Klimaverträglichere Mobilität - Tipps für den Alltag

Stand:
Ob im Auto, im Bus, in der Bahn oder im Flugzeug – jede individuelle Entscheidung für ein bestimmtes Verkehrsmittel wirkt sich auf das Klima aus. Für Verbraucher:innen gibt es jedoch einige Möglichkeiten, Mobilität im Alltag klimaverträglicher zu gestalten.
Menschen fahren Fahrrad, ein Zug und eine Stadt im Hintergrund
  • Die Art, wie wir uns fortbewegen, hat Auswirkungen auf das Klima.
  • Autofahren und Fliegen sind besonders umweltschädlich.
  • 52 Prozent der Verbraucher:innen sind bereit, ihr Mobilitätsverhalten zugunsten des Klimaschutzes zu ändern oder haben es bereits getan.
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Der Verkehr ist an der Produktion klimaschädlicher Treibhausgasemissionen maßgeblich beteiligt. Durch die Emissionen des Verkehrs entstehen Umwelt- und Klimaschäden, die von der Gesellschaft als Ganzes getragen werden. Laut Umweltbundesamt betrugen die Umweltkosten des Straßenverkehrs durch Treibhausgase und Luftschadstoffe 2019 in Deutschland 67,7 Milliarden Euro.

Was kann ich als Verbraucher:in im Alltag für den Klimaschutz tun?

Die Bereitschaft, das eigene Mobilitätsverhalten aus Klimaschutzgründen zu ändern, ist hoch: Eine Umfrage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) zeigt, dass 52 Prozent der Verbraucher:innen in Deutschland das eigene Verhalten im Bereich Mobilität bereits verändert haben oder dazu bereit sind, es zu tun.

60 %

sind bereit, mehr Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen, um etwas für den Klimaschutz zu tun

45 %

können sich vorstellen, für den Klimaschutz weniger oder gar nicht mehr zu fliegen oder tun das bereits.

Neben der Bereitschaft gibt es viele Möglichkeiten, die eigene Mobilität klimaverträglicher zu gestalten. Was können Sie im Alltag tun?

Umsteigen aufs Fahrrad

Das Fahrrad ist eine ideale Alternative zum umweltschädlichen Autoverkehr. Gerade in der Stadt lassen sich damit viele Wege konkurrenzlos schnell zurücklegen. Das Fahrrad - eventuell auch mit elektrischer Unterstützung - ist für kurze bis mittlere Entfernungen in vielen Fällen eine gute Alternative. Fahrrad fahren ist nicht nur günstiger für Sie und das Klima, sondern Sie tun auch noch etwas für Ihre Gesundheit.

Tipps

  • Beginnen Sie mit dem Radfahren an einem regenfreien Tag.
  • Viele Ärgernisse lassen sich vermeiden, wenn Ihr Rad mit zuverlässigen Komponenten ausgestattet ist, regelmäßig gewartet oder einem Sicherheitscheck unterzogen wird.
  • Vor einem Platten schützen pannensichere Reifen.
  • Standlichtautomatik, Reflektoren an Speichen und Kleidung sowie eine hell tönende Klingel sorgen für mehr Sicherheit.
  • Gegen Diebstahl helfen ein sicheres Schloss und das Anketten des Rads an festen Gegenständen. Zur Absicherung von wertvollen Fahrrädern empfiehlt sich eine Fahrrad-Versicherung.

Öffentlichen Verkehr nutzen

Jede Strecke, die statt mit dem Auto mit Bus oder Bahn zurückgelegt wird, spart klimaschädliches CO2 und oftmals auch Geld. Bus und Bahn sind oft besser als man denkt, und die nächste Haltestelle liegt meist näher als gedacht.

Tipps

  • Verbinden Sie die Vorteile des Radfahrens mit denen der öffentlichen Verkehrsmittel: Fahren Sie doch mit dem Rad zur nächsten Haltestelle oder dem Bahnhof. Gleiches gilt für das Auto: mit Park & Ride nutzen Sie die Vorteile beider Welten.
  • Viele Verkehrsunternehmen bieten an Haltepunkten Abstellmöglichkeiten für Fahrräder oder auch die Fahrradmitnahme an.
  • Insbesondere im Fernverkehr gibt es aufgrund verschiedener Ticketarten einiges zu beachten. Bei frühzeitiger Buchung oder zeitlicher Flexibilität können Sie am Reisetag günstig mobil sein. Ein Preisvergleich lohnt in jedem Fall!
  • Fernbusse sind oft eine günstige Alternative zu Bahn oder Auto. Neben einer Vielzahl von Verbindungen erreicht man kleinere Orte oft auch ohne Umstiege.
  • Sollten Sie Probleme mit dem Nahverkehr (ÖPNV) haben, hilft die Schlichtungsstelle Nahverkehr

