Rückreise aus dem Urlaub: Quarantäne und Corona-Test bei Risikogebieten

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Viele Reiserückkehrer aus Risikogebieten müssen sich auf das Coronavirus testen lassen. Die Kosten werden nur übernommen, wenn Sie Symptome von COVID-19 aufweisen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Es gelten nun deutschlandweit einheitliche Regelungen für Tests und Quarantäne nach der Einreise aus dem Ausland.
  • Wichtig ist unter anderem, ob Sie sich in einem Hochinzidenz-Gebiet mit besonders vielen Fällen oder einem Virusvarianten-Gebiet mit vermutlich besonders ansteckenden Mutationen des Coronavirus aufgehalten haben.
  • Einige Erleichterungen gibt es inzwischen für vollständig Geimpfte und Genesene.
Jemand wird im Auto sitzend mit einem Tupfer durch eine Rachenprobe auf das Coronavirus getestet.
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Das Reisen wird wieder komplizierter. Ab dem 1. August 2021 müssen grundsätzlich alle Einreisenden ab einem Alter von zwölf Jahren einen Impf-, Test- oder Genesenennachweis vorlegen können, egal von wo und mit welchem Verkehrsmittel sie einreisen. Ausnahmen gelten weiterhin für Grenzpendler. Bei Einreisen aus einem Virusvariantengebiet besteht ab diesem Datum auch für Geimpfte und Genesene eine Testpflicht. Geplant sind stichprobenartige Kontrollen auch im grenzüberschreitenden Auto- und Bahnverkehr.

In diesem Artikel schildern wir die Regelungen für Auslands-Reisen. Informationen zu Reisen innerhalb von Deutschland finden Sie in diesem Text.

Was sind Risikogebiete, Hochinzidenz-Gebiete und Virusvarianten-Gebiete?

Mit dem Inkrafttreten der neuen Einreiseverordnung zum 1. August 2021 entfällt die Kategorie der „einfachen“ Risikogebiete. Fortan wird unter dem Oberbegriff „Risikogebiet“ nur noch zwischen Hochinzidenz- und Virusvariantengebiet unterschieden.

Die aktuellen Listen der betroffenen Länder finden Sie auf der Webseite des Robert Koch-Instituts. Erkundigen Sie sich dort möglichst auch noch kurz vor Reisebeginn und während des Urlaubs, wie Ihre Zielorte aktuell eingestuft sind. Je nachdem, in welcher der beiden Arten von Gebieten Sie sich aufgehalten haben, können unterschiedliche Regeln für Sie gelten.

Die Quarantäne-Bestimmungen der Bundesländer können sich im Einzelnen unterscheiden. Alle Details finden Sie in den Einreise-Quarantäne-Verordnungen der jeweiligen Bundesländer in der Übersicht der Bundesregierung.

Was gilt bei der Einreise nach Deutschland für Geimpfte und Genesene?

Seit dem 9. Juni 2021 gibt es für vollständig Geimpfte und Genesene nach der neuen Einreiseverordnung des Bundes Erleichterungen. Das gilt nun für vollständig Geimpfte und Genesene:

  • keine Test- und Quarantänepflicht bei der Rückkehr aus Hochinzidenz-Gebieten
  • kein Nachweis eines negativen Corona-Tests bei Einreise mit dem Flugzeug erforderlich

Achtung: Bei Einreisen aus Hochinzidenz-Gebieten müssen auch Geimpfte / Genesene die digitale Einreiseanmeldung ausfüllen und dort Nachweise hochladen, sobald sie ihnen vorliegen (auf www.einreiseanmeldung.de, mehr dazu siehe unten). Bitte beachten Sie, dass die Quarantäne mit dem Zeitpunkt der Übermittlung beendet werden kann. Der Nachweis kann auch bereits vor der Einreise übermittelt werden - so ist dann keine Quarantäne erforderlich.

Bei Einreisen aus einem Virusvarianten-Gebiet müssen sich auch Geimpfte und Genesene in die 14-tägige Quarantäne begeben. Ab dem 29. Juli 2021 können Geimpfte dies jedoch umgehen, indem sie nachweisen, dass ihr Impfschutz gegen die Virusvariante im Urlaubsland wirksam ist. Ein solcher Nachweis setzt jedoch eine entsprechende Feststellung der Wirksamkeit durch das Robert Koch-Institut voraus, die aktuell noch für keine Virusvariante besteht. Unabhängig davon besteht auch eine Testverpflichtung für die geimpften und genesenen Einreisenden, die aus einem Virusvariantengebiet kommen.

Als geimpft gelten alle Menschen, die den vollen Impfschutz erreicht haben. Das ist dann der Fall, wenn nach der letzten erforderlichen Einzelimpfung mindestens 14 Tage vergangen sind. Bei genesenen Personen reicht für den Impfnachweis schon die Verabreichung einer Impfstoffdosis, sodass hier keine 14 Tage mehr gewartet werden muss.

