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Pflegesachleistung oder Pflegegeld: Welche Leistungsart passt zu Ihnen?

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Es gibt Pflegesachleistungen und Pflegegeld.
  • Sie können beides miteinander kombinieren.
  • Sie können Ihre Wahl jederzeit ändern; teilen Sie dies schnell der Pflegekasse mit.

Leistungen der Pflegeversicherung gibt es nur auf Antrag. Welche Leistungen es bei Ihnen zu Hause gibt und was sich dahinter verbirgt, erklären wir Ihnen hier.

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Pflegesachleistung

    Von Pflegesachleistung spricht man, wenn ein Pflegebedürftiger zu Hause durch einen ambulanten Pflegedienst gepflegt wird. Die Pflegekasse rechnet direkt mit dem Pflegedienst ab. Der Pflegedienst kann Pflegemaßnahmen (z.B. Hilfe beim Waschen, bei der Darm- und Blasenentleerung oder beim Kleidungswechsel), Hilfen im Haushalt (z.B. Einkaufen, Kochen, Reinigung der Wohnung) und sogenannte pflegerische Betreuungsmaßnahmen erbringen und mit der Pflegekasse abrechnen.

    Letzteres dient dazu, den Pflegebedürftigen bei Aktivitäten und im Alltag zu unterstützen. Das kann beispielsweise das Spielen von Gesellschaftsspielen, das Vorlesen aus der Zeitung oder das Betrachten von Fotoalben sein. Aber auch die Begleitung zum Friedhof, zum Gottesdienst oder bei Spaziergängen gehören zu den pflegerischen Betreuungsmaßnahmen.

    Pflegebedürftige können solche Sachleistungen der Pflegekasse von ambulanten Pflegediensten in Anspruch nehmen bis zu monatlich:

    • 689 Euro in Pflegegrad 2
    • 1.298 Euro in Pflegegrad 3
    • 1.612 Euro in Pflegegrad 4
    • 1.995 Euro in Pflegegrad 5

    Zusätzlich steht allen Pflegebedürftigen von Pflegegrad 1 bis Pflegegrad 5 ein sogenannter Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro pro Monat zu. Dieser Betrag ist insbesondere für die Unterstützung im Alltag gedacht. Der Betrag ist zweckgebunden und wird unter anderem bei Aufwendungen für Entlastungsangebote erstattet, die als solche von der Pflegekasse anerkannt sind.

    Pflegebedürftige mit mindestens Pflegegrad 2 können maximal 40 Prozent des Pflegesachleistungsanspruchs für diese anerkannten Angebote zur Unterstützung im Alltag in Anspruch nehmen (Umwandlung). Voraussetzung ist, dass der Sachleistungsbetrag nur bis maximal 60 Prozent ausgeschöpft wurde und diese Umwandlung bei der Pflegekasse beantragt wird.

    Wir haben noch weitere Informationen zu Entlastungsleistungen zusammen gestellt.

    Darüber hinaus können folgende Pflegesachleistungen beantragt werden:

    Pflegegeld

    Pflegegeld erhält man, wenn ehrenamtliche Pflegepersonen die häusliche Pflege übernehmen. Das können zum Beispiel Familienangehörige oder Nachbarn sein. In diesem Fall erhält der Pflegebedürftige das Pflegegeld direkt auf sein Konto, und zwar:

    • 316 Euro in Pflegegrad 2
    • 545 Euro in Pflegegrad 3
    • 728 Euro in Pflegegrad 4
    • 901 Euro in Pflegegrad 5

    Der Pflegebedürftige bestimmt selbst, wie das Geld ausgegeben wird. Wichtig ist nur, dass mit dem Pflegegeld die erforderliche Pflege und der Bedarf zu Hause sichergestellt sind.

    Darüber hinaus wird das Pflegegeld nur dann gezahlt, wenn der Pflegebedürftige regelmäßig einen Beratungsbesuch (Pflegepflichteinsatz) durchführen lässt. Die Kosten für diesen Beratungsbesuch übernimmt die Pflegekasse.

    Befindet sich der Pflegebedürftige in einem Krankenhaus oder in einer stationären Rehabilitationsmaßnahme, wird das Pflegegeld für die ersten vier Wochen dieses Aufenthalts weiter gezahlt. Dauert der stationäre Aufenthalt länger als vier Wochen, stellt die Pflegekasse die Zahlung des Pflegegeldes ein und beginnt erst wieder mit der Zahlung, wenn der Pflegebedürftige zu Hause ist.

    Während der Kurzzeitpflege wird die Hälfte des Pflegegeldes für acht Wochen und bei der Verhinderungspflege für sechs Wochen weiter gezahlt.

    Verstirbt die pflegebedürftige Person endet die Zahlung des Pflegegeldes erst zum Ende des Monats.

    Kombination von Sachleistung und Pflegegeld

    Nimmt der Pflegebedürftige die ihm zustehende Sachleistung nur teilweise in Anspruch, erhält er daneben ein anteiliges Pflegegeld. Mit dem Anteil aus dem Pflegegeld kann er zum Beispiel einen Angehörigen für dessen Hilfe bezahlen.

    Beispiel: Ein Pflegebedürftiger (mit Pflegegrad 3) hat Anspruch auf Pflegesachleistungen von 1.298 Euro. Tatsächlich verbraucht werden aber nur 70 Prozent, also eine Summe von 908,60 Euro. Deshalb können 30 Prozent vom Pflegegeld ausgezahlt werden. Bei einem Satz von 545 Euro in Pflegegrad 3 wären das in diesem Fall 163,50 Euro.