Lithiumorotat
Welche Wirkung hat dieses Nahrungsergänzungsmittel und weshalb ist es in Deutschland so schwer und teuer zu bekommen?
Frage
Welche Wirkung hat dieses Nahrungsergänzungsmittel und weshalb ist es in Deutschland so schwer und teuer zu bekommen?
Antwort
Lithium gehört zu den Leichtmetallen und ist nicht als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen, deshalb wird es auch nicht den Lebensmitteln zugeordnet. Nahrungsergänzungsmittel mit Lithium dürfen weder in Deutschland, noch in einem anderen Mitgliedsstaat der Europäischen Union verkauft werden. Im Anhang II der Nahrungsergänzungsmittel-Richtlinie sind alle erlaubten Vitamin- und Mineralstoffverbindungen aufgeführt. Das Spurenelement Lithium gehört nicht dazu.
Der Verkauf als Nahrungsergänzungsmittel ist eine Straftat und zeugt nicht von der Seriosität eines Händlers. Bei einer Überdosierung von Lithium kann es zu einer Vergiftung kommen. Lithium-Vergiftungen beeinträchtigen vor allem die Funktion des Gehirns und der Nieren. Von der eigenständigen Einnahme von Lithium raten die Verbraucherzentralen daher ab.
Lithium kommt in der Natur in Form von wasserlöslichen Salzen vor und gelangt über das Wasser in sehr geringen Konzentrationen in unsere Nahrungsmittel wie Getreide, Gemüse und Hülsenfrüchte und somit auch in unseren Körper. Die Aufnahmemenge ist von der Ernährung und dem Lithiumgehalt des Grundwassers abhängig.
Derzeit wird Lithium als nicht essentielles Spurenelement betrachtet, das bedeutet, dass die Aufnahme mit der Nahrung nicht als lebensnotwendig ist. Daher hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) auch keinen Referenzwert für die tägliche Aufnahme von Lithium herausgegeben. Die Aufnahmemenge ist von der Ernährung und dem Lithiumgehalt des Grundwassers abhängig.
Lithiumverbindungen werden als Arzneimittel beispielsweise zur Behandlung von Depressionen eingesetzt. Die Einnahme sollte immer mit der Ärztin oder dem Arzt abgesprochen werden, da bei Lithium die Spanne zwischen wirksamer Dosierung und Überdosierung relativ schmal ist. Bei langjähriger Therapie sind zum Beispiel Schädigungen der Nieren sowie der Schild- und Nebenschilddrüsen möglich.
Manche fordern, Lithium als Nahrungsergänzungsmittel freizugeben, weil sie überzeugt sind, geringe Mengen an Lithium würden vor Demenz schützen. Das ist zwar Gegenstand von Studien, bislang jedoch wissenschaftlich nicht belegt.
Das Alzheimer Qualitätshandbuch fasst die Maßnahmen zur Erhaltung der Gehirngesundheit zusammen. Dazu gehören zum Beispiel Bewegung im Alltag und Sport, Behandlung von Adipositas, nicht Rauchen und keinen übermäßigen Alkohol zu konsumieren sowie andere.
Quellen:
Richtlinie 2002/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 10. Juni 2002 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Nahrungsergänzungsmittel, Fassung vom 26.11.2025
Niedrig dosiertes Lithium gegen Demenz? arzneitelegramm 57 (2): 12-13, 2026
Meixner J (2026): Lithium gegen Demenz: Viel Lärm um nichts? Medizin transparent, Stand: 30.07.2026









