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Lucuma – Gold der Inkas

Stand:

Lucuma ist ein subtropischer Baum, dessen Früchte in Pulverform als Nahrungsergänzungsmittel angeboten werden.

Das Wichtigste in Kürze:
Wirkung nicht bewiesen

  • Lucuma-Pulver soll das Immunsystem stärken, die Verdauung in Schwung bringen und für eine schöne Haut sorgen.
  • Ein wissenschaftlicher Nachweis für diese Werbeaussagen fehlt.
  • Auch wenn die Lucuma-Frucht wertvolle Nährstoffe enthält, ist der Beitrag zur Nährstoffversorgung aufgrund der kleinen Verzehrmengen eher gering.
  • Ein gesundheitlicher Mehrwert im Vergleich mit der Vielzahl heimischer Gemüse und Früchte ist nicht gegeben.

 

Lucuma Früchte
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Was steckt hinter der Werbung zu Lucuma-Nahrungsergänzungsmitteln?

Lucuma wird als „Gold der Inkas“ bezeichnet und meist in Pulverform mit „wertvollen und reichhaltigen Inhaltsstoffen“ angeboten. Da das Pulver süßlich schmeckt, wird es häufig als Nahrungsergänzung zur Verwendung in Smoothies, Müsli und Backwaren vorgeschlagen. Es soll das Immunsystem stärken, aufgrund des hohen Ballaststoffanteils die Verdauung in Schwung bringen und die innere Gesundheit sowie die äußere Schönheit fördern. Für diese behaupteten Wirkungen gibt es allerdings bislang keine verlässlichen wissenschaftlichen Nachweise.

Bezüglich der wertvollen Inhaltsstoffe in dem verarbeiteten Fruchtpulver liegen meist keine Angaben vor. Schon aufgrund der kleinen eingesetzten Menge des Lucuma-Pulvers ist der Beitrag zur Nährstoffversorgung im Verhältnis zu anderen Lebensmitteln doch eher gering. Lucuma-Pulver ist insofern eher ein exotischer Aromageber und ein Süßungsmittel für Desserts und andere Speisen, weniger Lieferant nennenswerter Nährstoffmengen.

Auf was sollte ich bei dem Verzehr von Lucuma-Pulver achten?

Das Wissen zu Lucuma-haltigen Nahrungsergänzungsmitteln ist sehr lückenhaft. Es liegen kaum wissenschaftliche Studien zu möglichen (Langzeit-) Risiken, Wechselwirkungen mit Medikamenten, zum allergenen Potential oder auch der Bioverfügbarkeit vor. Grundsätzlich ist bei neuen Pflanzenstoffen bzw. deren nicht eindeutig definierten Extrakten Vorsicht geboten.

Gefriergetrocknetes Lucuma-Pulver enthält vor allem viel Zucker. Achten Sie also auf die Nährwertangaben, wobei die Angaben zu Kalorien, Fett, Eiweiß, Kohlenhydraten und eben Zucker bei Nahrungsergänzungsmitteln (nicht aber bei anderen Lebensmitteln) freiwillig sind.

Was ist Lucuma?

Lucuma (Pouteria obovata lucuma, Lucuma obovata) ist ein subtropischer Baum, der in den Tälern der Anden wächst und schon sehr lange Zeit kultiviert wird. Verzehrt werden die Früchte des Baumes. Sie haben eine braun-grüne bis gelbe Schale mit gelbem Fruchtfleisch, das ein bis fünf Kerne umschließt. Das Fruchtfleisch der Lucuma-Frucht ist trocken, mehlig und schmeckt sehr süß. Immerhin enthält die Frucht selber schon 20 % Zucker pro 100 g (Zum Vergleich: Mango 13 %, Erdbeeren 5 %). Aktuell konzentriert sich der kommerzielle Anbau und die Verarbeitung auf Chile, Peru und Ecuador. Lucuma wird in Südamerika frisch verzehrt. Als Nahrungsergänzungsmittel ist Lucuma in Pulverform üblich. Das Pulver wird zu Verwendung in unterschiedlichen Lebensmitteln (Getränke, Speiseeis, Gebäck) empfohlen.

Welche Inhaltsstoffe sind in Lucuma enthalten?

Lucuma wird zumeist als Pulver vertrieben. Viele Produkte werden in Bio-Qualität vermarktet. Die (wenigen) Angaben zur Nährstoffzusammensetzung beziehen sich immer auf die frische Frucht. Das Nährstoffprofil der frischen Frucht weicht aber nicht wesentlich von dem anderer in Deutschland üblichen Obstsorten ab. Nur der Gehalt an Niacin liegt deutlich darüber.

Der Bedarf an diesem Vitamin ist in Deutschland aber hinreichend gedeckt wird. Eine Untersuchung zeigte, dass Lucuma-Pulver im Vergleich zu anderen getrockneten Früchten (Apfel, Erdbeeren, Pfirsich, Blaubeeren) mehr Phenole und Flavonoide enthält. Beide Stoffgruppen zählen zu den so genannten sekundären Pflanzenstoffen, denen gesundheitsförderliche Effekte zugeschrieben werden. Daneben enthält Lucuma die Mineralstoffe Eisen sowie Vitamin C und Carotinoide.

Unser Tipp:

Der Nährstoffbeitrag, den das Lucuma-Pulver bietet, lässt sich mit dem Verzehr von heimischen Früchten wie Apfel, Erdbeeren und Blaubeeren decken.

Quellen:


Dini R (2011): Flavonoid glycosides from Pouteria obovata (R. Br.) fruit flour. Food Chemistry 124 (3): 884-88

Fuentealba C (2016): Characterization of main primary and secondary metabolites and in vitro antioxidant and antihyperglycemic properties in the mesocarp of three biotypes of Pouteria lucuma. Food Chemistry 190: 403-411

United States Department of Agriculture Agricultural Research Service: National Nutrient Database for Standard Reference Release April 2018, abgerufen am 06.07.2018