fenster und Türen
  • Rollladenkästen und Gurtdurchführungen
  • Ritzen an Fensterrahmen, Türzargen und Fassaden
  • Lüftungsöffnungen und Kabeldurchführungen
  • Wäsche, die draußen zum Trocknen hing

An warmen Tagen im Winter oder im Frühjahr werden die Tiere wieder aktiv. Dann tauchen sie oft plötzlich an Fenstern auf, weil sie ins Freie wollen.

Wie werde ich Stinkwanzen in der Wohnung los?

Einzelne Stinkwanzen entfernen Sie am besten von Hand (und ohne Gift!). So gehen Sie vor:

  1. Glas und Papier bereithalten: Stülpen Sie ein Glas über die Wanze und schieben Sie ein festes Blatt Papier oder eine Postkarte darunter.
  2. Ruhig bleiben: Bewegen Sie sich langsam. Je weniger sich die Wanze bedroht fühlt, desto seltener sondert sie ihr stinkendes Sekret ab.
  3. Draußen aussetzen: Lassen Sie die Wanze im Garten, auf dem Balkon oder an einer Hecke frei, möglichst nicht direkt an der Hauswand.
  4. Fenster schließen: Schließen Sie das Fenster gleich danach wieder, damit die Wanze nicht zurückkommt.

Viele Wanzen auf einmal können Sie absaugen. Wichtig dabei: Ziehen Sie zuerst einen dünnen Nylonstrumpf über das Saugrohr und fixieren Sie ihn mit einem Gummiband. Die Wanzen landen im Strumpf, und der Staubsauger nimmt keinen Geruch an. Den Strumpf leeren Sie dann draußen aus.

Beachten Sie: Zerdrücken Sie Stinkwanzen nicht und saugen Sie sie nicht ohne Schutz in den Staubsaugerbeutel. Der Geruch kann sich sonst lange in Raum und Gerät halten.

Riecht es nach einer Wanze, lüften Sie gründlich. Flecken auf Gardinen oder Flächen entfernen Sie mit warmem Wasser und Spülmittel. Mehr dazu, welche wenigen Reinigungsmittel im Haushalt reichen, lesen Sie in unserem Artikel Umweltfreundliche Putzmittel: Vier Mittel reichen für den Hausputz.

Wie kann ich Stinkwanzen vorbeugen?

Am zuverlässigsten halten Sie Stinkwanzen fern, wenn Sie ihnen den Weg ins Haus versperren. Die beste Zeit dafür ist der Spätsommer, bevor die Tiere – meist ab September – ein Winterquartier suchen.

So halten Sie Stinkwanzen draußen:

  • Bringen Sie Fliegengitter an Fenstern und Balkontüren an, vor allem an den Seiten, die in der Sonne liegen.
  • Prüfen Sie Rollladenkästen und dichten Sie Spalten z.B. mit Dichtband ab.
  • Schließen Sie Ritzen an Fensterrahmen und Türzargen mit geeigneter Dichtungsmasse.
  • Lassen Sie Fenster an warmen Herbstnachmittagen nicht dauerhaft gekippt. Lüften Sie lieber kurz und kräftig.
  • Schütteln Sie Wäsche, die draußen getrocknet ist, vor dem Hereinholen aus.
  • Kontrollieren Sie Brennholz, Gartenmöbel und Pflanzenkübel, bevor Sie sie ins Haus oder in den Keller bringen.

Undichte Fenster und Fugen sind oft auch ein Thema für Energie und Feuchteschutz. Unsere „Checkliste: Was Sie in Haus & Wohnung regelmäßig prüfen sollten“ hilft Ihnen, solche Stellen im Blick zu behalten.

Tipp für Mietende!

Fliegengitter zum Klemmen oder Kleben lassen sich meist ohne Bohren anbringen und rückstandsfrei wieder entfernen. Größere Eingriffe wie Dichtungsarbeiten an Rollladenkästen sprechen Sie vorher mit Ihrer Vermieterin oder Ihrem Vermieter ab.

Helfen Hausmittel gegen Stinkwanzen?

Für Hausmittel gegen Stinkwanzen gibt es keinen verlässlichen Wirknachweis. Im Internet kursieren vor allem Sprays aus Essig, Wasser und Spülmittel sowie ätherische Öle wie Minze, Lavendel oder Zitrone.

Diese Mittel können einzelne Tiere kurzfristig vertreiben. Einen dichten Fensterrahmen oder ein Fliegengitter ersetzen sie nicht. Ätherische Öle können außerdem Haut und Atemwege reizen. Für Katzen und andere Haustiere sind manche Öle bedenklich. Setzen Sie sie deshalb sparsam ein, wenn überhaupt.

Verzichten Sie auf Klebefallen!

Wanzen, die darin verenden, können besonders viel Geruch abgeben. Außerdem bleiben andere Insekten und Nützlinge daran hängen.

Sollte ich Insektenspray gegen Stinkwanzen verwenden?

Nein, Insektensprays sind gegen Stinkwanzen weder nötig noch sinnvoll. Die Tiere sind harmlos und vermehren sich in der Wohnung nicht. Ein Spray verteilt dagegen Gift in Ihrer Raumluft, auf Möbeln und im Hausstaub.

Viele Insektensprays enthalten Pyrethroide. Diese Wirkstoffe können möglicherweise auf das Hormon- und Nervensystem wirken. Für Katzen können sie tödlich sein. Auch Kinder, Schwangere und Menschen mit Atemwegserkrankungen sollten nicht mit solchen Mitteln in Berührung kommen.

Beratungspflicht beim Kauf: Seit dem 1. Januar 2025 dürfen Geschäfte und Online-Händler Insektizide nicht mehr zur Selbstbedienung anbieten. Vor dem Kauf muss eine sachkundige Person Sie beraten. Fragen Sie dabei ausdrücklich nach ungiftigen Alternativen. Ausgenommen von der Pflicht sind sogenannte Abwehrmittel (Repellentien). 

FAQ: Fragen und Antworten zu Stinkwanzen in der Wohnung

Warum riechen Stinkwanzen so stark? 

Sie besitzen Stinkdrüsen. Das Sekret schreckt Fressfeinde wie Vögel ab und warnt andere Wanzen vor Gefahr.

Wie lange bleiben Stinkwanzen in der Wohnung? 

Meist von Herbst bis zum Frühjahr. Sobald es draußen dauerhaft wärmer wird, wollen die Tiere ins Freie und sammeln sich an Fenstern.

Können Stinkwanzen fliegen?

Ja. Erwachsene Stinkwanzen fliegen gut. Deshalb gelangen sie auch in höher gelegene Wohnungen.

Sind Stinkwanzen für Haustiere gefährlich?

Stinkwanzen sind nicht giftig. Fressen Hund oder Katze eine Wanze, kann der Geschmack sie aber abstoßen. Gefährlicher für Haustiere sind Insektensprays und manche ätherische Öle.

Bedeutet eine Stinkwanze in der Wohnung, dass sie unsauber ist?

Nein. Stinkwanzen suchen Wärme und Schutz. Mit Sauberkeit hat ihr Auftauchen nichts zu tun.

Kann ich Stinkwanzen einfach in der Wohnung lassen? 

Ja, das ist möglich. Sie schaden nicht. Wer den Geruch vermeiden möchte, setzt sie aber besser vorsichtig nach draußen.

Dieser Inhalt wurde von der Gemeinschaftsredaktion in Zusammenarbeit mit den Verbraucherzentralen Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen für das Netzwerk der Verbraucherzentralen in Deutschland erstellt.

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