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Dach und oberste Geschossdecke

Stand:

Wer Energie sparen möchten, sollte die Dämmung des Daches oder der obersten Geschossdecke ganz oben auf die Prioritätenliste setzen, da sich hier oft mit einem vergleichsweise geringen Aufwand ein hoher Energiestandard erreichen lässt. Zudem schützt die Dämmung des Daches in den Sommermonaten vor einer Überhitzung der Dachgeschossräume.

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Fenster lütten
Foto: Kara / Fotolia.com

Dämmung des Daches

Unbehaglich kalte Dachwohnungen mit hohen Wärmeverlusten im Winter und sommerlicher Überhitzung sind die Auswirkungen einer unzureichenden Wärmedämmung im Dach. Das liegt häufig an nur gering gedämmten Dachschrägen. Im Winter lassen sich diese Wärmeverluste oft daran erkennen, dass der Schnee auf dem Dach nicht liegen bleibt, sondern schnell abschmilzt. Dazu kommt in vielen Fällen noch eine Undichtheit der inneren Dachverkleidung, die verantwortlich für kalte Zugluft oder gar Feuchteschäden und Schimmelbefall ist.

Eine fachgerechte Dämmung und Luftdichtung im Dachgeschoss erhöht die Behaglichkeit, senkt die Heizkosten und vermeidet Bauschäden. Dachflächenfenster sollten zum Schutz vor sommerlicher Hitze möglichst mit einem außen angebrachten Sonnenschutz (etwa Markise, Jalousie, Rollladen) aus- bzw. nachgerüstet werden.

Bei einer Dachsanierung fordert die Energieeinsparverordnung (EnEV) für Dachschrägen und Drempelwände ausgebauter Dächer einen maximalen Wärmedurchgangswert (U-Wert, früher: k-Wert) von 0,24 W/(m2 K) sowie eine luftundurchlässige Abdichtung von Fugen entsprechend dem Stand der Technik.

Der Dämmwert wird – bei Verwendung eines üblichen Dämmstoffs und unter Berücksichtigung des Sparrenanteils des Daches – mit einer Dämmschicht von rund 20 Zentimetern erreicht. Um einen optimalen Wärmeschutz zu erreichen oder die Anforderungen für KfW-Fördermittel zu erfüllen, sind jedoch größere Dämmschichtstärken erforderlich. Für Flachdächer verlangt die EnEV einen U-Wert von 0,20 W/(m2 K). Die EnEV-Anforderungen gelten jedoch nur für Schräg- oder Flachdächer, die vor 1984 errichtet wurden. Doch auch bei einer Erneuerung von Dächern, die noch keine 30 Jahre alt sind, ist eine energetische Verbesserung fast immer ratsam.

Dämmung der obersten Geschossdecke

Wird das Dachgeschoss nicht als beheizter Raum genutzt, ist es meist wirtschaftlicher, an Stelle der Dachschrägen die oberste Geschossdecke zu dämmen. Das lässt sich relativ kostengünstig ausführen, und bei handwerklichem Geschick kann man es auch selbst machen. Dabei werden Dämmplatten oder -matten auf die vorhandene Decke gelegt, wobei – insbesondere an den Deckenrändern – eine fachgerechte Ausführung wichtig ist.

Wenn die oberste Geschossdecke nicht betreten werden muss, kann auch ein loser Dämmstoff aufgebracht werden. Diese Maßnahme, die von einem geschulten Fachbetrieb ausgeführt werden sollte, hat sich oft schon nach wenigen Heizperioden amortisiert. Bei Holzbalkendecken ist auch das Ausblasen der Balkenzwischenräume möglich.

Eigentümer von Häusern, deren Obergeschossdecken noch nicht gedämmt sind, sind nach der Energieeinsparverordnung sogar zur Dämmung verpflichtet, sofern die Dachräume unbeheizt sind und auch das darüber liegende Dach keine Dämmschicht besitzt. Wer bisher noch nicht gedämmt hat, muss dies bis spätestens Ende 2015 nachholen. Die Dämmpflicht gilt sowohl für begehbare oberste Geschossdecken (zum Beispiel nicht ausgebaute Aufenthalts- oder Trockenräume), als auch für nicht begehbare Dachgeschossdecken (etwa nicht ausgebaute Spitzböden).

Der Wärmedämmwert der Decke darf den U-Wert von 0,24 W/(m2 K) nicht übersteigen, was einer Dämmschicht von circa 14 bis 18 Zentimetern entspricht. Alternativ dazu kann auch das darüber liegende Dach gedämmt werden. Dies empfiehlt sich, wenn in absehbarer Zeit ein Dachausbau geplant ist oder das Dach neu gedeckt werden soll.

Ausnahmen

Die Dämmpflicht der Obergeschossdecke entfällt bei Ein- oder Zweifamilienhäusern, wenn der Eigentümer schon seit Januar 2002 oder länger selbst im Gebäude wohnt. Bei einem Eigentümerwechsel nach dem genannten Termin muss der neue Hausbesitzer innerhalb von zwei Jahren dämmen.

Ebenfalls nicht nachgerüstet werden müssen oberste Geschossdecken, die bereits einen sogenannten "Mindestwärmeschutz" haben. Dies trifft auf die meisten Holzbalkendecken zu, aber auch auf viele massive Deckenkonstruktionen (etwa Betondecken), die nach 1969 errichtet oder in der Vergangenheit schon einmal mit mindestens etwa 4 Zentimetern gedämmt wurden, auch wenn der nunmehr vorgeschriebene Dämmwert damit nicht erreicht wird. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Gebäude unter die Dämmpflicht fällt, fragen Sie einen Energieberater.