Klimabewusster Autofahren

Sind Sie auf das Auto angewiesen, können Sie trotzdem effizienter und klimaverträglicher Autofahren. Ihr Auto verbraucht beispielsweise weniger Kraftstoff, wenn

  1. es optimal in Schuss gehalten wird,
  2. elektrische Annehmlichkeiten wie Klimaanlage und Sitzheizung dosiert genutzt werden und
  3. vorausschauend gefahren wird.

Indem Sie niedertourig fahren, früh schalten, den Wagen ausrollen lassen und die Höchstgeschwindigkeit freiwillig reduzieren, senken Sie den CO2-Ausstoß und den Stress beim Fahren.

Steht ein Autokauf an, sollten Sie den Kraftstoffverbrauch stärker berücksichtigen. Alternativen wie der effiziente Elektroantrieb können für viele Verbraucher:innen passen und sollten offen und ehrlich geprüft werden.

Auch muss es nicht immer ein eigenes Auto sein:

  • Car-Sharing oder Leihwagen können für Wege genutzt werden, für die der ÖPNV oder das Rad nicht geeignet sind. In unserem Car-Sharing-FAQ finden Sie weitere Informationen zum Thema.
  • Fahrdienste, die man per App bestellt, werden in immer mehr Regionen angeboten und bieten Flexibilität in Orten ohne ausreichenden Nahverkehr.
  • Eine Alternative können auch Fahrgemeinschaften sein - ob privat oder über einschlägige Portale organisiert.

 

Weitere Tipps zum kraftstoffsparenden Autofahren finden Sie hier: Hohe Kraftstoffpreise – 7 Tipps fürs bewusste Autofahren

 

Weniger Fliegen

Fliegen ist die klimaschädlichste Art sich fortzubewegen. Beispielsweise verursacht ein Flug Deutschland - Malediven und zurück pro Person eine ⁠Klimawirkung⁠ von rund 3 Tonnen CO2. Zum Vergleich: Für die gleiche Menge CO2 könnten Sie mit einem Mittelklassewagen mehr als 15.000 Kilometer fahren, bei einem Verbrauch von 7 Litern auf 100 Kilometer. Die Klimawirkung von Flügen entsteht nicht nur durch den CO2-Ausstoß. Bei der Verbrennung von Kerosin entstehen weitere schädliche Substanzen, die zur Erderwärmung beitragen.

  • Prüfen Sie bei der Buchung eines Flugs grundsätzlich, ob es eine klimaverträglichere Anreisemöglichkeit gibt, um an Ihr Ziel zu kommen. Die Bahn ist auch im Fernverkehr oftmals eine gute und preiswerte Option. Es gibt eine Vielzahl an attraktiven Urlaubszielen in Europa mit guter Bahnanbindung.
  • Wenn Sie einen Flug oder eine Autofahrt nicht vermeiden können oder wollen, können Sie den dabei entstehenden CO2-Ausstoß freiwillig finanziell kompensieren. Mit dem Geld werden üblicherweise Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern finanziert. Im Internet gibt es verschiedene Kompensationsanbieter, bei denen Sie entsprechende Zertifikate kaufen können. Die Stiftung Warentest hat diese Angebote getestet.
  • Kompensation ist jedoch keine langfristige Lösung für den Klimaschutz. Sie sollten diese Möglichkeit nur dann in Betracht ziehen, wenn CO2-Emissionen nicht vermieden oder reduziert werden können. Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es erhebliche Unsicherheiten, inwiefern der Kauf eines Kompensationszertifikats die CO2-Menge an anderer Stelle tatsächlich mindert. Achten Sie unbedingt darauf, dass der Anbieter Sie darüber informiert, wie er Ihren Beitrag verwendet und dass es sich um zertifizierte Projekte handelt.
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Dieser Inhalt wurde von der Gemeinschaftsredaktion in Zusammenarbeit mit unserem Bundesverband (vzbv) sowie der Verbraucherzentrale Bayern für das Netzwerk der Verbraucherzentralen in Deutschland erstellt.

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