Menü

Beratung. Information. Interessenvertretung. Wir sind unabhängig und immer auf Ihrer Seite.

Wissenswertes: Waschprogramme und Waschmittel

Stand:
On
Waschmaschine Tempreraturrad
Foto: poplasen / Fotolia.com

Normalwaschgang: Die Zahl im Bottich nennt die maximale Waschtemperatur für das Textil. Ohne Balken darunter kann jedes Waschprogramm gewählt werden, das diesen Grad nicht überschreitet.

Schonwaschgang: Ein Balken unter dem Bottich verlangt ein Pflegeleichtprogramm oder Feinwäsche, der doppelte Balken ein extra schonendes Programm, etwa für Wolle (siehe unten). Welche Programme das bei der Maschine genau sind, steht in der Gebrauchsanleitung.

Die verschiedenen Waschprogramme

Die Waschprogramme sind auf Material, Färbung und Verschmutzung der Textilien abgestimmt. Sie unterscheiden sich im wesentlichen durch Wassermenge, Temperatur, Waschmechanik, Spülgänge und Entwässerungsgrad. In der Regel reichen vier Programmtypen aus, ergänzt durch einige Zusatztasten. Viele Programmme zu haben, muss nicht unbedingt von Vorteil sein. Wer seine Schmutzwäsche nicht sorgfältig sortiert, hat kaum Nutzen von der Programmvielfalt.

Waschprogramm

Temperatur

Koch- und Buntwäsche

20 bis 95 Grad C

Pflegeleicht

40 Grad C

Feinwäsche

kalt bis 30 Grad C

Wolle, maschinenwaschbar

kalt bis 30 Grad C


Koch- und Buntwäsche: Das Koch- und Buntwäscheprogramm (Normalprogramm) besteht aus Hauptwäsche, Spülen, evtl. Nachbehandlung und Schleudern. Die Vorwäsche ist eine Zusatzfunktion und separat wählbar. Es wird mit der maximalen Füllmenge, z.B. mit 5 kg gewaschen. Das Waschprogramm dauert dann ca. 120 Minuten.

Die Hauptwäsche wird mit niedrigem Wasserstand und normaler Trommelbewegung durchgeführt. Ist die gewählte Temperatur erreicht, läuft bei einigen Geräten automatisch kaltes Wasser zu. Die Lauge wird dadurch verdünnt und abgekühlt. Achtung: Das ist in Häusern mit veralteten Kunststoffabflussrohren wichtig!

Danach wird die Lauge durch zwei bis sechs Spülgänge aus der Wäsche entfernt. Teilweise ist es möglich, zusätzlich einen Spülgang zuzuschalten oder das Spülniveau zu erhöhen. Das ist sinnvoll bei sehr weichem Wasser, Allergikern oder besonders empfindlichen Textilien. Das Waschprogramm endet mit dem Schleudergang und evtl. mit Auflockern der Wäsche zum Knitterschutz.

Pflegeleichtwäsche: Die Füllmenge variiert je nach Gerät zwischen 1,5 und 2,5 Kilogramm. Der Waschgang erfolgt bei niedrigem Wasserniveau und reduzierter Trommelbewegung mit drei Gängen bei hohem Wasserstand. Bei der Programmwahl kann man entscheiden, ob die Wäsche im Spülbad liegen bleiben (Vermeidung von Knitterfalten) oder kurz geschleudert werden soll.

Feinwäsche: Füllmenge 1 bis 2,5 kg. Waschgang und Spülgänge werden bei hohem Wasserstand mit reduzierter Trommelbewegung durchgeführt. Spülstop und Kurzschleudern ähneln dem Pflegeleicht-Programm. Während der Spülgänge wird nicht zwischengeschleudert.

Wollprogramm: Geeignet für maschinenwaschbare Wolle mit entsprechender Kennzeichnung. Bei Wasch- und Spülgängen wird die Mechanik stark reduziert. Neueren Erkenntnissen zufolge wird die Wollfaser bei verringertem Wasserstand geschont. Da nasse Wolle sehr bewegungsempfindlich ist, bleibt die Trommel während der Aufheizphase zeitweise stehen.

Handwäsche: Für schlecht gefärbte Textilien sowie Teile aus Wolle und Seide wird häufig Handwäsche empfohlen. Mit diesem Programm kann auch handwaschbare Wolle maschinell gewaschen werden. Die Bewegungen sind noch geringer. Die Trommel bewegt sich schneller, wodurch sich die Wäsche an die Trommelwand legt und nicht so häufig fällt. Wer Wäsche mit der Hand wäscht, sollte zügig arbeiten, damit die Teile nicht lange in der Lauge liegen. Wolle darf man nicht reiben oder wringen, wohl aber in der Waschmaschine kurz anschleudern.

Energiesparprogramm: Programm zur Senkung des Stromverbrauchs gehören mittlerweile zum Standard. Sie verlängern die Einwirkzeit der Lauge (bis zu 20 Minuten), wodurch die Wäsche auch bei niedrigen Temperaturen – also mit geringerem Stromverbrauch – sauber wird. Diese Funktion ist meistens durch eine Taste wählbar oder grundsätzlich in das Programmangebot integriert.

