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Handyversicherungen: wenig Schutz für viel Geld

Stand:

Policen von Handy-Versicherungen halten im Schadensfall vielfach nicht, was im Verkaufsgespräch an Schutz versprochen wurde.

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Viele Händler spekulieren beim Verkauf mit der Angst der Nutzer, dass ihr wertvolles Smartphone abhanden kommt oder dass allzeit bereite Tablet sie plötzlich im Stich lässt, und bieten gleich die passende Versicherung an. Doch die Policen halten vielfach nicht, was im Laden versprochen wurde.

Spitzfindige Ausschlüsse führen unterm Strich oftmals dazu, dass bei Verlust oder auch einem Defekt kein adäquater finanzieller Ausgleich gezahlt wird. Vielfach erstatten Versicherer lediglich einen von ihnen festgelegten Zeitwert oder tauschen das teure Teil gegen ein gebrauchtes Gerät ein. Die Verbraucherzentrale rät, folgende Hinweise beim Abschluss eines Schutzvertrags fürs Handy mit ins Kalkül zu ziehen:

Leistungen

Wer 300 Euro und mehr investiert, möchte seinen mobilen Alleskönner natürlich gut abgesichert wissen. Dieses Sicherheitsbedürfnis machen sich viele Verkäufer zunutze und bieten für angeblich "kleines Geld" einen Handyschutz zwischen 3 und 10 Euro pro Monat an. Doch gibt’s einen Schaden zu beklagen, lässt auch der Ärger über die Versicherung nicht lange auf sich warten. Denn die zahlt bei Diebstahl oder Defekt entweder gar nichts oder bietet den Geschädigten statt Bares häufig nur ein ähnliches oder gar gebrauchtes Ersatzgerät an. Bei einer Reparatur werden die Kosten hierfür übernommen.
Überweist eine Versicherung tatsächlich einen Geldbetrag, erstattet sie in der Regel jedoch nicht den Neu-, sondern nur den Zeitwert eines Geräts. Dieser beträgt in der Regel zwischen 50 und 80 Prozent. Hinzu kommt, dass viele Handybesitzer meist noch mit einer Selbstbeteiligung zwischen 10 und 20 Prozent des Kaufpreises zur Kasse gebeten werden. Geht das Gerät also nach einem Jahr oder später kaputt oder verloren, rechnet sich der Versicherungsschutz immer weniger.

Laufzeit und Kündigung

In der Regel wird eine Handyversicherung für mindestens 24 Monate, zum Teil auch für zwölf Monate, höchstens jedoch für 60 Monate abgeschlossen. Teilweise verlängert sich ein Vertrag nach Ablauf automatisch und ist im Allgemeinen monatlich kündbar.

Achtung: Nach einer Auszahlung im Schadensfall endet der Versicherungsschutz bei einigen Gesellschaften ebenfalls automatisch! Versicherte können von sich aus nach einer Schadensmeldung den Vertrag kündigen, wenn sie mit der Regulierung nicht zufrieden sind oder keine Police mehr möchten.

Ausschlüsse

Die Liste von Ausschlüssen beim vermeintlichen Handyschutz ist lang: Wird ein Gerät geklaut, zahlt die Versicherung nur, wenn das wertvolle Teil unterwegs sicher verwahrt wurde. Extra Nachtklauseln sorgen oftmals dafür, dass nur Diebstähle zwischen 6 und 22 Uhr erstattet werden. Keinerlei Entschädigung gibt’s, falls das Handy kurze Zeit unbeaufsichtigt war. Auch bei Bedienfehlern, Virenbefall oder kaputten Kleinteilen muss der Besitzer selbst für den Schaden aufkommen. Ausfälle wegen Nässe werden nur ausgeglichen, wenn Smartphone oder Tablet ins Wasser gefallen sind, aber nicht, wenn man sie irgendwo im Regen liegen gelassen hat.

Hausratsversicherung

Die Hausratsversicherung springt in einigen Fällen ein – etwa wenn das teure Teil bei einem Einbruchdiebstahl in der Wohnung oder bei einem Überfall gestohlen wurde. In diesem Fall muss der Diebstahl unbedingt bei der Polizei angezeigt werden.

Empfehlung

Besser als eine Handyversicherung ist, gut auf das Gerät aufzupassen und das Geld für die Versicherungsbeiträge zur Seite legen, um sich im Falle eines Falles ein neues Handy anzuschaffen. Wer dennoch nicht auf den speziellen Schutz fürs Smartphone oder Tablet verzichten will, sollte Preise vergleichen und insbesondere das Kleingedruckte in punkto Zeitwert, Ausschlüsse, Leistungsumfang und Selbstbehalt prüfen. Kunden müssen sich zudem nicht auf die beim Kauf des Handys angebotene Versicherung einlassen, sondern können sich selbst eine geeignete Police suchen.