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Verpackte Ware: Angaben bei bestimmten Lebensmitteln

Stand:

Für bestimmte Lebensmittel gibt es neben den vom Gesetz generell geforderten Hinweisen noch zusätzliche Pflichtangaben.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Hängt die Haltbarkeit bestimmter Lebensmittel von der Lagertemperatur ab, muss diese angegeben sein.
  • Bei unverarbeitetem Rindfleisch, Eiern, Fisch und den meisten frischen Obst- und Gemüsearten ist die Angabe des Ursprungslandes vorgeschrieben.
  • Setzt der Hersteller Lebensmittelimitate ein, muss der ersatzweise verwendeten Stoff in unmittelbarer Nähe des Produktnamens angeben sein. Die Schriftgröße der Kennzeichnung muss mindestens 75 % der Größe des Produktnamens betragen.
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Besondere Angaben zur Aufbewahrung oder Verwendung

Bei bestimmten Lebensmitteln sind besondere Aufbewahrungs- oder Verwendungsbedingungen erforderlich. Beispielsweise hängt die Haltbarkeit bei manchen Lebensmitteln, wie Milch, von der Lagertemperatur ab. Dies muss dann auf dem Etikett angegeben sein. (Beispiel Milch: "Bei 8 °C mindestens haltbar bis:).

Überprüfen Sie die Temperatur in Ihrem Kühlschrank! Das Mindesthaltbarkeitsdatum für zu kühlende Lebensmittel bezieht sich meist auf einen Bereich zwischen 6 und 8 Grad Celsius. Manche Produkte müssen allerdings kühler gelagert werden, wie etwa vorverpacktes Hackfleisch bei maximal 2 Grad Celsius.

Einfrierdatum

Für Fleisch und Fleischerzeugnisse sowie für unverarbeitete Fischereierzeugnisse ist das Einfrierdatum anzugeben mit den Worten "eingefroren am…". Wurde das Produkt mehr als einmal eingefroren, muss das Datum des ersten Einfrierens vermerkt sein.

Herkunftsangaben

Bei unverarbeitetem Rindfleisch, Eiern und den meisten frischen Obst- und Gemüsearten ist die Angabe des Ursprungslandes vorgeschrieben. Auch Fisch muss eine Herkunftsangabe tragen.
Etwas mehr Transparenz zur Herkunft gibt es seit April 2015 auch bei verpacktem frischem - einschließlich tiefgefrorenem - Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch. Verbraucher müssen auf dem Etikett zumindest Angaben zum Land der Aufzucht und der Schlachtung erhalten.

Botanische Herkunft bei pflanzlichen Ölen

Bei der Verwendung von pflanzlichen Ölen und Fetten muss ihre botanische Herkunft angegeben werden. In der Zutatenliste dann zum Beispiel " Palmöl" oder "Pflanzenfett (Kokos)" stehen.

Alkoholgehalt

Bei Getränken muss der Alkoholgehalt deklariert werden, wenn er über 1,2 Volumenprozent beträgt.
Die Angabe muss sich im selben Sichtfeld wie die Bezeichnung des Lebensmittels und die Füllmenge befinden.

Angaben zu Imitaten

Setzt der Hersteller Lebensmittelimitate wie zum Beispiel "Analogkäse" ein, muss er den ersatzweise verwendeten Stoff in unmittelbarer Nähe des Produktnamens angeben. Die Schriftgröße der Imitatkennzeichnung muss mindestens 75 % der Größe des Produktnamens betragen.
Die Verwendung von so genanntem "Klebefleisch" muss mit dem Hinweis "aus Fleischstücken zusammengefügt" deutlich kenntlich gemacht werden. Entsprechendes gilt für Fischereierzeugnisse.

Verwendet ein Hersteller keinen echten Käse auf seiner Fertigpizza, sondern ein Imitat, muss "Imitat" nicht wörtlich auf der Verpackung stehen. Stattdessen muss der ersatzweise verwendete Stoff angegeben werden; es kann dann etwa "Pizzabelag hergestellt aus Pflanzenfett" oder "Pizzabelag aus pflanzlichem Öl und Magermilch" heißen. Der Begriff "Käse" darf nur für echten Käse verwendet werden und bei Imitaten nicht auftauchen.
Verbraucher müssen sich bei den möglichen Ersatzbegriffen für "Analogkäse" oder "Schinkenimitat" genau auskennen, um nicht auf Imitate hereinzufallen.

Nanokennzeichnung

Bei Lebensmitteln, die Zutaten in Form von Nanomaterialien enthalten, müssen diese in der Zutatenliste gekennzeichnet werden. Hinter der Zutat muss in Klammern das Wort "Nano" stehen.

Warnhinweise

Beim Einsatz bestimmter Zutaten können Hinweise erforderlich sein, wenn dies zum Schutz der Gesundheit der Verbraucher und zur sicheren Verwendung notwendig ist:

  • Azo-Farbstoffe: Name des Farbstoffs, "kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinflussen."
  • Glycyrrhizinsäure oder deren Ammoniumsalze: Je nach Gehalt muss auf dem Etikett stehen "enthält Süßholz" oder "Enthält Süßholz – bei hohem Blutdruck sollte ein übermäßiger Verzehr dieses Erzeugnisses vermieden werden".
  • Mehrwertige Alkohole (über 10 % zugesetzt): "kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken"
  • Erhöhter Koffeingehalt: Für Erfrischungsgetränke, die pro Liter mehr als 150 Milligramm Koffein enthalten, ist der Hinweis "Erhöhter Koffeingehalt. Für Kinder und schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen" verpflichtend. Zudem muss der Gehalt an Koffein in Milligramm je 100 Milliliter aufgeführt werden. Das betrifft etwa Energy Drinks. Der Hinweis muss immer im selben Sichtfeld wie die Bezeichnung des Getränks zu sehen sein. Ausgenommen von diesen Bestimmungen sind alle Getränke auf der Basis von Kaffee und Tee sowie Kaffee- oder Tee-Extrakt, sofern der Kunde an Kennzeichnung und Aufmachung eindeutig erkennen kann, was er zu kaufen beabsichtigt - also in der Verkehrsbezeichnung des Produkts die Worte "Kaffee" oder "Tee" vorkommen. Beispiel dafür, dass der Hinweis fehlen darf: Eistee.
  • Phytosterine: "mit zugesetzten Pflanzensterinen" und dem Hinweis darauf, dass das Erzeugnis nicht für Personen bestimmt ist, die ihren Cholesterinspiegel im Blut nicht zu kontrollieren brauchen.
  • Wursthülle: Ist eine Wursthülle nicht essbar, so muss darauf hingewiesen werden.
  • Hackfleisch und weitere Fleischzubereitungen: "vor dem Verzehr gut durcherhitzen".

Identitätskennzeichen

Fleisch, Fisch, Geflügel, Milch, Käse & Co. müssen in der Regel das Identitätskennzeichen tragen. Dadurch lassen sich Produkte tierischen Ursprungs bis zum Hersteller zurückverfolgen.
Allerdings kann der Verbraucher nur erkennen, in welchem Staat oder Bundesland das Erzeugnis zuletzt bearbeitet oder verpackt wurde. Die Herkunft der Rohstoffe lässt sich daraus nicht ableiten.

Gebrauchsanweisung

Für viele Fertiggerichte, wie Tiefkühlpizza oder tiefgekühlte Pfannengerichte, ist die Angabe einer Gebrauchsanweisung verpflichtend.
Die Anleitung darf nicht allein in Bildern erfolgen, sie muss mit Worten erläutert werden.