Günstig und Gesund: So können Verbraucher:innen bei Lebensmitteln sparen

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Ob im Supermarkt oder im Restaurant: Essen und Trinken ist durch die Inflation teurer geworden. Mit einer Reihe von Tipps können Sie Ratsuchenden helfen, sich trotzdem gesund zu ernähren und dabei auch noch Geld zu sparen.
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Das Wichtigste in Kürze:

  • Supermarkt-Einkäufe und Mahlzeiten sollten immer gut geplant sein.
  • Wer Geld sparen will, kocht besser häufiger frisch und verzichtet dafür auf Fertigprodukte und häufiges Auswärtsessen.
  • Bei Lebensmitteln vergleichen Verbraucher:innen am besten den Grundpreis pro Kilo oder Liter.
  • Saisonales Obst und Gemüse ist in der Regel günstiger als importierte Ware.
  • Wer Essen richtig lagert, verhindert, dass Produkte vorzeitig schlecht werden.
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Der Lebensmitteleinkauf ist für viele Haushalte zur finanziellen Belastungsprobe geworden: Die Preise für Nahrungsmittel haben sich flächendeckend in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent verteuert. Einzelne Lebensmittel sind sogar um 20 bis zu 75 Prozent teurer geworden – oft durch kleinere Füllmengen in den Verpackungen, sodass es den Verbraucher:innen beim Einkauf nicht einmal auffällt.

Manche Familien haben die gestiegenen Preise in die Ernährungsarmut gedrängt. Das bedeutet, sie können sich nicht mehr ausreichend oder ausgewogen ernähren. Auch viele Haushalte aus der Mittelschicht belasten die gestiegenen Ausgaben. Viele wollen daher beim Lebensmitteleinkauf Geld sparen. Das sollte allerdings nicht auf Kosten der Gesundheit gehen.

Mit ein paar Tipps können Sie Ratsuchende dabei unterstützen, für eine ausgewogene Ernährung weniger zu bezahlen.

Gute Planung spart bares Geld

Statt im Supermarkt hungrig seinen Gelüsten nachzugehen, ist es sinnvoll, stringent eine Einkaufsliste abzuarbeiten. Beim Erstellen der Liste sollten Betroffene sich am besten bereits überlegen, welche Mahlzeiten sie bis zum nächsten Einkauf kochen wollen und welche Zutaten sie dafür benötigen.

Zudem sollten sie vor dem Einkauf unbedingt die vorhandenen Vorräte kontrollieren. So kaufen sie nur das, was sie wirklich brauchen.  

Manchen Ratsuchenden hilft auch der Tipp, sich vorab ein maximales Budget für den Einkauf oder für die Woche zu setzen – zum Beispiel mithilfe eines Haushaltsbuchs. Wie häufig man einkauft, spielt dabei für das Geldsparen eine untergeordnete Rolle. Wer gut im Planen ist und wenig Zeit hat, bevorzugt vielleicht den großen Wocheneinkauf. Für andere kann es sich lohnen, zwei- oder dreimal in der Woche kleine Einkäufe zu erledigen. So können Ratsuchende kurzfristiger überlegen, was sie kochen wollen – und verschwenden keine bereits eingekauften Lebensmittel, falls sie doch mal nicht zu Hause essen.

Sonderangebote nutzen

Wer die Zeit hat, kann mithilfe von Prospekten vergleichen, welche Lebensmittel in der kommenden Woche wo im Angebot sind. Daraufhin lassen sich mehrere Supermärkte bzw. Discounter ansteuern, um  die besten Preise abzusahnen. Bei Vorratskäufen ist es aber besonders wichtig, das Mindesthaltbarkeitsdatum der Waren im Blick zu haben.

Auch Produkte, die bereits nah am Mindesthaltbarkeitsdatum sind, werden oft zu Aktionspreisen verkauft. Dabei sind sie noch einige Zeit genießbar und Käufer:innen können so Geld sparen.

