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Wohnungswechsel: Beim Umzug nicht verladen lassen

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Steht ein Umzug ins Haus, locken Spediteure oft mit günstigen Fest- und Stundenpreisen: Tragen, Transport und Montage - alles inklusive. Die Realität sieht häufig anders aus.
Da wird beispielsweise die Rechnung präsentiert, bevor Kisten und Möbel wieder Einzug halten, und die Umzugskosten fallen vielfach höher aus als vorher veranschlagt. Folgende Tipps helfen, das Verfrachten von Tisch und Bett ohne viel Bruch zu überstehen:

  • Vergleichsangebote einholen: Eine gute Planung ist die halbe Miete. Rechtzeitig vor dem Wohnungswechsel sollten deshalb Angebote von mehreren Spediteuren eingeholt werden. Liegt das neue Zuhause in einer anderen Stadt, kann es sich lohnen, auch dort ansässige Anbieter in den Preisvergleich einzubeziehen.

  • Alle Leistungen prüfen: Bevor sie einen Kostenvoranschlag erstellen, machen sich die Spediteure vor Ort über Wohnungsgröße, -lage und das Umzugsgut schlau. So können sie taxieren, wie viel Volumen von einem Ort zum anderen geschafft werden muss. Es empfiehlt sich, in Beratungsgesprächen alle Teilleistungen des Umzugs durchzugehen und schriftlich zu fixieren.

  • Unterschiedliche Abrechnungsverfahren: Wahlweise kalkulieren Spediteure entweder nach Aufwand und Stunden, oder sie bieten einen Festpreis an. Für beide Kalkulationsarten gilt: Im schriftlichen Kostenvoranschlag sollten stets alle vereinbarten Leistungen des Spediteurs auftauchen, vom Aufstellen des Halteverbotsschilds vorm Haus über den Außenlift bis hin zu Packmaterial und Montagearbeiten. Neben allen Einzelleistungen sollte im Angebot auch die Mehrwertsteuer enthalten sein.

  • Abrechnung nach Aufwand: Wird die Arbeitsleistung nach Stunden berechnet, ist nicht nur der Stundenpreis wichtig. Entscheidend für die Kosten ist auch, ob die aufzuwendenden Stunden für die einzelnen Leistungen, zum Beispiel die Anzahl der Packer, richtig angesetzt sind. Wird der angesetzte Zeitrahmen überschritten, drohen Nachforderungen. Mehrkosten zwischen 15 und 20 Prozent sind jedoch noch akzeptabel.

  • Festpreis: Hierbei bietet der Unternehmer einen verbindlichen Preis für die gesamte Umzugsleistung an. Verkalkuliert er sich dabei, indem er etwa die Zahl der Arbeitsstunden zu niedrig ansetzt, geht der Mehraufwand zu seinen Lasten. Veranschlagt er zu viele Stunden, hat der Kunde das Nachsehen. Der Leistungsumfang beim Festpreis sollte vorher möglichst exakt bestimmt und vertraglich in allen Einzelheiten festgehalten werden.

  • Umzugsschäden: Geht beim Umzug was zu Bruch, sind nicht alle Schäden versichert. Der Spediteur haftet in der Regel nur für von ihm verursachte Schäden bis höchstens 620 Euro pro Kubikmeter Transportgut. Diese Haftungssumme kann bei Verbrauchern nicht unterschritten, jedoch über eine Vereinbarung mit dem Umzugsunternehmen ausgeweitet werden. Versäumt der Transportunternehmer, Kunden über die beschränkte Haftung zu belehren, muss er für Schäden komplett aufkommen. Dies gilt jedoch nicht für Wertgegenstände und für vom Kunden selbst verpacktes Transportgut. Die Versicherung ersetzt allerdings nur den Zeit- und nicht den Wiederbeschaffungswert des beschädigten Hausrats. Bei höherem Absicherungsbedarf kann jedoch eine Zusatzversicherung über den Spediteur abgeschlossen werden. Die Beweislast für Transportschäden liegt in jedem Fall beim Kunden.

  • Meldefristen: Offensichtliche Schäden – wie Schrammen am Mobiliar oder zerbrochenes Glas – müssen einen Tag nach dem Umzug gemeldet werden. Versteckte Mängel können bis zu 14 Tage nach dem Umzug schriftlich beim Spediteur geltend gemacht werden.