Kurzprogramm: Programm für nur leicht verschmutzte Wäsche, bei dem verschiedene Programmabschnitte zeitlich verkürzt sind.

½-Programm: Durch Zuschalten der Taste wird der Wasserstand reduziert. Neuerdings wird dieses Programm durch die Fuzzy-Technik (Fuzzy-Logic) oder eine Mengenautomatik ersetzt.

Einweichprogramm: Separates Programm oder verlängerte Einweichphase für besonders stark verschmutzte und/oder verfleckte Wäsche. Es wird bis maximal 40 Grad C aufgeheizt und dauert ca. ein bis zwei Stunden.

  

Welches Waschmittel für welche Wäsche?

Phosphatfreie Pulver-, Flüssigwaschmittel und Waschmittel in Tablettenform – so genannte Tabs, beherrschen den Markt. Herkömmliche Pulver mit hohem Füllstoffanteil wurden von den Kompaktwaschmitteln abgelöst und flüssige Waschmittel werden überwiegend in konzentrierter Form angeboten. Die neuen Produkte sind ökologisch besser zu bewerten, da sie weniger gewässerbelastende Füllstoffe enthalten. Dadurch konnten auch Transport- und Verpackungsaufwand erheblich verringert werden. Vorsicht vor Überdosierung!

Vollwaschmittel werden für alle Textilien, Waschverfahren und Temperaturen von 30 bis 95 Grad angeboten, mit Ausnahme von Wolle und Seide. Sie enthalten u.a. folgende Komponenten: Tenside, Gerüststoffe, Bleichmittel und -aktivatoren, optische Aufheller, Enzyme und Füllstoffe. Diese Vielzahl an Inhaltsstoffen ist keineswegs für alle Wäschearten notwendig und sinnvoll. Der hohe Gehalt an Bleichmitteln ist besonders zur Entfernung fett- und pigmenthaltiger sowie bleichbarer Verschmutzungen geeignet. Für farbige Textilien sind Bleichmittel und optische Aufheller nicht zu empfehlen.

Charakteristische Eigenschaften der Vollwaschmittel:

Eigenschaft Tabs Kompaktpulver
Schmutzentfernung durchweg gut gut - befriedigend
Fleckenentfernung überwiegend gut befriedigend
Farbtonerhaltung ausreichend befriedigend - ausreichend
Waschwirkung insgesamt gut gut
Umweltverträglichkeit gut gut

Colorwaschmittel tragen dem gestiegenen Anteil an Buntwäsche – ca. 60 Prozent der gesamten Wäschemenge – Rechnung. Sie verzichten auf Bleichmittel und optische Aufheller, die bei weniger farbechten Textilien zu Ausbleichungen bzw. Farbtonverschiebungen führen können. In ihrer Waschkraft sind sie mit den Vollwaschmitteln vergleichbar. Sie sind in Perlen-, Granulat- und Tablettenform sowie auch in flüssiger bzw. Gelform im Handel. Fazit: Colorwaschmittel entfernen den Schmutz und verhindern das Abfärben besser als es Fein- und Buntwaschmittel können. Die Farben werden mehr geschont als bei Vollwaschmitteln.


Bunt- und Feinwaschmittel enthalten alle Bestandteile der Vollwaschmittel – außer optischen Aufhellern und Bleichmitteln. Sie sind nicht nur für Feines (z.B. Handwäsche), sondern auch für normale Buntwäsche geeignet. Mit einigen Produkten kann man außerdem maschinenfeste Wolle und Seide waschen. Ihr großer Vorteil ist die Farbschonung. Die fleckentfernung gelingt allen Mitteln aus dem gleichen Grund nur befriedigend.

Charakteristische Eigenschaften Feinwaschmittel:

Schmutentfernung gut
Fleckentfernung ausreichend
Farbtonerhaltung gut
Waschwirkung insgesamt gut
Umweltverträglichkeit gut

Gardinenwaschmittel sind auf die Eigenschaften der überwiegend aus Polyesterfasern bestehenden weißen Gardinen abgestimmt. Neben Tensiden, optischen Aufhellern, Wasserenthärtern und Bleichmitteln enthalten sie Wirkstoffkombinationen, die die Wiederablagerung von Schmutz aus der Lauge verhindern sollen.

Wollwaschmittel: Ihre Inhaltsstoffe sollen ein Verfilzen der empfindlichen Wollfasern verhindern. Sie enthalten keine Enzyme und Bleichmittel. Bei einigen Produkten werden spezielle Weichmacher zugesetzt, die den Wolltextilien einen flauschig-weichen Griff geben sollen.

Waschmittel-Tabletten (Tabs) sollen die Dosierung vereinfachen und Dosierfehler vermeiden. Es gibt sie in unterschiedlichen Varianten: Tabletten aus zwei verschiedenfarbigen Elementen, die zu einem Stück zusammengepresst sind sowie Tabletten aus einem Guss. Die Tabs befinden sich in Folie im Zweierpack und werden über die Einspülkammer in der Waschmaschine dosiert. Dort zerfallen sie und lösen sich auf, sobald sie mit Wasser in Berührung kommen. Ihr Vorteil: Dosierfehler werden vermieden, kranke bzw. körperbehinderte Personen können die Dosierung ohne fremde Hilfe vornehmen.