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IGeL-Glossar

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Allgemeine Krankenhausleistungen

Bei einem stationären Aufenthalt im Krankenhaus hat ein Patient Anrecht auf die allgemeinen Krankenhausleistungen.

Diese umfassen die Unterbringung und Verpflegung in einem Mehrbettzimmer, die Behandlung durch die diensthabenden Ärzte sowie die Versorgung mit notwendigen Medikamenten und Maßnahmen zur Genesung.

Anamnese

Die Anamnese ist eine Methode zur Diagnosestellung.

Hierbei befragt der Arzt die Patienten nach möglichen medizinisch wichtigen Informationen wie Vorerkrankungen, Allergien, Beschwerden, familiäre Erkrankungen, Medikamenteneinnahmen, Risikofaktoren wie Beruf, Freizeit- und Reiseverhalten, Sexualverhalten, Suchtverhalten etc.

Ärztekammer

Die Ärztekammer ist die berufliche Interessenvertretung der Ärzte in Deutschland.

Jedes Bundesland unterhält eine eigene Ärztekammer. Auf Bundesebene sind die Landesärztekammern in der Bundesärztekammer (BÄK) organisiert. Zu ihren Aufgaben gehören zum Beispiel die Qualitätssicherung ärztlicher Leistungen oder auch die Gutachter- und Schlichtungsfunktion bei der Überprüfung von Behandlungsfehlern bei Patienten.

Begründeter Krankheitsverdacht

Bei einem begründeten Krankheitsverdacht weist ein Patient bestimmte für eine Krankheit typische Symptome oder Befunde auf.

Ob ein begründeter Krankheitsverdacht besteht oder nicht, ist entscheidend dafür, ob die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten für weitere Untersuchungen zur Abklärung der Diagnose übernimmt.

Bonusprogramme der Krankenkassen

Mit den Bonusprogrammen der Krankenkassen sind Geld- oder Sachprämien gemeint, die die Krankenkasse ihren Mitgliedern, den Versicherten, bei einem gesundheitsbewussten Verhalten zahlt.Dazu kann z.B. der Nachweis gehören, dass gesetzlich empfohlene Früherkennungs- und Vorsorge­untersuchungen wahrgenommen werden oder dass man regelmäßig Sport treibt.

Neben den Geld- und Sachprämien bieten einigen Krankenkassen auch Gutscheine oder Zuschüsse bei bestimmten Gesundheits­leistungen an, die nicht zu den Regelleistungen der Krankenkassen gehören. Welches Bonusprogramm die eigene Krankenkasse anbietet, wie die dazugehörigen Bedingungen und Prämien ausgestaltet sind, erfahren Versicherte in den Satzungen ihrer Krankenkassen.

Chefarztbehandlung

Wahlärzte sind die Ärzte eines Krankenhauses, die über besondere Qualifikationen und Erfahrungen in ihrem medizinischen Gebiet verfügen.

In der Regel sind dies die Chefärzte des Krankenhauses. Entscheidet sich der Patient für eine Chefarztbehandlung, muss er vorher eine schriftliche Vereinbarung mit dem Arzt bzw. dem Krankenhaus abschließen, den sogenannten Wahlleistungsvertrag.

Früherkennungsuntersuchung

Bei einer Früherkennungsuntersuchung geht es darum, eine Krankheit durch gezielte Untersuchungen in einem frühen Stadium zu erkennen.

Dies kann helfen, die Krankheit schneller und wirkungsvoller zu behandeln. Das Brustkrebs-Screening für Frauen ab 50 Jahren ist zum Beispiel eine klassische und von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlte Untersuchung zur Früherkennung von Brustkrebs.

Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ)

Die Gebührenordnung für Ärzte regelt die Bezahlung für die beruflichen Leistungen von Ärzten.

Dies gilt aber nur für die medizinischen Leistungen, die nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt werden, zum Beispiel Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL). Auch bei der Abrechnung von Leistungen gegenüber privat Versicherten dient die GOÄ als Abrechnungsgrundlage.

Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ)

Die GOZ regelt die Vergütung für zahnärztliche Leistungen, die nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden.

