Video- und Musik-Streaming-Dienste

Stand:
Jeder vierte Nutzer von Streaming-Diensten berichtet von Problemen. Zu den meist genannten Problemen gehören häufige Störungen beim Empfang.
Off

Die Lieblingsmusik während der Bahnfahrt per Stream hören oder eine verpasste Fernsehsendung einfach später nochmal abrufen und ansehen – all das ist inzwischen möglich dank der Vielzahl an Streaming-Angeboten für Videos und Musik. Wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz im Rahmen des Projekts Marktwächter Digitale Welt zeigt, sind 78% der Onliner auch aktive Nutzer von Streaming-Diensten. Allerdings berichtet jeder vierte Nutzer dieser Dienste (26 Prozent) auch von Problemen beim Streaming.

Die Ergebnisse der Verbraucherbefragung: Gut ein Drittel der Nutzer (37 Prozent) ist bereit, Geld für kostenpflichtige Dienste zu zahlen. Andere Verbraucher nutzen lieber werbefinanzierte Angebote. Dabei sind Youtube und Spotify die beliebtesten Streaming-Dienste für Videos und Musik. Aber: Nicht alle Verbraucher sind mit den Angeboten zufrieden. Zu den meist genannten Problemen beim Streaming gehören häufige Störungen beim Empfang (35 Prozent der Probleme). Bereits an dritter Stelle nennen Verbraucher Unklarheiten bei der Unterscheidung zwischen legalen und illegalen Angeboten. Hürden für die Nutzung sind beispielsweise die Bedienungs- und Anmeldekomplexität oder der Umfang des verfügbaren Angebotssortiments.

Probleme beim Streaming nehmen zu

Wie die Beobachtungen in den Beratungsstellen der Verbraucherzentralen zeigen, nehmen die Probleme zum Thema Streaming zu. Der Markt für die relativ jungen Angebote der Streaming-Dienste ist noch zu undurchsichtig. Es fällt Nutzern schwer, den Überblick zu behalten und die Qualität der Angebote zu bewerten. „Anfragen und Beschwerden zu unverständlichen Geschäftsbedingungen oder Urheberrechtsverletzungen gewinnen bei der Nutzung von Streaming-Angeboten bundesweit zunehmend an Bedeutung“, stellt Sebastian Schmidt, Teamleiter Digitale Güter im Marktwächterprojekt bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, fest. „Auf dem dynamischen Markt der digitalen Güter benötigen Verbraucher deshalb eine bessere Orientierung und mehr Transparenz. Nur so können sie weiterhin selbstbestimmt und verantwortungsvoll die vorhandenen Angebote an Streaming-Diensten nutzen. Mehr Aufklärung bedarf es insbesondere bei neuartigen Streaming-Apps, um das Risiko von Urheberrechtsverletzungen zu vermeiden.“

 

Probleme von Streaming-Nutzern

Rechtslage für Verbraucher unklar

Im Gegensatz zum Kauf von Software ist die Rechtslage beim Streaming bislang nicht im Einzelnen geregelt. So ist etwa ungeklärt, welche Regeln Anwendung finden, wenn digitale Inhalte nicht wie vereinbart bereitgestellt oder zugänglich gemacht werden und wenn die Qualität oder der Funktionsumfang von dem abweichen, was Verbraucher bestellt haben. In Brüssel hat die EU-Kommission einen  Richtlinienvorschlag vorgelegt, der solche und andere Gewährleistungsfälle bei der Nutzung digitaler Inhalte regeln soll.

Otmar Lell, Teamleiter Recht und Handel beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv): „Die Marktwächteruntersuchung zeigt: Streaming wird bei Verbrauchern immer beliebter. Unsicherheiten und Probleme der Verbraucher bei der Nutzung dieser Angebote nehmen wir deshalb sehr ernst. Für Verbraucher ist wichtig, dass die Regelungen in Bezug auf digitale Inhalte möglichst im Einklang mit denen für die analoge Welt getroffen werden. Angesichts der fortschreitenden Digitalisierung, aber auch der Automatisierung im Rahmen des Internets der Dinge sind klare Regeln nötig. Darüber hinaus dürfen Verbraucher bei der Frage, an wen sie sich bei den oben genannten Problemen wenden müssen, nicht alleine gelassen werden.“


Hintergrund zur Untersuchung zu Streaming-Diensten:

Die Untersuchung zu Musik- und Video-Streaming-Diensten wurde im Rahmen des Projekts Marktwächter Digitale Welt durchgeführt. Dafür wurde in 2015 eine repräsentative Verbraucherbefragung von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in Auftrag gegeben. Die Untersuchung analysiert das Nutzungsverhalten von Streaming-Diensten in Deutschland und identifiziert Problemfelder bei der Nutzung dieser Dienste.

Eine Frau blickt auf eine digitale Anzeige.

Ihre Daten bei Facebook und Instagram für KI: So widersprechen Sie

Facebook und Instagram informieren über Änderungen ihrer Richtlinien. Was Sie dort posten, soll als Trainingsmaterial für Metas KI-Generatoren verwendet werden. Möchten Sie das nicht, können Sie widersprechen.
Ein Handydisplay, auf dem Prime Video steht

Sammelklage gegen Amazon Prime: Klageregister geöffnet

Im Januar 2024 kündigte Amazon an, ab Februar Werbung auf seinem Video-Streaming-Angebot zu schalten. Nur gegen einen Aufpreis von 2,99 Euro pro Monat blieb Amazon Prime werbefrei. Die Verbraucherzentralen hielten das für unzulässig. Nun ist das Klageregister für eine Sammelklage geöffnet.
Kopf aus Glas mit Tabletten und Pillen

Endlich Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe?

Es ist eine langjährige Forderung der Verbraucherzentralen: Einheitliche europäische Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln.