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Lebensmittel mit zugesetzten speziellen Ballaststoffen (früher "Prebiotika")

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Herstelller konnten versprochene Wirkungen nicht belegen.

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Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat bei der Bewertung von Lebensmittelwerbung mit Gesundheitsbezug ("Health Claims") auch die Aussagen zu Lebensmitteln geprüft, die mit ganz bestimmten Ballaststoffen angereichert werden. Die Hersteller konnten die ausgelobten positiven Effekte für die Gesundheit nicht nachweisen.

Häufig werden Lebensmitteln Inulin oder Oligofruktose zugesetzt. Diese Bei­mischungen finden sich in zahlreichen Produkten: in Backwaren, Milcherzeugnissen, Fruchtsäften und Müsliriegeln, aber auch in Süßwaren, Säuglingsnahrung, Nahrungsergänzungs­mitteln oder Wurst. Die als Prä- oder Prebiotika bezeichneten Zusätze sind besondere, wasserlösliche Ballaststoffe; sie gelangen in den Dickdarm und werden dort hauptsächlich von Bifidobakterien als Nahrung genutzt. Die Prebiotika sollen so das Wachstum dieser günstigen Bakterien im Darm fördern, das von unerwünschten Bakterien hemmen und positiv auf die Darmtätigkeit wirken.

Bewertung durch die EFSA

Bei der Bewertung von Lebensmittelwerbung mit Gesundheitsbezug ("Health Claims") durch die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) wurden auch die Aussagen zu Inulin oder Oligofruktose wie "unterstützt eine gesunde Darmflora" oder "verbessert die Verdauungsfunktion" auf ihre wissenschaftliche Haltbarkeit geprüft.

Die Hersteller konnten die ausgelobte "präbiotische" Wirkung nicht belegen, bzw. wurden die Inhaltsstoffe nicht genau genug charakterisiert. Seit Mai 2012 sind diese Werbesprüche deshalb verboten.

 

Erlaubt sind hingegen Aussagen zu Ballaststoffen aus Roggen, Hafer oder Zuckerrübenfaser. Hersteller dürfen bei Zusatz von mindestens 6 Gramm je 100 Gramm festem und 3 Gramm pro 100 Milliliter flüssigem Lebensmittel damit werben, dass diese Produkte zur normalen Verdauungstätigkeit beitragen bzw. das Stuhlvolumen erhöhen. Nach der EU-Positivliste der erlaubten gesundheitsbezogenen Angaben darf bei einzelnen Ballaststoffen wie Beta-Glucan und Glucomannan (aus der Konjakwurzel) darauf hingewiesen werden, dass sie dazu beitragen, einen normalen Blutcholesterinspiegel aufrechtzuerhalten.

Nicht für jeden verträglich

Inulin und Oligofruktose sind in bestimmten Lebensmitteln von Natur aus enthalten, zum Beispiel in Hülsenfrüchten, Weizen, Chicorée, Artischocke, Lauchgewächse oder Spargel. Je nach Ernährungsgewohnheiten liegt die Aufnahme aus diesen Quellen zwischen 3 und 11 Gramm am Tag. Von den meisten Menschen werden Mengen bis zu 30 Gramm, verteilt über den Tag, ohne allzu große Probleme toleriert. Bei empfindlichen Personen können allerdings schon weniger als 10 Gramm am Tag Blähungen oder Durchfälle auslösen - vor allem wenn sie zusammen mit flüssigen Lebensmitteln wie etwa Frühstücksdrinks aufgenommen werden.

Angaben auf der Verpackung

Machen die Hersteller auf der Verpackung von Lebensmitteln Angaben zu Ballaststoffen, so müssen sie in der Nährwerttabelle den konkreten Ballaststoffgehalt angeben. Wird das Wort "Ballaststoffquelle" benutzt, müssen mindestens 3 Gramm Ballaststoffe pro 100 Gramm, bzw. 1,5 Gramm pro 100 Kilokalorien (kcal) enthalten sein. Bei der Angabe "Hoher Ballaststoffgehalt" muss das Lebensmittel mindestens 6 Gramm Ballaststoffe in 100 Gramm, bzw. 3 Gramm pro 100 kcal aufweisen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, täglich mindestens 30 Gramm Ballaststoffe aufzunehmen.


Reichlich Ballaststoffe zu sich zu nehmen, trägt zu einer gesunden Darmflora bei und hilft, Darmträgheit zu vermeiden. Dazu sind jedoch weder "Präbiotika‟ noch zugesetzte Ballaststoffe erforderlich. Eine ausgewogene Ernährung mit vielen pflanzlichen Lebensmitteln, wie Gemüse, Obst, Vollkorngetreide und Hülsenfrüchten, liefert vielfältige Ballaststoffe und ist daher wirkungsvoller als ein einzelnes Lebensmittel mit zugesetztem Inulin oder Oligofruktose. Zusätzlichen Schwung gibt dem Darm ausreichend Bewegung.