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Internationales Roaming: WLAN und Mobilfunk im Ausland

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Innerhalb der EU können Sie Ihren Mobilfunktarif so nutzen wie zu Hause. Fallen lauern aber bei Fernreisen in Nicht-EU-Länder, bei Telefonaten ins Ausland und über Messenger-Apps.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Telefonieren, SMS/MMS senden und empfangen, über LTE/HSDPA/UMTS/Edge im Internet surfen – in einem Land der EU sollte das nicht mehr kosten als zu Hause auch.
  • Aufpassen müssen Sie aber bei Fernreisen in Ländern, die nicht zur EU gehören. Internationales Roaming kann teuer werden.
  • Vor allem mobiles Internet kann zur Kostenfalle werden: Bis zu 30 Euro pro Megabyte sind möglich!
Frau mit Hut und Sonnenbrille telefoniert mit Handy
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Internationales Roaming: Kostenfallen bei Mobilfunknutzung außerhalb der EU

Der Grundsatz "Roam like at home" gilt ausschließlich in den derzeit 28 Ländern der Europäischen Union sowie in Island, Liechtenstein und Norwegen. Die Schweiz oder die Türkei sind nicht dabei. Wenn Sie dort telefonieren oder über Ihre mobile Datenverbindung surfen, müssen Sie also mehr Geld dafür bezahlen als in Ihrem Heimatland. Für mobiles Internet gilt eine weltweite Kostenbremse. Sie liegt standardmäßig bei 59,50 Euro. Ist dieser Betrag erreicht, sollte die mobile Internetverbindung getrennt werden. Das funktioniert jedoch nicht immer.

Informieren Sie sich vor einer Auslandsreise unbedingt bei Ihrem Mobilfunkunternehmen, welche Kosten für internationales Roaming bei Ihrem Tarif anfallen und schließen Sie ggf. Tages- oder Wochenflats ab.

Kostenfallen bei Anrufen in andere Länder

Wenn Sie mit einem deutschen Mobilfunkvertrag zum Beispiel in Spanien Urlaub machen, nutzen Sie dort in der Regel Ihren deutschen Tarif – sofern mit Ihrem Anbieter nichts anderes vereinbart wurde. Danach sollten Sie sich im Zweifel vor Ihrem Urlaub unbedingt erkundigen! Doch Achtung: Wenn Sie von Deutschland aus in Spanien (oder jedes beliebige andere Land der Welt) anrufen, wird für das Telefonat ein Aufpreis berechnet.

Kostenfallen bei Messengern

Mit den meisten Messengern wie Skype, Threema oder WhatsApp und anderen können Sie nicht nur Nachrichten und Dateien senden und empfangen, sondern auch Telefonate führen. Auch wenn das Telefonieren gerne als kostenlos angepriesen wird, kann es teuer werden! Denn die Gespräche finden grundsätzlich über das Internet statt und verbrauchen entsprechende Datenmengen. Auf Reisen sollten Sie Messenger zum Telefonieren also nur im WLAN nutzen.

Technische Voraussetzungen auf Fernreisen

Mit dem Handy telefonieren und surfen kann man im Ausland nur, wenn die Frequenz des dortigen Mobilfunknetzes vom eigenen Handy unterstützt wird. Es gibt vier Hauptfrequenzen für die mobile Telefonie: 850, 900, 1800 und 1900 MHz. 

Alle Handys, die in Deutschland funktionieren, können deshalb auf den Frequenzen 1800 und 900 Mhz funken. Deshalb bezeichnet man diese Geräte als Dualband-Handys.

  • In Nord- und Südamerika benötigt man dagegen ein Mobiltelefon, das weitere Mobilfunkstandards unterstützt (Tri- oder Quadband-Handy).
  • Wer in Japan oder in Korea telefonieren möchte, braucht ein UMTS-fähiges Mobiltelefon. UMTS kann nicht nur genutzt werden, um Daten zu übertragen, sondern auch um zu telefonieren.

Jüngere Smartphones beherrschen in der Regel Quadband und UMTS. Allerdings gibt es bei der UMTS-Nutzung in den USA wegen anderer Standards Probleme. Dies gilt auch für LTE. Da man inzwischen mit dem Smartphone über Messenger (etwa Whatsapp) telefonieren kann, sind auch Gespräche auch über WLAN (WiFi)-Hotspots möglich.

Kostenfallen auf Schiffen und in Flugzeugen

An Bord eines Fährschiffs zwischen Deutschland und Norwegen hat ein Zwölfjähriger ein paar Videos auf einem Smartphone geschaut. Nach der Reise erhielten die Eltern eine Telefonrechnung über rund 12.000 Euro. Warum? Das Smartphone hatte sich ins Satellitennetz eingebucht. Hier kostet ein Megabyte bis zu 30 Euro. Das Videogucken habe rund 470 Megabyte verbraucht, berichten Medien.

