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Wenn der Urin plötzlich bunt wird

Stand:

Nahrungsergänzungsmittel können dazu führen, dass der Urin plötzlich eine ungewöhnliche Färbung hat. Was ist zu tun?

Das Wichtigste in Kürze:
Auf's Wissen kommt es an!

  • NEM können den Urin neon-gelb, orange, rot, lila, braun oder sogar grün verfärben
  • Verantwortlich können B-Vitamine, Vitamin D, Farbstoffe aus Pflanzen oder auch Lebensmittelfarbstoffe sein.
  • Meist ist die Verfärbung harmlos - wenn Sie zusätzlich aber ein leichtes Krankheitsgefühl oder Probleme beim Wasserlassen haben, dann sollten Sie zu Ihrem Arzt gehen.

 

Bunte Reagenzgläser
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Farbiger Urin – was tun?

Nahrungsergänzungsmittel (NEM) bzw. deren Inhaltsstoffe sind manchmal sehr intensiv in der Farbe. Werden diese Farbstoffe mit dem Urin ausgeschieden, kann das zu einer harmlosen Verfärbung des Urins führen. Dabei können nahezu alle Farben vertreten sein, neon-gelb, orange, rot, lila, braun oder sogar grün. Die Färbung kann sogar von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein, abhängig vom jeweiligen Stoffwechsel und dem pH-Wert des Urins. Bei manchen Menschen führt sogar das Essen von roter Bete zu einem pinkfarbenen Urin. Andere kennen den typischen Geruch des Urins nach einer Spargel-Mahlzeit.

  • Stellen Sie eine solche Verfärbung fest, nachdem Sie erstmals ein bestimmtes Nahrungsergänzungsmittel genommen haben, sollten Sie in die Packungsinformation schauen, ob dort eine solche Farbwirkung beschrieben ist. Dann hat alles seine Richtigkeit.
  • Ist das nicht der Fall, achten Sie auf weitere Symptome. Fühlen Sie sich wohl oder haben Sie ein leichtes Krankheitsgefühl oder Probleme beim Wasserlassen? Könnte es sich bei einer rötlichen Verfärbung um Blut handeln? Ist der Urin nicht richtig klar, sondern trüb? Dann gehen Sie sicherheitshalber zum Arzt. Das gilt auch bei anhaltend dunklem Urin.
  • Sagen Sie auf jeden Fall beim nächsten Arztbesuch Bescheid, dass Sie das Nahrungsergänzungsmittel XY nehmen und dass dieses Ihren Urin verfärben würde. Am besten bringen Sie die Packung direkt mit.

Welche Inhaltsstoffe können verantwortlich sein?

Wird überschüssiges Vitamin B2 vom Körper ausgeschieden kann der Urin intensiv gelb oder orange aussehen. Bei Vitamin B12 / Hydroxycobalamin wird eine Rotfärbung beschrieben. Das gilt vor allem, wenn große Mengen zur Behebung eines Mangels (z.B. bei Veganern) genommen werden. Insgesamt können hoch dosierte Vitamine des B-Komplex zu einer Leuchtend-Gelb-Färbung führen, die aber im Laufe des Tages wieder verschwindet.

Möglicherweise kann auch Vitamin D eine Gelbfärbung auslösen.

Tiefrote Früchte und Gemüse bzw. deren Extrakte sowie die dunkelrot-lila farbenen Anthocyane (z.B. in Maqui, Brombeeren oder Aronia aber auch das Betain (Rote Bete) können zu einer roten / rosa / rotbraunen Färbung führen.

Karottenextrakte oder Betacarotin, aber auch Spargelprodukte („Entwässerungsmittel“) können sich als orangefarbener bis hin zu blau-grünem Urin zeigen.

Auch Rharbarber (und andere Anthrachinon-haltige Pflanzen wie Aloe können Spuren hinterlassen, so dass der Urin rosa bis gelb-bräunlich wie Tee aussieht.

Nicht zuletzt können es auch Lebensmittelfarbstoffe sein, die sich nach einiger Zeit beim Wasserlassen bemerkbar machen. Dazu zählen besonders die blauen Vertreter wie Brillantblau FCF (E 133) oder Patentblau V (E 131). Ist der Urin sauer, färben sie diesen unter Umständen grünlich. – Ob diese verwendet wurden, können Sie im Zutatenverzeichnis nachlesen.

Ayurvedische Nahrungsergänzungsmittel und solche, die aus dem Bereich der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) kommen, und direkt aus Asien importiert bzw. aus dem Urlaub mitgebracht wurden, können auch in Europa für Lebensmittel nicht zugelassene Farbstoffe wie Methylenblau enthalten. Auch hier kann es zu Grünfärbungen kommen.

 

Quellen:


  • Orange, rot, purpur, braun etc. ungewöhnliche Urinfarbe durch Arzneimittel. arznei-telegramm 47 (12): 122, 2016
  • Farbiger Urin durch Lebensmittel. arznei-telegramm 48 (1): 14, 2017
  • Orange, rot, purpurn, braun. Wenn der Urin plötzlich eine ganz ungewöhnliche Farbe hat. Gute Pillen, schlechte Pillen (2): 17-18, 2017