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Gesundes Trinkwasser

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Leitungswasser ist der Ideale Durstlöscher. Es ist in Deutschland überall von sehr guter Qualität. Sofern keine Bleileitungen im Haus sind, können Sie es problemlos trinken.
  • Die zusätzliche Aufbereitung im Haushalt mit Tischwasserfiltern oder Untertischgeräten ist überflüssig. Bei falschem Gebrauch kann sie sogar die Wasserqualität verschlechtern.
  • Leitungswasser ist circa 100 mal preiswerter als Mineralwasser aus Flaschen und wird direkt frei Haus geliefert.
  • Eine Liste mit Laboren für Untersuchungen des Trinkwassers in NRW finden sie hier. Wenn sie nicht sicher sind ob eine Untersuchung nötig ist, berät sie unsere Umweltberatung.
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Wasserfilterpatrone
Foto: cmannphoto / iStockphoto.com

Trinkwasser ist das Lebensmittel Nummer 1. Damit Menschen unbedenklich Wasser aus der Leitung trinken können, muss es frei von Schadstoffen und Krankheitserregern sein. Daher werden Grund-, Talsperren- oder Flusswasser durch verschiedene Aufbereitungsverfahren im Wasserwerk erst zu Trinkwasser gemacht. Wo Flüsse an Städten vorbeifließen, gelangen auch Haushaltschemikalien und Medikamente ins Wasser.

Aber deswegen ist das aus Flüssen gewonnene Trinkwasser nicht unbedingt schlechter. Denn die Qualität von Leitungswasser ist durch die Trinkwasserverordnung vorgegeben. Die Gesundheitsämter sorgen schließlich dafür, dass die Grenzwerte eingehalten werden. Auch Stoffe ohne eigene Grenzwerte dürfen nicht in beliebiger Menge enthalten sein. Für sie gibt es den "Gesundheitlichen Orientierungswert" (GOW) von 0,1 Mikrogramm pro Liter Wasser.

Das Umweltbundesamt hat nach einer Auswertung aller behördlichen Trinkwasseranalysen zwischen 2014 und 2016 festgestellt: Das Trinkwasser in Deutschland ist flächendeckend von sehr guter Qualität.

Ist Leitungswasser ein guter Durstlöscher?

Leitungswasser ist ein idealer, kalorienfreier Durstlöscher! Trinkwasser ist ein wertvolles Lebensmittel und kann den Flüssigkeitsbedarf hervorragend decken. Aus der Leitung ist das Wasser dabei circa 100 mal preiswerter als gekauftes Mineralwasser und genau so empfehlenswert. Wer auf diese Weise die Herstellung und den Transport von Mineralwasserflaschen vermeidet, entlastet außerdem die Umwelt und schont das Klima.

Trinken Sie genug? Machen Sie den Check im Ratgeber "Gewicht im Griff" - denn wer genügend trinkt, steigert sein Wohlbefinden, beugt Kopfschmerzen und Konzentrationsschwächen vor. Der Ratgeber zeigt mit 10 einfachen Ansätzen, wie sich Wohlbefinden, Gewicht und Gesundheit positiv beeinflussen lassen.

Können Pestizide im Trinkwasser landen?

Bei Trinkwasser aus öffentlichen Leitungen müssen die Vorgaben der Trinkwasserverordnung eingehalten werden. Und danach haben Pflanzenschutzmittel im Trinkwasser nichts zu suchen. Werden die Grenzwerte dennoch mal überschritten, müssen die Wasserversorger dies umgehend dem Gesundheitsamt melden. Die Ämter prüfen dann zunächst, ob die Gesundheit gefährdet ist und entscheiden, was zu unternehmen ist. Die Bevölkerung muss davon in jedem Fall unterrichtet werden.

Verbraucher können ihr Trinkwasser selbst schützen, indem sie Pestizide im Garten nur ausnahmsweise nutzen. Auf asphaltierten oder auch gepflasterten Wegen am Haus ist die Verwendung von Pestiziden sogar verboten, weil die unerwünschten Stoffe von dort über die Abflüsse leicht ins Abwasser gelangen. Übrigens: Auch abgefüllte Wässer aus dem Supermarkt sind nicht immer frei von Pestizidabbauprodukten, wie eine Untersuchung des Magazins Stiftung Warentest 2017 ergeben hat.

Sind Medikamentenreste im Trinkwasser vorhanden?

