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Kaminofen: Gemütlichkeit ohne Schadstoffe?

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Erneuerbare Energien sind Lieferanten für umweltfreundliche Heizenergie - eine gute Alternative zu Öl und Gas.

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Bei richtiger Planung und Dimensionierung ist der Betrieb derartiger Anlagen bei identischer Leistung und gleichem Komfort sogar kostengünstiger als der bei konventionellen Heizungen. Zusätzlich erhöhen Kombinationen von Heizungssystemen die Effizienz ‒ wie etwa bei einer Holzpelletheizung mit einer Solarthermie-Anlage. Das Heizen mit Erneuerbaren fördert der Staat mit verschiedenen Förderprogrammen.

Ein Kaminofen steht weit oben auf der Wunschliste deutscher Haushalte. Doch so umweltfreundlich, wie in der Werbung suggeriert wird, sind die Öfen nicht.

Verbrennt Holz, entstehen Schadstoffe wie aromatische Kohlenwasserstoffe (z.B. Benzol) oder Feinstaub. Darum sollte nur Geräten mit geringem Schadstoff-Ausstoß ein Platz im Wohnzimmer eingeräumt werden. Die Verbraucherzentrale rät, auf Raumheizer wie Pelletöfen zu setzen, die das Umweltzeichen "Blauer Engel" tragen. Sie werden mit genormten Holzpellets befeuert.

Wer sein Wohnzimmer mit einem Ofen auf die richtige Temperatur bringen will, sollte außerdem folgende Hinweise beachten:

  • Emissionswerte: Mit Holz zu heizen, ist kohlendioxidneutral und damit klimafreundlich. Denn Holz kann nur so viel Kohlendioxid abgeben, wie der Baum, von dem es stammt, im Laufe seines Lebens aufgenommen hat. Egal ob das Material im Wald verrottet oder das Wohnzimmer wärmt. Seit 2010 gelten Auflagen an die Feinstaubemissionen der Öfen; diese sind in der 1. BImSchV festgelegt. Je nach Emissionsausstoß müssen demnach die Kamine nachgerüstet bzw. außer Betrieb genommen werden. Auf vergleichsweise emissionsarme und effiziente Geräte weist das DINplus-Zertifikat hin.

  • Umweltzeichen: Pelletöfen, die das Umweltzeichen "Blauer Engel" tragen, sind besonders emissionsarm und sollten deshalb erste Wahl sein. Eine Liste von Geräten mit Siegel finden Interessenten im Internet.

  • Anschlüsse: Nicht jeder Raum ist für einen Ofen geeignet. Der Schornsteinfeger weiß, ob die Anlage an den vorhandenen Schornstein angeschlossen werden darf. Wichtig ist zu klären, woher die Luft, die für den Verbrennungsprozess benötigt wird, kommen kann. Wer die Verbrennungsluft durch eine Leitung aus dem Keller oder von außen holt, vermeidet, dass der Ofen dem Raum Sauerstoff entzieht und der Heizenergieverbrauch, durch erhöhte nachströmende Kaltluftmengen steigt. Sinnvoll ist, die Heizleistung des Ofens auf den Wärmebedarf des Raumes abzustimmen. Damit ist sichergestellt, dass es – ohne Energie zu vergeuden – wohlig warm wird.

  • Lagerraum: Wer Haus oder Wohnung mit Holz aufheizen möchte, braucht einen Platz, um den Brennstoff zu lagern. Trockenes Holz gibt mehr Wärme ab und setzt weniger Schadstoffe frei: also besser einen trockenen und luftigen Lagerraum wählen. Es darf nur Holz mit einem Feuchtegehalt von maximal 25 Prozent verfeuert werden.

  • Wartung: Damit es später keine böse Überraschung gibt, sollte immer ein Fachbetrieb den Ofen installieren und in Betrieb nehmen. Leider noch keine Selbstverständlichkeit: die Geräte einmal im Jahr, spätestens vor Beginn der Heizperiode, vom Fachbetrieb warten zu lassen.