Learning-Snack: Greenwashing erkennen. Für alle, die mehr zum Thema Greenwashing lernen möchten! (Link verlässt die Seiter der Verbraucherzentrale)
Das Wichtigste in Kürze:
Von Greenwashing spricht man, wenn ein Unternehmen sich und seinen Produkten durch PR und Marketing ein grünes Image verleiht, ohne seine Umweltauswirkungen nachweislich zu verbessern.
Unternehmen erfinden dafür zum Beispiel eigene Siegel, deren Kriterien sie selbst festlegen und die nicht unabhängig geprüft werden. Oft bewerben sie ihre Produkte mit allgemeinen Umweltaussagen wie umweltfreundlich, biologisch abbaubar oder klimaneutral, die bisher kaum geschützt waren und nicht bewiesen werden mussten.
Greenwashing bietet Firmen massive wirtschaftliche Vorteile gegenüber echter, kostspieliger Nachhaltigkeit:
Für Umwelt und Verbraucher:innen ist Greenwashing fatal. Da es nicht zu echten Verbesserungen kommt, bleiben die Umweltauswirkungen unverändert. Und Verbraucher:innen, die nachhaltigere, ökologischere Produkte kaufen möchten, können mangels Information oft nicht beurteilen, ob sie nur mehr zahlen oder ob ihre Kaufentscheidung wirklich den gewünschten positiven Effekt hat. Am Ende verlieren Verbraucher:innen, die sich getäuscht fühlen, möglicherweise auch das Vertrauen in fundierte Öko-Siegel.
Bisher konnten Unternehmen ihre Produkte fast ungehindert mit grünen Schlagworten schmücken. Damit ist bald Schluss: Die EU-Richtlinie „Empowering Consumers for the Green Transition“ (EmpCo) zieht klare Grenzen.
Die neue Regelung erweitert die Liste der unlauteren Geschäftspraktiken. Folgende Punkte sind künftig untersagt:
Trotz strengerer Gesetze lohnt sich ein kritischer Blick. Nutzen Sie diese Strategie beim Einkauf:
Wichtig für Sie: Greenwashing ist kein Kavaliersdelikt, sondern Verbrauchertäuschung. Die Verbraucherzentralen nutzen die neuen Gesetze, um irreführende Unternehmen noch effektiver abzumahnen. Auf dem Portal „Siegelklarheit“ finden Sie die Bewertung von Nachhaltigkeitssiegeln, die auf einem Zertifizierungssystem basieren, für unterschiedliche Produktbereiche wie zum Beispiel Kleidung, Waschmittel oder Papier.
Doch, aber nur, wenn die Klimaneutralität durch tatsächliche Emissionsreduzierungen im eigenen Produktionsprozess erreicht wird. Ein reiner Freikauf durch Zertifikate reicht für diese Werbung auf Produktebene nicht mehr aus.
Verstöße gelten als Wettbewerbsverstoß und können direkt abgemahnt werden. Zudem drohen empfindliche Bußgelder – in schweren Fällen bis zu 4 Prozent des Jahresumsatzes des Unternehmens.
Ja. Ab dem Stichtag im September 2026 muss die kommerzielle Kommunikation angepasst sein. Es gibt derzeit keine generelle Übergangsfrist für bereits produzierte Verpackungen, wobei dies in Deutschland noch final diskutiert wird.
Ja. Auch Aussagen zur Lebensdauer und Reparierbarkeit von Produkten müssen wahr sein. In Zukunft müssen die Garantie-Informationen sichtbarer werden, dazu wird ein neues, harmonisiertes Etikett geschaffen, um Waren mit verlängerter Garantiezeit stärker in den Vordergrund zu stellen.
Auch Aussagen zu Arbeitsbedingungen, Menschenrechten, Gleichbehandlung oder Tierschutz müssen nachvollziehbar und belegt sein.
Learning-Snack: Greenwashing erkennen. Für alle, die mehr zum Thema Greenwashing lernen möchten! (Link verlässt die Seiter der Verbraucherzentrale)
Dieser Inhalt wurde von der Gemeinschaftsredaktion in Zusammenarbeit mit den Verbraucherzentralen Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen für das Netzwerk der Verbraucherzentralen in Deutschland erstellt.