Eignet sich Leitungswasser für Babys?

Stand:
Für die Zubereitung von Babynahrung ist Leitungswasser gut geeignet. Sind die Kupferrohre im Haus jedoch neuer als sechs Monate, so ist Vorsicht geboten!
Baby mit Milchflasche

Das Wichtigste in Kürze:

  • Leitungswasser eignet sich grundsätzlich gut für die Zubereitung von Babynahrung sowie als Getränk für Babys.
  • Bei neu verlegten Kupferrohren, alten Bleirohren sowie Hausbrunnen, sollten Sie noch einmal genauer hinschauen.
Off

Eignet sich Leitungswasser für Babys?

Ja, Leitungswasser ist in Deutschland überall von guter bis sehr guter Qualität und kann daher auch für die Zubereitung von Säuglingsmilch verwendet werden. Es ist außerdem, nach Einführung der Beikost, als Getränk für Kinder gut geeignet.

Mehr zu Trinkwasser für Babys können Sie hier nachlesen

6 Tipps zu Leitungswasser für Babys: Was ist zu beachten?

  1. Das Leitungswasser sollte in beiden Fällen immer so lange ablaufen, bis es frisch und kalt aus der Leitung kommt.
     
  2. Eine Verunreinigung des Wassers, zum Beispiel durch Bakterien, die am Wasserhahn haften können, ist nie ganz auszuschließen. Wer dies vermeiden möchte, kann in den ersten Lebenswochen das Wasser zur Milchzubereitung abkochen und anschließend auf 30 bis 40°C abkühlen lassen.
     
  3. Wasserfilter sollten besser nicht verwendet werden, da diese eher zu Verunreinigungen, z. B. mit Keimen, beitragen.
     
  4. Bei neuen Kupferrohren ist besondere Vorsicht geboten. Sie geben etwa ein halbes Jahr lang erhöhte Mengen des Metalls an das Wasser ab, die für Säuglinge gesundheitsschädlich sein können.
    Nach einem halben Jahr Nutzung bildet sich in den Kupferrohren eine hinreichend dicke Oxidschicht, die einen Übergang größerer Kupfermengen an das Wasser verhindert.
     
  5. Auch Wasser aus Hausbrunnen, das saurer sein kann als das Wasser aus dem Wasserwerk (pH-Wert <6,8), kann erhöhte Gehalte des Metalls oder auch erhöhte Nitratwerte aufweisen. Dazu sollten Sie sich auf jeden Fall Rat bei Ihrem örtlichen Gesundheitsamt einholen.
    Trinkwasser aus Hausbrunnen sollten Sie für die Zubereitung von Babynahrung generell nur benutzen, wenn die einwandfreie Qualität des Wassers bestätigt wurde.
     
  6. In älteren Gebäuden, die vor 1973 errichtet wurden, sind vereinzelt immer noch Bleirohre verlegt. Wasser, dass durch Bleileitungen geleitet wurde, darf grundsätzlich nicht für die Zubereitung von Babynahrung verwendet werden.
     
Ist das Wasser aus Ihrer Leitung aus einem der genannten Gründe nicht für Babys geeignet, sollte abgepacktes, stilles Wasser verwendet werden, das mit dem Hinweis „geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“ gekennzeichnet ist.

 

Sollte ich mein Leitungswasser untersuchen lassen?

Eine private Untersuchung des Trinkwassers ist – außer bei Hausbrunnen – nicht notwendig, da die lokalen Wasserversorger verpflichtet sind, Ihnen Informationen zum Trinkwasser zur Verfügung zu stellen.

Wenn Sie Ihr Trinkwasser trotzdem untersuchen lassen möchten, finden Sie auf der Internetseite des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW eine Liste der Labore, die seriöse Untersuchungen des Trinkwassers vornehmen - auch in anderen Bundesländern. Allerdings bieten nicht alle aufgelisteten Labore auch Analysen für Endverbraucher:innen an.

Informieren Sie sich daher am besten telefonisch vorab. Auch ein Preisvergleich ist sinnvoll.

Ratgeber-Tipps

Schwangerschaft und Geburt
Während einer Schwangerschaft stellen sich viele Fragen – häufig ausgelöst durch unnötige Vorsorgeuntersuchungen,…
Plastikmüll im Meer

Einwegplastik-Verbot in der EU: Das sind die Alternativen

Eine neue Verordnung hat im Juli 2021 mit einer Reihe von Einwegkunststoff-Produkten Schluss gemacht – darunter Wattestäbchen, Plastikteller oder auch Styropor-Becher. Wir zeigen, um was es dabei genau geht und bewerten die praktischen Alternativen.
Essenreste auf einem Teller

Marktcheck: kleine Portionen in der Gastronomie noch nicht Standard

Wenn Restaurantgäste zwischen verschiedenen Portionsgrößen wählen oder übriggebliebenes Essen mitnehmen könnten, würden weniger Lebensmittel als bisher im Müll landen. Doch nur wenige Restaurants nutzen bisher ihre Möglichkeiten, wie der Marktcheck der Verbraucherzentralen zeigt.
Eine Frau sucht auf einer Streamingplattform nach einem Film.

Neue Gebühren bei Prime Video: vzbv plant Klage gegen Amazon

Änderungen bei Amazon Prime Video: Was Sie zu den neuen Werberichtlinien von Amazon Prime wissen sollten – und wie der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) für Ihre Rechte kämpft.