Taschenkontrollen im Supermarkt: Das müssen Sie akzeptieren, das nicht

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Nur, wenn Kund:innen auf frischer Tat ertappt werden, müssen sie ihre Taschen öffnen. Willkürliche Taschenkontrollen müssen Sie indes nicht hinnehmen.
geöffnete Handtasche mit Portemonnaie, Stift und Brille

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ohne einen konkreten Verdacht ist eine Taschenkontrolle im Supermarkt unzulässig.
  • Verweigern Sie eine unbefugte Taschenkontrolle, ist dies kein Grund für ein Hausverbot.
  • Ein Dieb, der auf frischer Tat ertappt wird, darf kontrolliert werden. Ihm kann zudem ein Hausverbot erteilt werden.
  • Ein Händler kann verlangen, dass Sie am Eingang Ihre größeren Taschen abgeben, wenn diese bewacht werden oder in einem Schließfach gesichert werden können.
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Ladendiebstahl ist kein Kavaliersdelikt. Gestohlene Waren Der grassierende Warenklau bescheren Händler:innen jährlich hohe Umsatzverluste. Deshalb greifen sie gelegentlich zu drastischen Methoden, um Langfingern das Handwerk zu legen. Wie etwa willkürliche Taschenkontrollen: Sie können Diebe überführen, aber auch leicht unbescholtene Bürger:innen ins Visier nehmen. Folgende Rechte haben Kund:innen und Händler:innen.

Taschenkontrollen sind verboten

Ein Blick in die Tasche, ohne dass ein konkreter Verdacht eines Diebstahls vorliegt, ist ein unzu­lässiger Eingriff in das Persönlichkeitsrecht. Kund:innen brauchen einer solchen Aufforderung nicht nachzukommen, auch dann nicht, wenn ein Hinweisschild im Geschäft auf die Durchführung von Taschen­kontrollen verweist. Wer an der Kasse oder am Ausgang aufgefor­dert wird, seine Tasche zu öffnen, sollte auf das Verbot hinweisen. Wenn das Personal dennoch darauf besteht, sollten Kund:innen die Kontrolle zulassen und sich hinterher bei der Geschäftsführung beschweren.

Ausnahmen von der Regel

Eine Tascheninspektion ist nur erlaubt, wenn ein Dieb tatsächlich auf frischer Tat ertappt wird und deswegen ein sogenannter Tatverdacht vorliegt. Das setzt grundsätzlich voraus, dass er dabei beobachtet wurde, wie er etwas in seiner Tasche verschwinden ließ. Wenn ein solcher Tatverdacht vorliegt, dürfen Hausdetektive oder Laden­personal Personalien aufnehmen. Die verdächtige Person kann zwar bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten, darf aber ausschließlich von den Polizeibeamt:innen durchsucht werden.

Eingeschränktes Hausrecht der Händler

Geschäftsinhaber kön­nen von Kund:innen verlangen, dass sie beim Betreten ihre Tasche abgeben. Das ist aber nur zulässig, wenn Einkaufsta­schen bewacht oder in einem Schließfach unter­gebracht werden können. Kleine Handtaschen, in denen sich persönli­che Wertgegenstände befinden, dürfen Sie bei sich behalten.

Hausverbot nur in bestimmten Fällen

Wollen Kund:innen sich nicht in die Tasche schauen lassen, ist dies kein Grund, um ihnen ein Hausverbot zu erteilen. Anderes gilt bei überführten Ladendieben: Gegen sie kann ein Geschäftsinhaber ein Hausverbot in sämtlichen Filialen verhängen. Missachtet der Betreffende dieses Verbot, macht er sich des Hausfriedensbruchs strafbar.

Ungerechtfertigte Behandlung

Werden Kund:innen gegen ihren Wil­len und zu Unrecht festgehalten, verstoßen Geschäftsinhaber und Angestellte gegen geltendes Recht. Betroffene können in solchen Fällen bei der Polizei Strafanzeige erstatten.

Dieser Inhalt wurde von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen für das Netzwerk der Verbraucherzentralen in Deutschland erstellt.

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