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Arzneimittelkauf im Ausland

Stand:

Gerne nutzen Reisende ihren Urlaub, um sich an fernen Orten mit preiswerten Arzneimitteln einzudecken. Die Zollbestimmungen setzen jedoch Grenzen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Urlauber dürfen Medikamente nur für den persönlichen Bedarf nach Deutschland mitbringen.
  • Vorsicht: Die Einfuhr von gefälschten Arzneien ist generell verboten.
  • Der Versand ist nur in engen Grenzen erlaubt.
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    Einreise mit Medikamenten nach Deutschland

    Urlauber dürfen selbst benötigte Medikamente aus dem Ausland nach Deutschland mitbringen. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Medikament in Deutschland gekauft und nach dem Urlaub wieder mitgebracht wird oder ob es im Ausland erworben wurde. Es ist außerdem unerheblich, ob die Arzneien aus dem europäischen oder außereuropäischen Ausland kommen und ob es sich um verschreibungs- oder apothekenpflichtige Medikamente handelt. Zugelassen ist eine Menge, die bei empfohlener Einnahme für ungefähr drei Monate reicht. Dafür kann man sich an der Packungsbeilage orientieren. Wer im Ausland Arzneimittel benötigt, sollte beachten, dass gleiche Medikamente im Ausland anders heißen können. Hinweise darauf, unter welchen Bezeichnungen ein Medikament im Ausland vertrieben wird, finden sich in der Packungsbeilage. Ähnlich klingende Namen sprechen jedoch nicht automatisch für gleiche Inhaltstoffe, Dosierungen oder Zusammensetzungen. Schwierig wird es auch, wenn man aus sprachlichen Gründen die Packungsbeilage nicht versteht oder gar die Herkunft dubios ist.


    Vorsicht Fälschung

    Gefälschte Medikamente sind grundsätzlich immer verboten. Es ist jedoch für Laien kaum möglich eine Fälschung vom Original zu unterscheiden. Medikamente sollten deshalb auf keinen Fall bei fliegenden Händlern, sondern nur in zugelassenen Apotheken gekauft werden. Fälschungen können gefährliche Inhaltsstoffe haben, gar keine Wirkung zeigen, falsch dosiert oder gekennzeichnet sein. Sofern nur geringste Zweifel daran bestehen, dass ein Medikament absolut unbedenklich ist, sollte man die Finger davon lassen!

    Vorsicht ist auch bei pflanzlichen Naturheilmitteln, Nahrungsergänzungsmitteln oder hoch dosierten Vitaminpräparaten geboten: Sie können in Deutschland als Arzneimittel gelten und sind damit ebenfalls nur begrenzt erlaubt. Bei pflanzlichen und tierischen Stoffen kann außerdem der Artenschutz relevant sein. Doping- oder Betäubungsmittel zu medizinischen Zwecken dürfen nur unter sehr strengen Auflagen mitgenommen werden.


    Versand von Arzneimitteln

    Zugelassene Versandapotheken dürfen innerhalb der Europäischen Union Medikamente verschicken. Eine Bestellung ist jedoch prinzipiell nur aus Ländern erlaubt, in denen bezüglich des Medikamentenhandels ähnliche Sicherheitsvorschriften gelten wie in Deutschland. Aktuell sind das: das Vereinigte Königreich, die Niederlande, Island, Schweden (nur verschreibungspflichtige Medikamente) und Tschechien (nur nicht verschreibungspflichtige Medikamente). Kunden, die preiswert Arzneimittel aus dem Ausland übers Internet bestellen wollen, sollten vorher prüfen, ob die Bezugsquelle seriös ist. Medikamente, die über deutsche Versandapotheken und von zugelassenen Anbietern aus der Europäischen Union angeboten werden, sind unbedenklich. Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information hilft bei der Suche nach einer seriösen Versandapotheke.

    In Europa sind zugelassene Versandapotheken durch ein einheitliches europäisches Sicherheitslogo zu erkennen.

    Privat gekaufte Arzneimittel dürfen außerdem innerhalb der Europäischen Union unter bestimmten Voraussetzungen auf dem Postweg verschickt werden, nämlich wenn

    • das Medikament legal erworben wurde,
    • die Menge den persönlichen Bedarf von drei Monaten nicht übersteigt
    • die Medikamente von einer Privatperson verschickt werden, die nicht gewerbs- oder berufsmäßig handelt.

    Der Versand von außerhalb der Europäischen Union ist für Privatpersonen generell verboten.