Auf Grundlage der GOZ werden zahnärztliche Leistungen für Privatpatienten oder auch Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) in der Zahnmedizin abgerechnet.

Gebührensatz

Privatärztliche Leistungen, zum Beispiel auch IGeL-Leistungen, werden nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet.

Diese Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) sieht Mindest- und Höchstsätze für ärztliche Leistungen vor. Der Gebührensatz gibt den finanziellen Wert einer medizinischen Leistung an. Ärzte dürfen zwischen dem 1,0- und dem 3,5-fachen des Gebührensatzes abrechnen. Überschreitet der Arzt diesen Schwellenwert, muss er dies schriftlich auf der Rechnung begründen.

Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)

Der Gemeinsame Bundesausschuss ist das oberste Beschlussgremium im deutschen Gesundheitswesen. Er setzt sich aus Vertretern der Ärzteschaft, der Krankenkassen und der Krankenhäuser zusammen. Der G-BA legt fest, welche medizinischen Leistungen von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden.

Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist eine wichtige Säule der deutschen Sozialversicherung.Sie versorgt ihre Mitglieder mit Gesundheitsleistungen wie ambulanten oder stationären Behandlungen, Arzneimitteln oder häuslicher Krankenpflege.

Diese Leistungen werden auch Kassenleistung oder GKV-Leistungskatalog genannt. Rund 90 % der deutschen Bevölkerung sind Mitglied in der GKV. Die Höhe der Versicherungsbeiträge hängt vom Einkommen des Versicherten ab.

HIV-Test in der Schwangerschaft

Die Kosten für den HIV-Test übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung. Es wird empfohlen, den HIV-Test zu Beginn der Schwangerschaft zu machen.

Liegt eine HIV-Infektion bei der Mutter vor, kann das Risiko einer Ansteckung des Kindes minimiert werden, wenn rechtzeitig medizinische Maßnahmen eingeleitet werden. Patientinnen können den HIV-Test auch anonym machen lassen. Dies kann mit geringen Kosten verbunden sein. Mehr Infos: Merkblatt HIV-Test als Schwangerschaftsvorsorge

IGeL-Monitor

Der IGeL-Monitor ist ein Internetportal des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDS). Das Internetportal IGeL-Monitor bewertet den Nutzen und Schaden von IGeL-Leistungen nach wissenschaftlichen Kriterien.

Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL)

Individuelle Gesundheitsleistungen sind Leistungen, die von Ärzten, Zahnärzten oder Psychotherapeuten zwar angeboten werden, grundsätzlich aber nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bezahlt werden müssen. Sie gehören nicht zum Leistungskatalog der GKV.

Erfahren Sie mehr über IGeL-Leistungen.

IOL-Master

Die optische Biometrie ist ein Untersuchungsverfahren, bei dem das Auge per Lasertechnik exakt vermessen wird. Das technische Gerät zur Durchführung dieser Laservermessung heißt IOL-Master.

Vor vielen Operationen am Auge wird das Auge im Zuge der Vorbereitung und Vorbehandlung auf die OP genau vermessen. Dabei wird die Brechkraft des Auges bestimmt, indem per Lasertechnik die Länge des Auges, der Abstand zwischen Hornhaut und Linse sowie die Dicke und Krümmung der Hornhaut ermittelt wird. Die Lasermethode ist berührungs- und schmerzfrei.

Kassenärztliche Vereinigung (KV)

Der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) gehören alle Ärzte und Psychotherapeuten an, die zur ambulanten Behandlung von Kassenpatienten zugelassen sind.

In jedem Bundesland gibt es eine eigene KV. Auf Bundesebene gibt es die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), die die Länder-KVn berät.

Krankenhausentgeltgesetz

Das Krankenhausentgeltgesetz (kurz: KHEntgG) regelt gemeinsam mit dem Krankenhausfinanzierungsgesetz die Bezahlung der von Krankenhäusern erbrachten stationären Leistungen. Es legt auch wichtige Regelungen für privat zu zahlende Leistungen (Wahlleistungen) fest.