Leitungswasser statt abgefüllte Flaschen

Auf den Kauf von abgefülltem Wasser in Flaschen können Ratsuchende ganz verzichten. Das Leitungswasser in Deutschland ist genauso gesund und sicher zum Trinken wie abgefülltes Wasser. Leitungswassertrinken spart nicht nur Umweltressourcen und Plastik, sondern auch bares Geld: Das Wasser aus dem Wasserhahn ist nämlich deutlich billiger als eingepacktes Mineralwasser und Softdrinks. Schöner Nebeneffekt: Das lästige Schleppen fällt weg. Wem Leitungswasser als Getränk zu langweilig ist, der kann es geschmacklich aufpeppen, zum Beispiel durch Obstscheiben.

Selbst kochen statt auswärts essen

Bei seiner Einkaufsplanung sollte man auch berücksichtigen, wann man außer Haus ist. Wer sich zum Beispiel morgens das Aufbackbrötchen selbst in den Ofen steckt und belegt, spart damit im Vergleich zum belegten Bäcker-Brötchen oft mehrere Euros. Noch schneller und energieeffizienter ist es die Brötchen vom Vortag zu toasten.

Wer für die Mittagspause jeden Tag ein belegtes Brötchen und einen Kaffee beim Bäcker holt, gibt schnell mal sechs Euro am Tag allein dafür aus. Das sind 30 Euro die Woche und circa 120 Euro im Monat. Von diesem Geld ließe sich im Supermarkt oder auf Wochenmärkten viel mehr kaufen als bloß fünf Brötchen und Kaffee je Woche.

Ein aktueller Trend, der beim Geld sparen hilft: Mahlzeiten im Voraus planen und wenn Zeit ist, vorkochen. Packen Sie das Essen dann in Tupperdosen und frieren es ein. Im Internet und in Kochbüchern finden sich zahlreiche Anleitungen und Rezepte, die beim sogenannten Meal-Prep unterstützen.

Auf Fertiggerichte verzichten

Fertiggerichte aus dem Supermarkt haben oft viele Zusatzstoffe und sind im Vergleich zum selbst Zubereiten häufig teurer. Die Preisunterschiede gelten genauso für Tiefkühlgerichte zum Aufwärmen wie für Salate, Sandwiches und andere Snacks. Auch Obst und Gemüse, das geschält und vorgeschnitten in Plastik verpackt verkauft wird, ist immer viel teurer als unverarbeitete Nahrungsmittel.

Wie lassen sich Preise am besten vergleichen?

Wer dennoch hin und wieder zum Fertigessen greift, vergleicht am besten die Grundpreise ähnlicher Mahlzeiten. Das gilt allerdings nicht nur fürs Fertigessen: Bei sämtlichen Lebensmitteln muss der Grundpreis pro Kilo oder pro Liter auf dem Preisschild angegeben sein. Nur diese Angaben erlauben einen echten Vergleich von Produkten.

Saisonale und regionale Produkte bevorzugen

Bei Obst und Gemüse spielen Herkunft und Jahreszeiten für den Preis eine wichtige Rolle. Gemüse und Früchte - die Saison haben und in der Region wachsen - sind häufig günstiger, weil sie nicht weit transportiert und aufwändig gekühlt werden müssen.

Empfehlen Sie Ratsuchenden also statt teuren Tomaten, Paprika oder Gurken im Herbst lieber Porree, Möhren oder Kohl. Die Auswahl von saisonalem Gemüse ist dank der verschiedenen Sorten groß. Im Saisonkalender der Verbraucherzentralen lässt sich einfach nachprüfen, welche Obst- und Gemüsesorten derzeit geerntet werden.

Teure Produkte ersetzen

Viele Lebensmittel, für die man besonders tief in die Tasche greifen muss, lassen sich sehr gut durch Alternativen ersetzen.

