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Was sind Nährwertprofile?

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Das Bundesinstitut für Risikobewertung definiert Nährwertprofile so: Dies "sind Anforderungen an ein Lebensmittel. Danach darf ein bestimmter Gehalt von Nährstoffen (zum Beispiel Salz, Zucker, gesättigte Fettsäuren, Alkohol) in einem Lebensmittel nicht über- bzw. unterschritten werden, wenn dieses Lebensmittel eine nährwert- oder gesundheitsbezogene Angabe tragen soll. Nährwertprofile sollen verhindern, dass ´ungesunde` Lebensmittel mit derartigen Aussagen beworben werden dürfen und damit den Anschein erwecken, sie hätten einen höheren Nährwert als es tatsächlich der Fall ist. Nährwertprofile richten sich nach wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Gesundheit und werden von der EU-Kommission festgelegt".

Gesetzliche Grundlage für die Entwicklung von Nährwertprofilen ist Artikel 4 der Health Claims-Verordnung.

Eigentlich sollte es solche Nährwertprofile bereits seit 2009 geben; doch unter dem Einfluss der Lebensmittelindustrie ruht die Diskussion seit Jahren.

Im Oktober 2015 hat die EU-Kommission sogar mitgeteilt, 2016 wolle sie Nährwertprofile grundsätzlich auf den Prüfstand stellen. Doch ohne diese Profile können Hersteller - wie derzeit praktiziert - auch Fett- und Zucker"bomben" mit Vitaminen und Co. anreichern und ihnen so einen gesunden Anstrich verpassen. Bis April 2018 liegt aber noch kein Ergebnis vor.

EU-Parlamentarier für Streichung

Die Abgeordneten des EU-Parlaments haben Mitte April 2016 für eine Streichung dieser Nährwertprofile aus der Health Claims-Verordnung gestimmt. Diese Entscheidung unterstützt ausschließlich die Interessen der Lebensmittelhersteller und droht damit neue Intransparenz und Spielräume für die Täuschung der Verbraucher zu schaffen.

Sollten die Nährwertprofile tatsächlich vollständig entfallen, würde der Health-Claims-Verordnung ihr Herzstück genommen. Nach Ansicht der Verbraucherzentralen müssten in diesem Fall alle allgemeinen gesundheitsbezogenen Aussagen, die bisher zugelassen worden sind, gemäß Health Claims-Verordnung zurückgezogen und verboten werden.

Dass Nährwertprofile entgegen der Auffassung der Lebensmittelwirtschaft grundsätzlich möglich sind, hat die WHO gezeigt: Für Kinder-Lebensmittel gibt es Nährwertprofile der Weltgesundheitsorganisation; damit soll die gezielt an Kinder gerichtete Werbung für weniger gesunde Lebensmittel eingedämmt werden.

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