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Papier, Karton und Pappe

Stand:
Karton mit Stroh gefüllt
Off

Papier, Karton und Pappe gehören zu den am häufigsten verwendeten Verpackungsmaterialien. Sie werden frisch aus Cellulosefasern des Rohstoffes Holz und zunehmend aus recycelten Papier oder Karton hergestellt.

Vorteile:

Bei Papier, Karton und Pappe handelt es sich um sehr preiswertes Verpackungsmaterial, es eignet sich aber nur für trockene Füllgüter wie Mehl oder Nudeln. Kartonagen für nicht-trockene und fetthaltige Lebensmittel, wie zum Beispiel Pizza- oder Milchkartons, sog. Verbundkarton, werden mit einer zusätzlichen Innenbeschichtung versehen, zum Beispiel mit Polyolefinen, Fluortelomeren oder Aluminium.

Sowohl aus Umwelt- als auch aus Kostengründen wird Papier heute zu über 70 Prozent recycelt. 90 Prozent aller Kartonagen werden unter Zusatz von Altpapier produziert, auch viele Kartons für Lebensmittelverpackungen bestehen aus Recyclingpapier.

Nachteile:

Papier, Karton und Pappe bilden unbeschichtet keine Barriere gegenüber Feuchtigkeit oder Sauerstoff.

Recycelte Kartonagen enthalten zudem meist unerwünschte Stoffe, die unter anderem aus Druckfarben des Zeitungsdrucks, Klebstoffen oder Produktionshilfsmitteln in den Papierkreislauf gelangen. Über 250 potentiell migrierende Substanzen wurden in Recyclingkartons nachgewiesen. Lebensmittel in Recycling-Kartons waren bei einem Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft am Ende ihres Mindesthaltbarkeitsdatums deutlich mit Mineralölkohlenwasserstoffen, Weichmachern und Druckfarbenbestandteilen belastet.

Die Einführung einer Kunststoffbarriere als Innenverpackung oder die Beschichtung der Kartons gelten als Möglichkeit, die Migration auf ein unbedenkliches Maß zu reduzieren und sind in der Praxis vielfach schon anzutreffen.  Der Entwurf der sogenannten Mineralölverordnung sieht Regelungen für den Übergang von Mineralöl aus Lebensmittelverpackungen, die unter Verwendung von Recycling-Papier hergestellt wurden, auf Lebensmittel vor. Verbraucherinnen und Verbraucher sollen dadurch besser vor gesundheitlich nachteiligen Wirkungen dieser Stoffe geschützt werden. Als Verbraucherzentralen kritisieren wir insbesondere, dass die geplante Verordnung die Umkartons nicht einschließt und seit 2011 nicht über das Entwurfsstadion hinausgekommen ist.

Lebensmittelverpackungen werden zu Informations- und Werbezwecken umfangreich bedruckt. Untersuchungen haben gezeigt, dass Druckfarben gesundheitsgefährdende Substanzen enthalten, die z.T. krebserzeugende und erbgutschädigende Eigenschaften aufweisen.  Zum Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher vor möglichen Gesundheitsgefahren im Verkehr mit bedruckten Lebensmittelbedarfsgegenständen hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft daher einen Verordnungsentwurf auf den Weg gebracht, der u.a. eine Positivliste der Stoffe vorsieht, die bei einer solchen Bedruckung verwendet werden dürfen: die so genannte Druckfarbenverordnung. Der aktuelle Entwurf ist inzwischen bei der EU-Kommission notifiziert worden.

 

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