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Händler kann für Schäden durch Fremd-Tintenpatronen haften

Stand:

Durch fehlerhafte Tintenpatronen ist der Drucker eines Kunden beschädigt worden. Wegen seiner Werbeaussage, sie sei kompatibel, hafte der Händler, befand das zuständige Gericht.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Eine herstellerfremde Patrone hat den Drucker des Kunden eines Onlineshops beschädigt.
  • Sie war als kompatibel beworben worden - der Mann zog darum vor Gericht.
  • Zu Recht, so das Urteil: Der Handler muss für die versprochene Kompatibilität einstehen.
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Viele Kunden kaufen für ihre Tintendrucker günstige Fremdpatronen statt der Originalteile vom Hersteller. Zur Orientierung, welche Patrone denn zu welchem Gerät passt, geben Händler meist konkrete Hersteller und Modellnummern an. Was passiert aber, wenn das Gerät durch die Patrone beschädigt wird?

Sollte der Händler damit geworben haben, das Produkt sei kompatibel, haftet er für dennoch entstandene Schäden. Das geht aus einem aktuellen Urteil des Amtsgerichts Bretten hervor (Az. 1 C 362/15), über das nun Shopbetreiber diskutieren und die Stiftung Warentest berichten.

Ein in Bretten ansässiger Tintenpatronenhändler hatte in seinem Onlineshop für das vom Kunden gekaufte Produkt mit den Worten geworben:

"4 Druckerpatronen kompatibel für HP 950XL 951XL SET mit Chip und Füllstandsanzeige funktioniert!!!"

Angebot einer eigenen Reparatur zu Recht ausgeschlagen

Bei mindestens einer der Druckerpatronen fehlte dann aber offenbar ein aufgesetzter Chip. Die Folge: Im Drucker verbogen sich beim Einsetzen Kontakte, eine Reparatur sollte rund 200 Euro kosten.

Dafür muss der Händler nun einstehen. Sein Werbeversprechen sei eine Garantieübernahme, befand das Gericht. Der Händler muss Schadenersatz zahlen. Auch sein Angebot, den Drucker selbst zu reparieren, habe der Kunde zu Recht ausgeschlagen.