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Miracle Mineral Supplement (MMS): Erhebliche Gesundheitsgefahr

Stand:

MMS - Wundermittel bei verschiedenen Krankheiten? Versprochene positive Wirkungen sind nicht belegt. Im Gegenteil: Gesundheitsbehörden warnen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Werbung verspricht eine kostengünstige, einfache und schnelle Heilung von Aids, Hepatitis, Krebs und vielen weiteren ernsten Erkrankungen.
  • Tatsächlich gibt es keinen einzigen Nachweis für irgendeine positive Wirkung von MMS.
  • MMS besteht aus der Chemikalie Natriumchlorit. Wird diese aktiviert entsteht das als "sehr giftig", "ätzend", "umweltgefährlich" und "brandfördernd" eingestufte Chlordioxid.
  • Von der Einnahme geht eine erhebliche Gesundheitsgefahr aus. Von der Verwendung dringend abzuraten!
Fläschchen Tropfen
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Was steckt hinter der Werbung zu Miracle Mineral Supplement (MMS)?

Die Werbung wie auch die Homepage des "Erfinders" Jim Humble versprechen wahre Wunder: "Für AIDS, Hepatitis A, B und C, Malaria, Herpes, Tuberkulose, die meisten Krebsformen und viele weitere ernste Erkrankungen gibt es nun eine Lösung. Zahlreiche Krankheiten lassen sich jetzt erfolgreich bekämpfen..." Tatsächlich gibt es keine einzige wissenschaftliche Studie, die irgendeine positive Wirkung von MMS belegt und auch für Jim Humbles zahlreiche "Erfahrungsberichte" finden sich keinerlei Nachweise.

Besonders kritisch ist das große Angebot von "Ratgebern" zum Thema "MMS", oft in Kombination mit den Produkten oder der Bewerbung "andere Kunden kauften auch...".

Was ist MMS?

MMS enthält die Chemikalie Natriumchlorit (NAClO2) - nicht zu verwechseln mit Natriumchlorid, Kochsalz). Wird Natriumchlorit in Wasser gelöst und mit einer Säure (z.B. Zitronensäure, Fruchtsäure aus Säften oder Essig) vermischt, bildet sich das als "sehr giftig", "ätzend", "umweltgefährlich" und "brandfördernd" eingestufte Chlordioxid. Diese Substanz wird normalerweise als Desinfektionsmittel bei der industriellen Wasseraufbereitung und als Bleichmittel für Textilien eingesetzt.

Bis 1957 wurde Chlordioxid auch als Zusatzstoff zum Bleichen von Mehl verwendet, nach Tierversuchen mit schweren Nierenschäden jedoch verboten. Chlordioxid ist in Europa weder als Lebensmittel noch für Lebensmittel erlaubt. Auch Natriumchlorit als arzneilich wirksamer Bestandteil ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen. Um dagegen nicht zu verstoßen, wird man auf einschlägigen Internetseiten an Anbieter für Wasser­aufbereitungsmittel weitergeleitet.

Warum wird vor der Verwendung von MMS gewarnt?

Chlordioxid wirkt auf Haut und Schleimhaut je nach Konzentration reizend bis ätzend. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Nierenversagen, schwere Darmschädigungen und Blutdruckabfall können die Folge sein. Berichtet wird auch von einem Todesfall: So starb eine Frau innerhalb von 12 Stunden nach der Einnahme. Besonders Kinder sind aufgrund ihres geringen Körpergewichts stark gefährdet.

Inzwischen sind auch in Deutschland Einzelfälle von unerwünschten Wirkungen nach der Verwendung von "MMS" bekannt geworden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät von der Einnahme und der Verwendung von "MMS" dringend ab. Auch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) warnt vor der Einnahme von "MMS" durch Menschen und vor der Verwendung bei Tieren.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sieht diese Produkte als bedenklich an, weil der begründete Verdacht besteht, dass sie bei bestimmungsgemäßem Gebrauch schädliche Wirkungen haben, die über ein vertretbares Maß hinausgehen.

Im Mai 2014 hatte es eine Warnung herausgegeben, nachdem "MMS" verstärkt über Spam-E-Mail und unsichere Internet-Quellen gemeinsam mit einer verdünnten Säure als Hilfe gegen Krebs, Malaria, chronische Infektionen und weitere Krankheiten beworben wurde. Am 26. Februar 2015 hat das BfArM zwei "MMS"-Produkte als zulassungspflichtig und bedenklich eingestuft. Nach Auffassung des BfArM handelt es sich um sogenannte Präsentations­arzneimittel, weil der Hersteller eindeutige Heilversprechen macht und arzneiliche Zweckbestimmungen angibt. Außerdem verweist der Hersteller im Internet auf ein Buch, in dem Anwendung und Wirksamkeit von MMS etwa bei Malaria und Krebs beschrieben werden.

Die Behörden empfehlen Verbrauchern, die "MMS" gekauft haben, die Einnahme sofort zu stoppen. Restbestände müssen als Sondermüll entsorgt werden. Falls bereits Gesundheitsstörungen oder Nebenwirkungen aufgetreten sind, informieren Sie bitte unverzüglich ihren Arzt.

  • Ignorieren Sie Werbung zu MMS.
  • Sollten Sie Restbestände haben, entsorgen Sie diese als Sondermüll.
  • Von der Verwendung ist dringend abzuraten.

 

Quellen:


BfR. BfR rät von der Einnahme des Produkts "Miracle Mineral Supplement" ("MMS") ab. Stellungnahme Nr. 025/2012

BVL. Warnung vor der Verwendung von "Miracle Mineral Supplement" bei Tieren.

BfArM. BfArM warnt vor der Anwendung von "Miracle Mineral Supplement" als Arzneimittel. Pressemitteilung Nummer 08/14.

BfArM.Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte stuft zwei "Miracle Mineral Supplement"-Produkte als zulassungspflichtig und bedenklich ein.Pressemitteilung 3/15.

Eine Kombination von "MMS" und Buch sieht das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) als Hinweis auf ein Präsentationsarzneimittel.