Wann handeln – und wann lieber nicht?
Die Ausführungskurse bei Neobrokern sind nicht grundsätzlich schlechter als bei anderen Banken. Entscheidend ist jedoch der Zeitpunkt des Handels.
Reguläre Börsenzeiten:
- Xetra: 9:00–22:00 Uhr
- New York: 15:30–22:00 Uhr
Die Börsenzeiten in den USA sind nur relevant, wenn Sie Wertpapiere handeln, die in den USA gelistet sind. Dies ist bei allen ETFs der Fall, in denen unter anderem auch Aktien aus den USA enthalten sind.
Tipp: Aktien-ETF auf weltweite Indizes am besten ab 15:30 Uhr handeln. Dann beträgt die Geld-Brief Spanne oft nur 0,02 bis 0,05 Prozent. Außerhalb dieser Zeiten können die Geld-Brief-Spannen höher sein.
Wer früh morgens oder spät abends handelt, bekommt zwar aktuelle Kurse, zahlt aber im Durchschnitt schlechtere Preise. Das gilt für alle Broker – nicht nur für Neobroker.
Müssen Neobroker Provisionen offenlegen?
Ja, Neobroker müssen die erhaltenen Provisionen offenlegen. Diese Informationen finden sich in den AGB.
Sind Neobroker nach dem 30. Juni 2026 nicht mehr kostenlos?
Ab dem 30.06.2026 dürfen Handelsplätze nach EU-Beschluss keine Provisionen mehr für exklusive Orderweitergabe („Payment for Order Flow“, PFOF) zahlen. Ziel ist es, Interessenkonflikte zu vermeiden, bei denen Aufträge nicht zum besten Kurs, sondern zum höchsten Provisionszahler gehen.
Zu einem generellen Preisanstieg für das Brokerage muss es aber nicht kommen. Denn transparent auszuweisende Preise unterliegen dem Wettbewerb, während versteckte Provisionen sich dem Wettbewerb tendenziell entziehen. An welcher Stelle die bislang bereits existierenden Kosten letztlich auf die Verbraucher:innen umgelegt werden, bleibt abzuwarten.
Achtung: Einlagensicherung bei Neobrokern
Einige Neobroker legen Guthaben auf dem Verrechnungskonto teilweise automatisch in Geldmarktfonds an. Diese gelten als vergleichsweise risikoarm, unterliegen aber nicht der Einlagensicherung. Bei größeren Beträgen ist das Risiko daher höher als bei einem klassischen Tagesgeldkonto.
Wie bewerten die Verbraucherzentralen Trading-Apps?
Die heute verfügbaren Trading-Apps sind ein täglicher Begleiter auf dem Smartphone. Sind dann auch noch die Push-Nachrichten eingeschaltet, ist die Verführung groß, Wertpapiere umso häufiger zu handeln. Das ist eine Gefahr für Ihren Anlageerfolg, denn:
- Häufiges Kaufen und Verkaufen erhöht Ihre Kosten, und sei es auch nur aufgrund der Geld-Brief-Spannen.
- Bei der Realisierung von Gewinnen fallen ggf. Steuern an. Der dann neu investierte Betrag ist geringer, was den Zinseszinseffekt schmälert.
- Studien zum Anlageverhalten von Privatanlegern belegen: Je öfter Sie handeln, desto geringer ist meist die Rendite.
Fazit: „Hin und Her macht Taschen leer“ gilt besonders beim Wertpapierhandel. Für eine langfristige, solide Anlagestrategie ist es besser, die Depotentwicklung nicht täglich zu verfolgen. Lesen Sie in diesem Artikel, wie eine solche Strategie aussehen könnte.
Tipps für Ihre Geldanlage
- Kein Angebot ist wirklich kostenlos – Provisionen müssen offengelegt werden.
- Einen unabhängigen Vergleich von Direktbanken, Brokern und Neobrokern bietet die Stiftung Warentest (kostenpflichtig).
- Handeln Sie möglichst nur zu regulären Börsenzeiten und vergleichen Sie Kurse.
- Vermeiden Sie Klumpenrisiken und streuen Sie Ihre Geldanlage. Welche Renditen und Risiken am Aktienmarkt typisch sind, sagt Ihnen auch der kostenlose Rendite-Rechner der Verbraucherzentralen.
Vorsicht vor unseriösen Handelsplattformen
Neben seriösen Neobrokern gibt es betrügerische Trading-Plattformen. Wie Sie diese erkennen, lesen Sie in diesem Artikel.
Den Verbraucherzentralen sind viele Fälle bekannt, in denen Menschen über dubiose Plattformen Geld verloren haben.
Achtung: Es sind auch Fälle bekannt, in denen sich Kriminelle am Telefon als Mitarbeiter:innen der Verbraucherzentrale ausgegeben haben und behaupteten, verlorenes Geld aus einem "Kontingent" zurückzahlen zu können. Für diesen "Service" verlangen sie eine Gebühr vorab. Solche Anrufe kommen niemals von einer echten Verbraucherzentrale! Die Mitarbeiter:innen der Verbraucherzentralen rufen weder jemanden ohne Termin oder Rückrufbitte an, noch