Krebsvorsorge

Mit Krebsvorsorge sind umgangssprachlich die Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung gemeint. Das Brustkrebs-Screening für Frauen ab 50 Jahren ist eine klassische und von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlte Untersuchung zur Früherkennung von Brustkrebs.

Dagegen sollen Krebsvorsorgemaßnahmen vorbeugend wirken, um das Risiko einer Krebserkrankung zu verringern. Die HPV-Viren-Impfung für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren ist eine solche Vorsorge.

Leistungserbringer

Mit Leistungserbringer sind diejenigen Personen gemeint, die medizinische und pflegerische Leistungen erbringen. Dazu gehören zum Beispiel Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten und Apotheker sowie deren jeweilige Verbände.

Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenkassen / GKV-Leistungskatalog

Gesetzlich Versicherte haben einen Anspruch auf eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung mit allen medizinisch notwendigen Leistungen.

Im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen sind alle Leistungen enthalten, die die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen müssen (= Kassenleistungen). Vom G-BA abgelehnte Leistungen darf die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) nicht übernehmen.

Liquidationsberechtigter Arzt

Liquidationsberechtigte Ärzte sind die Ärzte im Krankenhaus, die zur Abrechnung von wahlärztlichen Leistungen im Krankenhaus befugt sind.

Dieses Recht wird vom Krankenhaus auf die leitenden Krankenhausärzte übertragen; das sind in der Regel die Chefärzte der einzelnen fachmedizinischen Abteilungen.

Mahnstopp

Der Patient kann mit dem Krankenhaus bzw. Arzt einen Mahnstopp vereinbaren, so dass die Zahlung der Rechnung für eine privatärztliche Leistung "ruht", bis Unstimmigkeiten geklärt sind.

Medizinische Indikation

Eine Indikation gibt an, welche medizinische Maßnahme für ein bestimmtes Krankheitsbild sinnvoll ist und zum Einsatz kommen soll.

Mutterschaftsrichtlinie

In den Mutterschaftsrichtlinien hat der Gemeinsame Bundesausschuss festgelegt, welche Vorsorgeuntersuchungen und Leistungen Schwangeren gesetzlich zustehen.Dazu zählen die Erstuntersuchung, um die Schwangerschaft festzustellen; regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, die den Gesundheitszustand von Mutter und Kind überprüfen; drei Ultraschalluntersuchungen sowie Blut- und Urinuntersuchungen, die auf Infektionskrankheiten testen wie Röteln, Aids oder Hepatitis B.

OCT (Optische Kohärenztomographie)

Die OCT ist ein Untersuchungsverfahren in der Augenheilkunde, bei dem mit Hilfe von Laserlicht die Dicke und Struktur der Netzhaut im Auge bestimmt wird.

Bei der Untersuchung tastet das Lasergerät die Netzhaut mit einem schwachen Laserlicht ab und zeigt die einzelnen Netzhautschichten im Querschnitt an. Der Ablauf einer OCT-Untersuchung ähnelt einem Sehtest beim Optiker. Während der Behandlung schauen Sie durch ein spezielles Gerät, während ein Laserapparat die notwendigen Abbilder der Netzhaut anfertigt. Die Untersuchung ist schmerz- und berührungsfrei.

Optische Biometrie

Die optische Biometrie ist ein Untersuchungsverfahren, bei dem das Auge per Lasertechnik exakt vermessen wird.

Vor vielen Operationen am Auge wird das Auge im Zuge der Vorbereitung und Vorbehandlung auf die OP genau vermessen. Dabei wird die Brechkraft des Auges bestimmt, indem per Lasertechnik die Länge des Auges, der Abstand zwischen Hornhaut und Linse sowie die Dicke und Krümmung der Hornhaut ermittelt wird. Die Lasermethode ist berührungs- und schmerzfrei. Das technische Gerät zur Durchführung dieser Laservermessung heißt IOL-Master.

Parodontaler Screening Index (PSI)

p>Der PSI ist eine einfache Methode, den Zustand des Zahnfleischs zu bewerten. Er ermöglicht es, bereits frühe Formen von Zahnbetterkrankungen zu erfassen, um sie zielgerichtet zu behandeln.