Rückstände von Medikamenten können zum Beispiel durch den menschlichen Urin oder unsachgemäße Entsorgung über die Toilette im Ab- und Flusswasser landen. Richtig entsorgt man alte Medikamente über die Restmülltonne oder - sofern möglich - in Apotheken. Nicht alle Rückstände von Medikamenten können in den Wasserwerken entfernt werden. Die vorgeschriebenen Grenzwerte werden aber eingehalten und in der Regel deutlich unterschritten. Auch durch die Massentierhaltung gelangen erhebliche Mengen von Medikamenten in die Umwelt. Weniger Fleisch zu essen oder auf Biofleisch umzusteigen, ist also auch aktiver Trinkwasserschutz.

Die Umweltbilanz von Trinkwasser

Anders als bei vielen anderen Lebensmitteln wirken sich die Transportaufwendungen bei Mineralwasser - aber auch Erfrischungsgetränken - deutlich stärker als Gewinnung und Verpackung aus. Allein im Jahr 2016 sind rund eine Milliarde Liter Mineralwasser nach Deutschland importiert worden. Diese Flaschen benötigen in der Regel überdurchschnittlich lange Transportwege. Daher ist die Klimabelastung durch Mineralwasser in Deutschland im Durchschnitt 600 mal höher als bei Leitungswasser. So entstehen beispielsweise in Berlin 105.000 Tonnen CO2 durch Mineralwasserkonsum. Würde dort nur Leitungswasser getrunken, wären dies nur noch 175 Tonnen CO2.

Ist Wasser, das mit Sauerstoff angereichert ist, gesünder?

Sauerstoffwasser-Bereiter sollen Wasser mit viel Sauerstoff anreichern. Dieses "Trendwasser" wird häufig von Heilpraktikern empfohlen und soll leistungssteigernd wirken. Schulmediziner sehen die Wirkung allerdings skeptisch, da eine Sättigung des Blutes mit Sauerstoff ausschließlich über die Lunge erfolgt.

Worauf soll man beim Umgang mit Wassersprudlern achten?

Viele Wassertrinker peppen ihr Leitungswasser in Wassersprudlern mit Kohlensäure auf, statt "Prickelwasser" in Flaschen zu kaufen. Hier ein paar Tipps zum Gebrauch:

  • Verwenden Sie für die Zubereitung von Sodagetränken immer frisches Wasser!
  • Benutzen Sie absolut saubere Flaschen!
  • Mit dem Sprudler aufbereitete Getränke immer im Kühlschrank aufbewahren! Das vermindert die Verkeimungsgefahr.
  • Sirup erst im Glas dazu geben -– nie direkt in die Flasche!

Eignet sich Leitungswasser auch für die Babyernährung?

Für die Zubereitung von Babynahrung sollte Leitungswasser immer so lange ablaufen, bis es frisch und kalt aus der Leitung kommt. Eine Verunreinigung des Wassers, zum Beispiel durch Bakterien, die am Wasserhahn haften können, ist nicht ganz auszuschließen. Wer dies vermeiden möchte, kann in den ersten Lebenswochen oder -monaten das Wasser zur Milchzubereitung abkochen und anschließend auf 30 bis 40°C abkühlen lassen.

Bei neuen Kupferrohren ist jedoch besondere Vorsicht geboten. Sie geben circa ein halbes Jahr lang erhöhte Mengen des Metalls an das Wasser ab, die für Säuglinge gesundheitsschädlich sein können. Auch Wasser aus Hausbrunnen, das saurer sein kann als das Wasser aus dem Wasserwerk (pH-Wert <6,8) und das durch Kupferleitungen fließt, kann erhöhte Gehalte des Metalls aufweisen. Dazu sollten Sie sich auf jeden Fall Rat bei Ihrem örtlichen Gesundheitsamt einholen.

Fließt das Wasser im Haus durch Bleirohre, ist unbedingt darauf zu achten, dass der Grenzwert der EU-Trinkwasserrichtlinie von 0,01 Milligramm pro Liter eingehalten wird. Liegt der Wert darüber, müssen die Bleileitungen ausgetauscht werden. Hierfür ist der Hausbesitzer verantwortlich. Wer zur Miete wohnt, muss sich daher an den Vermieter wenden. Eine Wasseranalyse, zum Beispiel des chemischen Untersuchungsamtes, sorgt für Gewissheit. Gesenkt werden kann die Belastung mit Blei auch dadurch, dass man das Wasser drei bis fünf Minuten ablaufen lässt.