Als geimpft gelten nur diejenigen, die mit einem in der EU zugelassenen Vakzin geimpft sind. Das sind derzeit die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca und Johnson & Johnson.

Geimpfte Reisende müssen als Beleg einen Nachweis auf Papier oder digital auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch oder Spanisch vorlegen können. Das geht zum Beispiel mit dem gelben Impfausweis.

Die Impfstoffe Cansino, Curevec, Novavax, Sinovac Sinopharm und Sputnik V sind nach bisherigem Stand (Oktober 2021) in der EU nicht zugelassen. Wer mit diesen Vakzinen geimpft wurde, braucht bei der Ein- und Ausreise in einen EU-Mitgliedstaat einen zusätzlichen negativen Corona-Test.

Als genesen gelten diejenigen Reisenden, die eine Corona-Infektion überstanden haben - und das mit einem positiven PCR-Labortest nachweisen können, der mindestens 28 Tage und höchstens sechs Monate alt ist. Ein geeigneter Nachweis über die Genesung muss vorgelegt werden können. Menschen, deren Erkrankung länger als sechs Monate zurückliegt, gelten im Sinn der Verordnung nicht als genesen.

Mehr dazu lesen in unserem Artikel zu Erleichterungen für die genannten Personen.

Das gilt für ungeimpfte und nicht genesene Reiserückkehrer

Hier muss unterschieden werden, ob Sie aus einem Hochinzidenz-Gebiet oder einem Virusvarianten-Gebiet nach Deutschland wieder einreisen.

Einreise aus einem Hochinzidenz-Gebiet

Rückreisende aus Hochinzidenz-Gebieten müssen 10 Tage in Quarantäne. Die Quarantäne kann durch einen negativen Corona-Test auf fünf Tage verkürzt werden. Der Test darf frühestens am fünften Tag nach Einreise durchgeführt werden, muss danach zehn Tage aufbewahrt und der zuständigen Behörde auf Verlangen vorgelegt werden.

Der PCR-Test oder Corona-Schnelltest (PoC-Schnelltest) muss von einem medizinischen Dienstleister vorgenommen werden, der eine Berechtigung dazu hat. Die Corona-Selbsttests für zu Hause, die in Discountern oder Drogeriemärkten erhältlich sind, werden grundsätzlich von den Behörden nicht akzeptiert.

Für Kinder unter zwölf Jahren endet die Absonderungspflicht automatisch fünf Tage nach der Einreise.

Einreise aus einem Virusvarianten-Gebiet

Bei Einreise aus einem Virusvarianten-Gebiet muss eine 14-tägige Quarantäne eingehalten werden. Eine Freitestung ist nicht möglich. Das gilt ab dem 29. Juli 2021 aber nicht mehr für vollständig Geimpfte, wenn sie nachweisen, dass ihr Impfschutz gegen die Virusvariante im Urlaubsland wirksam ist. Ein solcher Nachweis setzt jedoch eine entsprechende Feststellung der Wirksamkeit durch das Robert Koch-Institut voraus, die aktuell noch für keine Virusvariante besteht. Eine Verkürzung der 14-tägigen Quarantäne ist außerdem möglich, wenn das jeweilige Urlaubsland während der Quarantäne vom Virusvariantengebiet zum Hochinzidenzgebiet heruntergestuft wird.

Einreisen aus anderen Gebieten

Ab dem 1. August 2021 sind auch Einreisende ab zwölf Jahren aus Ländern, die weder als Hochinzidenz- noch als Virusvariantengebiet eingestuft wurden, verpflichtet, einen negativen Test-, Impf- oder Genesenennachweis vorlegen zu können. Dies gilt unabhängig davon, mit welchem Verkehrsmittel (Flugzeug, Bahn, Auto etc.) sie einreisen. Die digitale Einreiseanmeldung muss in diesem Fall jedoch nicht ausgefüllt werden.

Das gilt bei der Einreise mit dem Flugzeug

Alle Einreisenden, die per Flugzeug seit dem 9. Juni 2021 in die Bundesrepublik Deutschland einreisen wollen, müssen sich verpflichtend vor Abreise testen lassen. Für Einreisende im Flugverkehr gilt eine generelle Testnachweispflicht.

Eine Ausnahme besteht lediglich für vollständig Geimpfte und Genesene, die aus risikofreien Gebieten oder Hochinzidenz-Gebieten kommen. Sie benötigen keinen Test für die Einreise mit dem Flugzeug, sondern die Nachweise z.B. über die vollständige Impfung. Kinder unter zwölf Jahren benötigen ebenfalls keinen Test.

Allen anderen Reisenden müssen vor dem Abflug der Airline ein negatives Testergebnis vorlegen. Ohne negatives Testergebnis darf die Airline Sie nicht an Bord nehmen.

