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Flexirente für pflegende Rentner

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Rentner, die einen Angehörigen oder einen andere pflegebedürftige Person pflegen, können Beitragszahlung der Pflegekasse erhalten.
  • Dies gilt sowohl für Menschen mit Altersrente als auch für Menschen, die keinen Anspruch auf Rente haben.
  • Dafür muss man von einer Vollrente in eine Teilrente wechseln.
  • Man kann dadurch Anwartschaften oder wichtige rentenrechtliche Zeiten erhalten.
  • Auch Menschen mit Erwerbsminderungsrente können so ihren Anspruch erhöhen.
Ältere Frau pflegt älteren Mann auf Krücken
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Menschen, die Altersrente beziehen und einen Angehörigen oder eine andere Pflegebedürftige Person pflegen, haben seit dem 01.07.2017 die Möglichkeit, ihre Rente aufzubessern und weitere Rentenzeiten zu sammeln. Dadurch kann die Höhe der Rentenzahlung verbessert und es können eventuell wichtige Zeiten gesammelt werden.

Voraussetzungen für die Beitragszahlung

Die Pflegekasse zahlt Beiträge an die Rentenversicherung, wenn man mindestens 10 Stunden, verteilt auf zwei Tage pro Woche, eine pflegebedürftige Person pflegt.

Hat man die Rentenaltersgrenze noch nicht erreicht, ist man automatisch pflichtversichert und die Pflegekasse zahlt die Rentenbeiträge. Zwar muss hierzu kein gesonderter Antrag gestellt werden. Damit die Pflegekasse allerdings die Höhe der Beiträge berechnen kann, muss man den "Fragebogen zur Zahlung der Beiträge für nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen" ausfüllen. Die Pflegekasse prüft dann, ob die Voraussetzungen vorliegen. Sollte die Rentenzahlung abgelehnt werden, sollten Sie darüber nachdenken, einen Widerspruch einzulegen.

Hierzu und zu den anderen Sozialversicherungen für Arbeitslosigkeit und Unfall können Sie hier Näheres erfahren.

Dies gilt auch für Menschen, die eine vorgezogene Altersrente beziehen, weil sie die Regelaltersgrenze noch nicht überschritten haben. Hiervon Betroffene sollten sich auf jeden Fall bei der Pflegekasse melden und sind somit wieder pflichtversichert. Die Pflegekasse führt dann automatisch Beiträge ab. Bei Menschen, die eine Regelaltersrente beziehen, zahlt die Pflegekasse nicht automatisch ein. Sie müssen tätig werden. Menschen, die Altersrente beziehen, können sich wieder pflichtversichern lassen. Dazu müssen sie auf einen Teil ihrer Rente verzichten. Hier reicht auch schon der Verzicht auf ein Prozent der Rente aus. Zum 1 Juli des Folgejahres erhalten sie dann die erhöhte Rente. Verzichten sie ein weiteres Jahr auf einen Teil Ihrer Rente, erhöht sich Ihre Rente im Folgejahr nochmals.

Beispiel: Sie sind beispielsweise 69 Jahre alt sind und pflegen seit 2 Jahren Ihren Ehemann. Sie verzichten nun auf ein Prozent Ihrer Rente, erhalten also 99 Prozent Ihrer Rente weiterhin. Die Pflegekasse zahlt nun aufgrund Ihres Antrags wieder Rentenbeiträge ein - Ihre Rente erhöht sich. Dieser erhöhte Betrag wird Ihnen im Juli des Folgejahres ausgezahlt.

Wie hoch die Beitragszahlung ist, hängt von dem zeitlichen Einsatz und dem Pflegegrad des Pflegebedürftigen ab. Danach richtet sich auch die Höhe der späteren Rentenzahlung. Wenden Sie sich zur Berechnung auf jeden Fall an die Beratungsstelle des Rentenversicherungsträgers.

TIPP: Sollten Sie die Regelaltersgrenze erreicht haben, zahlt die Pflegekasse nicht automatisch. Sie müssen durch einen Antrag bei der Rentenversicherung von der Vollrente in einen Teilrentenbezug wechseln und die Zahlung der Rentenbeiträge bei Ihrer Pflegekasse beantragen.

Weitere Informationen erhalten Sie bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV). Hier können Sie sich auch Berechnungen anstellen und die günstigste Konstellation ausrechnen lassen.

Pflegekasse zahlt auch für Menschen, die gar keine Rente erhalten

Sollten für einen Anspruch auf Rente noch wichtige Zeiten fehlen, wie zum Beispiel die Wartezeit, so kann man diese mithilfe der Flexirente erwerben. So erhält man entscheidende Beitragsjahre, die als Wartezeiten angerechnet werden.

Wechsel in die Vollrente

Ein Wechsel in die Vollrente ist jederzeit möglich! Die Rente wird dann im Folgemonat umgestellt Bei Beendigung der Pflege müssen Pflegekasse und Rentenversicherung informiert werden.