Und auch während vieler Flüge ist es inzwischen möglich, mit mobilen Geräten ins Internet zu gelangen. Schalten Sie Ihr Smartphone oder Tablet deswegen unbedingt auf Flugmodus. 

Denn wer nicht aufpasst, sammelt sonst schnell einen Kostenberg an – nicht nur bei der Internetnutzung. Zwar gibt es eigentlich einen weltweit geltenden Kostenairbag für mobiles Internet: Sind 59,50 Euro erreicht, soll die Datenverbindung automatisch getrennt werden. Aber dieser Kostenairbag gilt nicht für Satellitenverbindungen, die regelmäßig bei der Mobilfunknutzung auf Schiffen und in Flugzeugen zustande kommen.

Viele Reedereien und Airlines bieten WLAN (auch WiFi genannt) zu Paketpreisen an. Achten Sie darauf, die Mobilfunkdaten über die Einstellungen Ihres Geräts abzuschalten. Denn bei schwachem WLAN kann ihr Smartphone oder Tablet automatisch ins sehr teure Satellitennetz wechseln.

Mehr zu Roaming auf Schiffen finden Sie hier.
Weitere Informationen zu Gebühren für Smartphone und Tablet im Flugzeug erhalten Sie hier.

Richtige Einstellung der Geräte

Auch in der Hosentasche kann das Smartphone erhebliche Kosten produzieren: zum Beispiel durch die Aktualisierung von Apps oder durch Herunterladen von E-Mails. Wer das verhindern möchte, sollte das Gerät vor Reiseantritt so einstellen, dass es nicht automatisch Daten über Mobilfunknetze herunterlädt, sondern erst nach Aufforderung. Auch auf dem Smartphone installierte Navigationssoftware funktioniert übrigens in vielen Fällen nur bei einer laufenden Internetverbindung. Welche Handgriffe zur Deaktivierung erforderlich sind, verrät die Bedienungsanleitung. Hilfe hierzu gibt's auch beim Hersteller oder in Internetforen.
 

Kostenfalle 0800-Nummern

Die Nutzung der an sich kostenlosen 0800-er oder 00800-er Rufnummern kann im Ausland teuer werden, wenn man sie mit einem deutschen Mobilfunkanschluss anruft.

Call-Back bei Prepaidverträgen

Auch Besitzer von Prepaid-Handys können auf Fernreisen telefonieren und dort angerufen werden. Neben dem üblichen Wahlverfahren - der Direktwahl - gibt es allein bei der Telekom für Prepaidkarten in einer Reihe von Ländern noch das "Call-Back"-Verfahren, über das eine Verbindung zu Freunden oder Familie in Deutschland aufgebaut wird. Vor der eigentlichen Zielrufnummer muss ein spezieller Netzcode eingegeben werden. Der Anrufer erhält dann nach kurzer Zeit einen Rückruf, mit dem die Verbindung hergestellt wird. Welches Verfahren in welchem Land anzuwenden ist und wie das Verfahren genau funktioniert, wird dem Kunden nach Ankunft im Ausland per SMS mitgeteilt.

Für Prepaid-Kunden kann die Nutzung des mobilen Internets ("Datenroaming") sowie der Versand und Empfang von MMS unter Umständen eingeschränkt sein. Vor dem Auslandsaufenthalt sollte man für ein ausreichendes Guthaben auf dem Prepaid-Konto sorgen. Zwar bieten einige Netzbetreiber an, das Guthaben aus dem Ausland aufzuladen; einfacher und sicherer ist es aber, dies schon zu Hause zu tun.

Es ist in jedem Fall ratsam, sich vor dem Auslandsaufenthalt beim Netzbetreiber/ Serviceprovider aktuell zu informieren.

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Kostenfalle Mailbox

Die wohl größte Kostenfalle bei Aufenthalten außerhalb der EU ist die Mailbox. Denn wer von zuhause aus seine Mailbox nicht deaktiviert, dem drohen hohe Kosten, während er ahnungslos am Strand liegt. Vor dem Reiseantritt sollten Urlauber ihren Anbieter nach den Tarifen im Urlaubsland fragen. Die Preise der verschiedenen Netze sind manchmal sehr unterschiedlich. Über den Menüpunkt: "Manuelle Netzwahl" kann dann am Urlaubsort das preisgünstigste Netz ausgewählt werden.

Mehr zur Kostenfalle Mailbox erfahren Sie hier.