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Tipps für den Umgang mit Wahlleistungen im Krankenhaus

Stand:

Bevor Sie eine böse Überraschung mit teuren Extraleistungen im Krankenhaus erleben gilt: Den eigenen Versichertenstatus abklären, im Krankenhaus über Kosten und Umfang der Leistung informieren, ohne Druck selbst entscheiden.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Unterschreiben Sie keine Wahlleistungsvereinbarung, bevor Sie nicht umfassend mündlich aufgeklärt worden sind.
  • Falls Sie eine private Zusatzversicherung haben: Prüfen Sie, ob diese die Wahlleistungen ganz oder teilweise übernimmt.
  • Eine Wahlleistungsvereinbarung ist niemals dringlich. Und eine Kündigung ist jederzeit möglich.
Checkliste
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Unterschreiben Sie nichts, wenn Sie große Schmerzen haben oder Ihnen bereits leichte Betäubungsmitteln verabreicht wurden.

Vor dem Krankenhaus-Aufenthalt: Versicherungsschutz prüfen

Falls es sich um einen geplanten Krankenhaus-Aufenthalt handelt, können Sie sich als Patient vorab über mögliche Wahlleistungen bzw. deren Erstattung informieren. Überprüfen Sie, ob Sie als gesetzlich Versicherter eine private Zusatzversicherung abgeschlossen haben, die bestimmte Wahlleistungen in vollem Umfang oder teilweise erstattet. Wenn Sie privat versichert sind, kontaktieren Sie Ihre Versicherung und erfragen Sie den Leistungsumfang. Klären Sie den Umfang Ihres Versicherungsschutzes unbedingt vor Abschluss einer Wahlleistungsvereinbarung, um unerwartete Kostenfallen zu vermeiden.

Während des Krankenhaus-Aufenthalts

Unterschreiben Sie keine Wahlleistungsvereinbarung, bevor Sie nicht umfassend mündlich aufgeklärt worden sind. Informieren Sie sich über die Kosten, die Art der gewählten Wahlleistungen und den Umfang der Vereinbarung. Stellen Sie auch sicher, dass Sie die Preisermittlung für die gewählten ärztlichen Leistungen verstanden haben. Lassen Sie sich hierzu ein kurzes Rechenbeispiel geben. Unterschreiben Sie nichts, wenn Sie sich körperlich nicht in der Lage fühlen, z. B. weil Sie große Schmerzen haben oder Ihnen bereits leichte Betäubungsmitteln verabreicht wurden.

Eine Wahlleistungsvereinbarung ist niemals dringlich. Sie können diese Vereinbarung auch noch später unterschreiben. Auch ohne Wahlleistungsvereinbarung werden Sie ausreichend medizinisch behandelt und angemessen untergebracht. Lassen Sie sich keine Wahlleistungen oder Wahlleistungspakete aufschwatzen. Entscheiden Sie selbst, welche Extraleistung Sie haben möchten. Wahlleistungen sind miteinander kombinierbar, können aber auch einzeln vereinbart werden.

Wichtig ist ein schriftlicher Vertrag. Die Wahlleistungsvereinbarung muss Ihre Unterschrift oder die Ihres Bevollmächtigten/Betreuers und die des Arztes bzw. des Krankenhausvertreters tragen. Überprüfen Sie das Datum und die gewählten Leistungen.

Sie können während Ihres Krankenhausaufenthalts die Vereinbarung jederzeit form- und fristlos mit sofortiger Wirkung kündigen. Stellen Sie sicher, dass diese Kündigungserklärung in Ihrer Krankenhausakte mit Datum der Kündigung vermerkt wurde. Sie müssen dann nur die Kosten für Wahlleistungen bis zum Zeitpunkt der Kündigung tragen.

Nach dem Krankenhaus-Aufenthalt

Bezahlen Sie die Wahlleistungen erst dann, wenn Sie hierzu eine Rechnung erhalten. Überprüfen Sie die Rechnung/en sorgfältig. Bei Unsicherheiten hinsichtlich der Richtigkeit der Rechnungen fragen Sie beim Krankenhaus bzw. Ihrer Krankenkasse nach. Stellen Sie sicher, dass Sie nur das zahlen, was sie tatsächlich gewählt und auch erhalten haben. Vereinbaren Sie einen Mahnstopp mit dem Krankenhaus bzw. der Abrechnungsstelle, sofern Sie eine oder mehrere Rechnungen prüfen müssen.

Was tun bei Problemen?

Falls Sie sich nicht ausreichend aufgeklärt fühlen oder sich aggressiven Werbemethoden seitens des Krankenhauses ausgesetzt fühlen, können Sie dies der Verbraucherzentrale melden. In unserem Beschwerdeforum können Sie Ihren Ärger über zu hohe Kosten oder mangelhafte Information rund um das Thema Wahlleistungen loswerden. Wir sammeln Ihre Beschwerden und setzen uns bei Politik und Ärzteverbänden für Sie ein. Hier geht's zum Beschwerdeformular.