 

Dabei untersucht der Zahnarzt das Zahnfleisch an verschiedenen Stellen eines jeden Zahnes mit einer Spezial-Sonde. Die möglichen Befunde werden zu Codewerten zusammenfasst, die für das Ob und Wie einer weiteren Behandlung entscheidend sind. Diese Untersuchung ist für gesetzlich Krankenversicherte alle zwei Jahre kostenlos.

Pauschalhonorar

Bei einem Pauschalhonorar vereinbart der Arzt mit dem Patienten vor Behandlungsbeginn einen festen Betrag für eine medizinische Leistung.

Bei IGeL-Leistungen ist das unzulässig. Hier gilt die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Der Arzt muss eine detaillierte Rechnung mit sämtlichen Einzelleistungen ausstellen.

Private Krankenversicherung (PKV) / privat versichert

Der Versicherungsbeitrag ist nicht einkommensabhängig, sondern wird aus individuellen Faktoren ermittelt. Der erstattungsfähige Leistungsumfang richtet sich nach dem jeweiligen Versicherungstarif. Kosten werden zunächst vom Patienten selbst bezahlt und anschließend von der privaten Krankenversicherung erstattet.

Private Zusatzversicherung

Gesetzlich Versicherte können über eine oder mehrere private Zusatzversicherungen ihren Krankenversicherungsschutz ergänzen.

Über private Zusatzversicherungen können gesetzlich Versicherte ihren Krankenversicherungsschutz über den Umfang des GKV-Leistungskatalogs und die Satzungsleistungen ihrer Krankenkasse hinaus ergänzen.

Satzungsleistungen der Krankenkasse

Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen, die sie ihren Mitgliedern über den gesetzlich festgeschriebenen Leistungskatalog hinaus gewähren können.

Die zusätzlichen Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen liegen im Ermessen der Krankenkassen und werden in der jeweiligen Satzung festgeschrieben.

Selektivvertrag

Bei einem Selektivvertrag wird ein Vertrag zwischen einer Krankenkasse und bestimmten Leistungserbringern geschlossen. Leistungserbringer können z. B. einzelne Ärzte sein.

Im Selektivvertrag werden den Versicherten zusätzliche Versorgungsleistungen außerhalb der sogenannten Regelversorgung (siehe GKV-Leistungskatalog) angeboten.

Versicherungstarif

Versicherungstarif meint die Vertragsbedingungen eines Versicherungsvertrages und regelt den Versicherungsschutz und Leistungsumfang.

In der privaten Krankenversicherung gibt es eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Tarife; daher kann der Umfang der Erstattungen erheblich variieren.

Vorsorgeuntersuchung

Vorsorgeuntersuchungen helfen dabei, Risikofaktoren für bestimmte Krankheiten zu erkennen und risikosenkende Maßnahmen einzuleiten, um eine Erkrankung zu verhindern.Der Begriff Vorsorge wird fälschlicherweise oft gleichgesetzt mit der Früherkennungsuntersuchung.

Wahlleistung

Wahlleistungen sind Zusatzleistungen, die über die die allgemeinen Krankenhausleistungen hinausgehen, zum Beispiel Unterbringung im Ein-/Zweibettzimmer sowie Chefarztbehandlung. Wahlleistungen sind freiwillig und müssen vom Patienten selbst bezahlt werden, außer er besitzt eine private Zusatzversicherung.

Wahlleistungsvereinbarung /-vertrag

Eine Wahlleistungsvereinbarung ist ein Vertrag zwischen Patient und Krankenhaus über die vom Patienten gewünschten Wahlleistungen (etwa Unterbringung im Ein-/Zweibettzimmer, Chefarztbehandlung).

Wahltarife

Gesetzliche Krankenkassen können ihren Versicherten spezielle Wahltarife anbieten

Die Versicherten der Gesetzlichen Krankenkassen haben so die Möglichkeit, gegen Aufpreis Extraleistungen abzusichern oder über bestimmte Tarife Beiträge einzusparen.

Mehr Infos im Flyer " Wahltarife und Satzungsleistungen der Krankenkassen".