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Wie Schimmel entsteht und was er bewirkt

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Schimmelkeime und -sporen sind überall vorhanden und gehören zu unserer natürlichen Umgebung. Doch erst wenn neben Nährstoffen z.B. aus Staub oder Tapeten ausreichend Feuchtigkeit hinzukommt, können Schimmelpilze wachsen.

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Schimmel an der Wand neben der Heizung
Foto: wabeno / Fotolia.com

Mehrere Untersuchungen der letzten Jahre zeigen: In Wohnräumen bildet sich ausgesprochen häufig Schimmel. So kam 2013 eine repräsentative Studie der Humboldt-Universität Berlin über das deutsche Lüftungsverhalten zu dem Ergebnis, dass sich über 41 Prozent der Bevölkerung schon einmal mit dem Problem in der eigenen Wohnung beschäftigen mussten. Mehr als die Hälfte (54,8 Prozent) der 1.019 befragten Personen - egal ob Mieter oder Eigentümer - sahen in mangelnder Lüftung den häufigsten Grund für die Schimmelbildung.

Unzureichendes Lüften ist zwar oft eine Ursache, aber noch lange nicht die einzige Erklärung dafür, dass in Wohnräumen Feuchtigkeits- und Schimmelschäden entstehen.

Wie ein Schimmelpilz entsteht

Ein idealer Nährboden für Schimmelpilzsporen sind organische Materialien wie Tapete, Holz, Kleister oder Kunstharz. Kommt ausreichend Feuchtigkeit dazu, kann das Wachstum beginnen. Dabei ist es egal, ob die Feuchte aus einem Bauschaden stammt oder ob es sich um Kondensfeuchtigkeit handelt.

Schnell kommen auch andere Mikroorganismen und Bakterien dazu, so dass ein Schimmelbelag in vielfältigen Farben und Formen entstehen kann.


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Auswirkungen auf Gesundheit und Wohnen

Normalerweise wird ein gesundes Immunsystem spielend mit den Sporen, Keimen und Stoffwechselprodukten von Schimmelpilzen und weiteren Mikroorganismen fertig. Nach Informationen des Umweltbundesamtes kann aber dann von Schimmelpilzen eine Gesundheitsgefahr ausgehen, wenn die Sporen in großer Zahl eingeatmet werden.

Bislang gibt es jedoch keine verlässlichen Angaben dazu, ob oder ab wann und in welcher Konzentration Schimmelpilze in Innenräumen krank machen. Grundsätzlich sind alle aktiven oder abgestorbenen Bestandteile eines Schimmelbelags in der Lage, allergische Reaktionen auszulösen oder bereits vorhandene Erkrankungen – insbesondere der Atemwege – zu verstärken. Gesundheitlich vorbelastete und immungeschwächte Menschen sollten daher von Schimmel befallene Räume besser meiden.

Schimmel in Wohnräumen ist stets ein hygienisches Problem, das umgehend beseitigt werden sollte. Besteht der Verdacht, dass für gesundheitliche Beschwerden die eigene Wohnsituation – und möglicherweise ein noch nicht entdeckter Schimmelpilz – verantwortlich ist, sollte vorsorglich der Hausarzt oder eine Beratungsstelle für Umweltmedizin befragt werden.

Um ein gesundes Wohnklima zu schaffen, müssen Räume ausreichend mit frischer Luft versorgt werden. Nur so können sowohl Feuchtigkeit als auch belastende Wohngifte wie Ausdünstungen aus Klebern, Baumaterialien, Kunststoffen oder Tabakrauch aus Wohnräumen entfernt werden. Das geschieht durch regelmäßiges Lüften oder idealerweise über eine Lüftungsanlage.

Auswirkungen auf die Bausubstanz

Wohnungen und Häuser sind langlebige Wirtschaftsgüter und müssen regelmäßig gepflegt werden. Je älter das Gebäude ist, desto mehr Schäden können im Laufe der Jahre auftreten. Oft ist für Bauschäden eindringende Feuchtigkeit verantwortlich, die zum Beispiel durch Regen, Überschwemmung, Frost, Korrosion, Verwitterung oder Salze in die Außenbauteile und unter Umständen in die Räume gelangt.

Ein regelmäßiger Check und entsprechende Modernisierungen helfen, das Gebäude vor den Einflüssen der Witterung zu schützen und die Feuchtigkeit draußen zu lassen. Sind bereits Schäden erkennbar, sollte die Bausubstanz des Hauses instand gesetzt und saniert werden. So lässt sich verhindern, dass sich Schimmel bildet. Nebeneffekte sind: Sinkender Heizenergieverbrauch und Steigerung des Immobilienwertes.

Auseinandersetzungen bei Mietwohnungen

Leider lässt sich oft nur schwer feststellen, wer oder was genau die Schimmelbildung verursacht hat: eine mangelhafte Baukonstruktion oder das individuelle Wohnverhalten. Da häufig mehrere Faktoren eine Rolle spielen, kann es rasch zu einer Auseinandersetzung zwischen Mieter und Vermieter kommen.

Um einem Streit vorzubeugen hilft es meist, den entdeckten Schimmelbefall schnellstmöglich dem Vermieter schriftlich zu melden. Nur so hat dieser die Gelegenheit, bauliche Ursachen rasch zu ermitteln und zu beseitigen. Zeichnet sich ein Konflikt ab, sollten sich die Beteiligten sowohl fachlich als auch rechtlich beraten lassen sowie weiterhin das persönliche Gespräch - eventuell neutral moderiert - miteinander suchen.