Menü
Herzlich willkommen im neuen Internetauftritt der Verbraucherzentrale! Wir haben viel getan - hier stellen wir die Neuerungen vor.

Telefon und Internet: So vergleichen Sie verschiedene Angebote

Stand:

Ab 1. Juni 2017 ist Schluss mit kaum vergleichbaren Verträgen für Internetanschlüsse. Anbieter sind nun verpflichtet, ihre Angebote per Produktinformationsblatt transparent und vergleichbar zu gestalten.

Off
Frau am Laptop
Foto: contrastwerkstatt / Fotolia.com

Ab 1. Juni 2017 ist Schluss mit kaum vergleichbaren Verträgen für Internetanschlüsse, leeren Werbeversprechen mit übertriebenen Übertragungsraten und verschleierten Kündigungsterminen. Anbieter sind nun verpflichtet, ihre Angebote per Produktinformationsblatt transparent und vergleichbar zu gestalten. Verbraucher können sich dadurch informiert für einen Anbieter entscheiden, diesem auf den Zahn fühlen und leichter wechseln.

Anbieter von Festnetz- und Mobilfunkanschlüssen müssen für Tarife, die einen Zugang zum Internet beinhalten, Produktinformationsblätter in DIN A4-Größe bereitstellen. So lassen sich nicht nur die Tarife eines Anbieters leichter vergleichen, sondern auch die Tarife verschiedener Anbieter. Denn die Produktinformationsblätter müssen nach Vorgaben der Bundesnetzagentur gleich aussehen als auch die gleichen Informationen beinhalten. So ist sichergestellt, dass Sie stets die wichtigsten Tarifdetails auf einen Blick erhalten.

Welche Details dies sind, können Sie der folgenden Übersicht entnehmen:

Pflichtangaben zu Tarifen mit Internetzugang im Produktinformationsblatt Vorgaben der Bundesnetzagentur zur Erfüllung der Infopflichten
Name des Tarifs z.B. „Musterflat 100 (Mobilfunk)“
Enthaltene Zugangsdienste z.B. Internet, Telefonie, TV
Datum der Markteinführung Nach dem Muster Tag/Monat/Jahr
Vertragslaufzeit Je nachdem in Monaten, Wochen, Tagen
Infos zu Verlängerung und Kündigung des Vertrags "Verlängerung um jeweils X Monate, wenn nicht mit einer Frist von Y Monaten/Wochen zum jeweiligen Laufzeitende gekündigt wird."
Datenübertragungsrate in Mbit/s (Down- und Upload) Festnetz: Angabe der minimalen, der normalerweise (= meistens tatsächlich) zur Verfügung stehenden und der maximalen Übertragungsrate

Mobilfunk: Angabe der geschätzten maximalen Übertragungsrate
Angaben zu Volumenbeschränkungen (soweit vorhanden) Schwellenwert: Pflichtangabe, ab welchem Schwellenwert an verbrauchtem Datenvolumen im Abrechnungszeitraum die Datenübertragungsrate gedrosselt wird oder neues Datenvolumen gebucht wird.

Datenübertragungsrate: Pflichtangabe über die Datenübertragungsrate, die nach der Drosselung angeboten wird (in Mbit/s oder kbit/s).

Ausnahmen: ggf. Pflichtangabe, welche Dienste oder Anwendungen nicht in das vertragliche Datenvolumen eingerechnet werden.
Preise Es muss der Preis für den Tarif angegeben werden. Zudem soll angegeben werden, ob im Preis die Bereitstellung von Hardware (z.B. Router, Modem) enthalten ist.
Name und ladungsfähige Anschrift des Anbieters Es darf nicht lediglich eine Postfachadresse angegeben sein.

 

Die Anbieter sind verpflichtet, Sie vor Vertragsschluss auf die Produktinformationsblätter hinzuweisen sowie diese kostenfrei und stets leicht zugänglich zur Verfügung zu stellen:

  • Im Internet muss auf den Angebotsseiten des Anbieters die Möglichkeit bestehen, die Produktinformationsblätter herunterzuladen. Dies gilt auch für Tarife die gar nicht mehr angeboten werden. Diese müssen über ein Archiv abrufbar sein.
  • Im stationären Handel oder bei Verträgen an der Haustür oder im öffentlichen Raum muss Ihnen das Produktinformationsblatt ausgehändigt werden oder es muss gut sichtbar ausliegen.
  • Bei telefonischen Vertragsschlüssen muss Ihnen eine unverzügliche Nachsendung des Produktinformationsblatts auf elektronischem (z.B. per E-Mail) oder postalischem Wege angeboten werden.

Verlangen Sie in jedem Fall vor Vertragsabschluss das entsprechende Produktinformationsblatt und verwahren Sie dieses. So können Sie im Nachgang stets die wesentlichen Vertragsbestandteile einsehen.

Am 1. Juni 2017 ist die von der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen erlassene "Verordnung zur Förderung der Transparenz auf dem Telekommunikationsmarkt" in Kraft getreten. Die Verordnung gilt gleichermaßen sowohl für Festnetz- als auch Mobilfunkangebote. Ziel der Verordnung ist es, dem Verbraucher die Möglichkeit zu geben, unterschiedliche Produkte zu vergleichen und eine informierte Entscheidung bei der Wahl seiner Telekommunikations-Dienste treffen zu können. Dies soll unter anderem durch die Einführung der oben beschriebenen Informationspflichten erreicht werden.