Tests und Quarantänepflicht für Kinder unter zwölf Jahren

  • Für Kinder unter zwölf Jahren gilt keine Nachweispflicht eines Tests, d.h. sie müssen nicht getestet werden.
  • Auch für Kinder unter zwölf Jahren gilt jedoch die Quarantänepflicht: Bei einer Einreise aus Hochinzidenzgebieten gilt eine Quarantäne von fünf Tagen, nach Einreise aus einem Virusvariantengebiet gilt eine Quarantänedauer von 14 Tagen. Eine Verkürzung dieser Zeiträume ist nicht möglich.

Sie sind in Quarantäne? In diesem Artikel lesen Sie, was Sie dann beachten müssen.

Digitale Einreiseanmeldung vor Rückreise aus einem Corona-Risikogebiet

Vor der direkten Einreise aus einem Hochinzidenz-Gebiet oder Virusvarianten-Gebiet müssen Sie die digitale Einreiseanmeldung ausfüllen, wenn Sie sich dort bis zu zehn Tage vor der Einreise aufgehalten haben. Auf www.einreiseanmeldung.de müssen Sie Reise- und Kontaktdaten angeben. Sie müssen die Nachweise über Tests, Genesung und/oder Impfungen über das Einreiseportal hochladen. Die Daten werden an die für Ihren Wohnort oder Aufenthaltsort zuständige Gesundheitsbehörde weitergeleitet. Sie kontrolliert, dass Sie die notwendige Quarantäne einhalten. Nach erfolgreicher Anmeldung erhalten Sie eine Bestätigung.

Bitte beachten Sie, dass eine Einreiseanmeldung erforderlich ist, andernfalls kann eine Beförderung zum Beispiel mit dem Flugzeug gar nicht erfolgen. Sofern Sie eine digitale Reiseanmeldung nicht vornehmen können, beispielsweise aufgrund mangelnder technischer Ausstattung, können Sie in Ausnahmefällen stattdessen eine Ersatzmittelung in Papierform ausfüllen. Bitte legen Sie in diesem Fall das Schriftstück auf Verlangen dem Beförderer oder im Falle einer polizeilichen Grenzkontrolle den Beamten vor.

Wenn Sie bei der Reise nicht zur Abgabe der Ersatzmitteilung gebeten werden, sind Sie verpflichtet, entweder die digitale Einreiseanmeldung innerhalb von 24 Stunden nach Einreise nachzuholen oder die ausgefüllte Ersatzmitteilung per Post an folgende Anschrift zu verschicken:

Deutsche Post E-POST Solutions GmbH, 69990 Mannheim

Personen, die lediglich durch Hochinzidenz- oder Virusvariantengebiete durchreisen und dort keinen Zwischenaufenthalt haben, sind ausgenommen.

Weitere Informationen hierzu finden Sie auf den Seiten des Bundesministeriums für Gesundheit.

Achtung: Nach Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit versuchen Betrüger über Webseiten, die digitale Einreiseanmeldung für Reisende gegen eine Gebühr vorzunehmen und die Daten angeblich an die Gesundheitsämter zu übermitteln.

Bitte benutzen Sie für die digitale Einreiseanmeldung ausschließlich die kostenlose Webseite www.einreiseanmeldung.de. Nur die durch diese Webseite generierten Nachweise gelten als offiziell und werden bei Kontrollen akzeptiert.

Ausnahmen von der Anmelde- und Quarantänepflicht nach § 6 der Corona-Einreiseverordnung

Ausnahmen von der Anmelde- und Quarantänepflicht gelten nach § 6 der Corona-Einreiseverordnung z.B. für:

  • Menschen, die lediglich durch ein Hochinzidenz- oder Virusvariantengebiet durchgereist sind und dort keinen Zwischenaufenthalt hatten,
  • Menschen, die nur durch die Bundesrepublik Deutschland durchreisen,
  • bei Aufenthalten von weniger als 72 Stunden in der Bundesrepublik Deutschland oder in einem Hochinzidenz- oder Virusvariantengebiet aufgrund des Besuchs von Verwandten ersten Grades, des nicht dem gleichen Hausstand angehörigen Ehegatten oder Lebensgefährten oder eines geteilten Sorgerechts oder eines Umgangsrechts,
  • Personen, die sich im Rahmen des Grenzverkehrs weniger als 24 Stunden in einem Hochinzidenz- oder Virusvariantengebiet aufgehalten haben oder für bis zu 24 Stunden in die Bundesrepublik Deutschland einreisen; für Grenzpendler gilt zudem die Besonderheit, dass sie auch bei Einreisen aus Hochinzidenz- oder Virusvariantengebieten einen negativen Testnachweis lediglich zweimal pro Woche übermitteln müssen, wenn sie noch nicht vollständig geimpft oder genesen sind.

Gibt es Sanktionen?

Bei Verstoß gegen die genannten Pflichten zur Meldung, Testung, Nachweispflicht oder zur häuslichen Quarantäne können die zuständigen Behörden Bußgelder verhängen.

Dieser Inhalt wurde von den Verbraucherzentralen Nordrhein-Westfalen und Hessen für das Netzwerk der Verbraucherzentralen in Deutschland erstellt.