Ein Beispiel: Der 250-Gramm-Butterblock kostet mittlerweile bis zu vier Euro. Für eine gesunde Ernährung ist Butter jedoch nicht vorrangig, denn sie enthält als tierisches Lebensmittel viele gesättigte Fettsäuren. Butter lässt sich aber in der Küche leicht ersetzen:

  • Gesünder sind ungesättigte Fettsäuren, wie sie in Pflanzenölen, darunter Olivenöl, Leinöl und Sojaöl sowie in bestimmten Margarine-Sorten vorkommen.
  • Leckerer Butter-Ersatz fürs Brot sind Frischkäse, Aufstriche, Olivenöl oder Nuss-Öle.
  • Aufstriche lassen sich auch selbstmachen: Ein selbstgemachtes Pesto oder Hummus ist günstiger als ein Gekauftes.

Auch Fleisch gehört zu den Lebensmitteln, die sich besonders stark verteuert haben. Wer Fleisch und Wurst teilweise oder ganz durch pflanzliche Lebensmittel ersetzt, spart Geld und tut was für die Gesundheit. Dabei gilt:

  • Industrielle Fleischersatz-Produkte auf Zusatzstoffe und Salzgehalt prüfen: Sie sind oft hoch verarbeitete Produkte, die viele Zusatzstoffe sowie Salz enthalten und teurer sind als das Original. Sie bieten aber dafür ein Plus in Bezug auf Nachhaltigkeit. Hier gilt wie immer: Preise vergleichen und bei Sonderangeboten zugreifen.
  •  Geeigneter sind Hülsenfrüchte wie Linsen, Erbsen, Bohnen, Kichererbsen, Sojabohnen und Lupinen als Fleischersatz. Sie sind wertvolle Quellen für Eiweiß, Eisen, B-Vitamine und Ballaststoffe und zudem günstig.

Wenn doch echtes Huhn auf dem Tisch landen soll, lässt sich ebenfalls durch ein paar Kniffen Geld sparen:

  • Es kann sich finanziell lohnen, anstatt Hühnerbrust ein ganzes Huhn zu kaufen. Dabei lassen sich nicht nur Brust und Keule verarbeiten, sondern auch die anderen Bestandteile des Tiers. Mit den Resten kann man zum Beispiel sehr gut Suppe oder Brühe kochen.
  • Die Brühe können Ratsuchende einfrieren und unter der Woche daraus schnell eine frische Suppe zaubern.

Weniger verschwenden

Generell lohnt es sich, bei Speiseresten kreativ zu sein und sich alternative Verwendungsmöglichkeiten zu überlegen. Oft lässt sich zum Beispiel aus Gemüseresten eine Suppe oder ein Eintopf kochen, altes Brot zu Kräckern oder Paniermehl weiterverarbeiten.

Damit Obst und Gemüse länger frisch bleibt, sollte es richtig gelagert werden. So gehören Kartoffeln und Zwiebeln etwa nicht in einen gemeinsamen Topf aufbewahrt – das bringt die Zwiebeln schneller zum Faulen. Ebenso geben Bananen und Äpfel Stoffe ab, die anderes Obst schneller reifen lässt. Eine ausführliche Anleitung zur korrekten Lagerung von Lebensmitteln finden Ratsuchende zum Beispiel im Lagerungs-ABC der Verbraucherzentralen.

Weiterführende Links:

Das Ratgeberbuch „Familienküche. Ganz entspannt: Planen, einkaufen, kochen“ gibt ausführliche Tipps:

https://www.ratgeber-verbraucherzentrale.de/essen-trinken/familienk%C3%BCche-46009201

Orientierung, wann welches Gemüse und Obst Saison hat, bietet der Saisonkalender der Verbraucherzentralen:

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/gesund-ernaehren/saisonkalender-obst-und-gemuese-frisch-und-saisonal-einkaufen-17229

Informationen zur Qualität des Leitungswasser in Deutschland:

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-haushalt/wasser/kann-man-leitungswasser-trinken-34836#:~:text=Das%20Wichtigste%20in%20K%C3%BCrze%3A,preiswerter%20als%20Mineralwasser%20aus%20Flaschen.

Lagerungs-ABC der Verbraucherzentralen:

https://www.verbraucherzentrale.nrw/richtiglagern

https://www.vzhh.de/mhd-checkliste

 

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