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Cumarin in Nahrungsergänzungsmitteln

Stand:

Cumarin ist in größeren Mengen lebertoxisch. Es kann in Nahrungsergänzungsmitteln mit Cassia-Zimt, Waldmeister oder Tonkabohnen enthalten sein.

Das Wichtigste in Kürze:
Achtung, kann der Gesudheit schaden

  • Cumarin ist in größeren Mengen lebertoxisch.
  • Cumarin kann vor allem in Zimtkapseln enthalten sein. Bei höherer Dosierung ist eine Überschreitung der Tagesdosis für Cumarin möglich.
Cumarin Formel Wirkung
On

Was ist Cumarin und worin ist es enthalten?

Cumarin (Kumarin) ist ein natürlicher Aroma- und Duftstoff, der in vielen Pflanzen enthalten ist. In höheren Konzentrationen kommt er in bestimmten Zimtsorten und in Waldmeister vor. Aus toxikologischer Sicht gilt Cumarin als bedenklich, da es in Tierversuchen in hohen Dosen krebserregend wirkt, für den Menschen wurde ein erhöhtes Krebsrisiko bisher nicht nachgewiesen.

In hohen Aufnahmemengen kann Cumarin Leberschäden, im Extremfall Hepatitis mit Leberversagen, verursachen. Bereits geringe Mengen des Stoffes können bei empfindlichen Personen zu Leberschäden führen, die allerdings reversibel sind.

Die Genotoxizität (Erbgut schädigende Wirkung) von Cumarin konnte nicht bestätigt werden.

2006 verunsicherten Zimtprodukte die Bevölkerung. Insbesondere der Cassia-Zimt, welcher auch in Zimtkapseln für Diabetiker Verwendung findet, enthält größere Mengen lebertoxischen Cumarins. Daneben ist Cumarin auch in Waldmeister und Tonkabohnen (mexikanische „Vanille“), sowie in Steinklee,  Zimt- und Pfefferminzöl vorhanden. In kleinen Mengen ist Cumarin auch in Aprikosen, Brombeeren, Erdbeeren, Datteln, Kirschen sowie in Gartenkräutern wie Salbei, Dill und Kamille enthalten.

Wie kann ich mich schützen?

  • Um Verbraucher vor möglichen Gesundheitsgefahren zu bewahren, darf Cumarin nicht als Zutat in Lebensmitteln verwendet werden. Wohl dürfen aber Cumarin haltige Zutaten wie Cassia-Zimt, Waldmeister oder Tonka-Bohnen verwendet werden, sofern die Cumarin-Grenzwerte nicht überschritten werden.
     
  • Seien Sie vorsichtig mit der verwendeten Menge Waldmeister, wenn Sie selber Speisen zubereiten (nicht mehr als 3 Gramm pro Liter Flüssigkeit).
     
  • Tonkabohnen dürfen in Europa nur fermentiert/behandelt verkauft werden, da der Cumaringehalt sonst zu hoch wäre. Anstelle von Tonkabohnen – wobei diese nur als Gewürz eingesetzt auch unproblematisch sind – können Sie echte Vanilleschoten verwenden.
     
  • Wenn Sie Nahrungs­ergänzungs­mittel auf Zimtbasis nehmen möchten, informieren Sie sich bitte hier: Zimtkapseln - positive Wirkung auf den Blutzuckerspiegel?

     

Was sagen die Grenzwerte?

Das Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) und die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA haben das gesundheitliche Risiko, das von Cumarin in Lebensmitteln ausgehen kann, bewertet und eine tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (TDI) von 0,1 mg/ kg Körpergewicht abgeleitet. Der TDI-Wert stellt einen Richtwert dar, der die tolerierbare Menge eines Wirkstoffes beschreibt, die für einen Menschen bei lebenslanger täglicher Aufnahme als gesundheitlich unbedenklich gilt.

Seit 2011 gelten EU-weit Grenzwerte für Cumarin in verzehr­fertigen zimthaltigen Lebensmitteln, nicht jedoch für Zimt als Gewürz.

  • Traditionelle und/oder saisonale Backwaren, bei denen Zimt in der Kennzeichnung angegeben ist 50 mg/kg
  • Frühstücksgetreideerzeugnisse einschließlich Müsli 20 mg/kg
  • Feine Backwaren außer traditionelle und/oder saisonale Backwaren, bei denen Zimt in der Kennzeichnung angegeben ist 15 mg/kg
  • Dessertspeisen 5 mg/kg

 

Quellen:


Loew D; Hauer H; Koch E (2009): Differenzierte Risikobetrachtung: Cumarine in pflanzlichen Arzneimitteln. Pharmazeutische Zeitung online 07/2009

Bundesinstitut für Risikobewertung (2006): Hohe tägliche Aufnahmemengen von Zimt: Gesundheitsrisiko kann nicht ausgeschlossen werden Gesundheitliche Bewertung Nr. 044/2006 des BfR vom 18.08.06

Bundesinstitut für Risikobewertung: Fragen und Antworten zu Cumarin in Zimt und anderen Lebensmitteln Aktualisierte FAQ vom 27. September 2012

Aromen-Verordnung (EG) 1334/2008, Anhang III, Teil A und B