Was tun bei Stromausfall? Gut vorbereitet und richtig handeln

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Strom weg – was dann? Mit ein paar einfachen Vorbereitungen und dem richtigen Verhalten bleiben Sie auch bei einem Stromausfall handlungsfähig und gelassen.
Ein Mann leuchtet bei Stromausfall mit einer Kerze am Sicherungskasten
  • Stromausfälle in Deutschland sind selten und meist nur von kurzer Dauer.
  • Mit einer einfachen Grundausstattung lässt sich gut vorsorgen.
  • Bei einem Stromausfall gilt: ruhig bleiben, Ursache prüfen und empfindliche Geräte ausschalten.
  • Kühl- und Gefrierschränke möglichst geschlossen halten, um Lebensmittel zu schützen.
  • Eine sachliche Vorbereitung schafft Sicherheit – umfangreiche Notfallvorräte sind in der Regel nicht nötig.
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Ein Stromausfall kann jederzeit auftreten, etwa durch Unwetter, Hochwasser, Bauarbeiten, Cyberangriffe oder technische Störungen. Meist dauert er nur kurz. In Deutschland sind großflächige, lang andauernde Stromausfälle selten. Dennoch kann es sinnvoll sein, sich mit einfachen Maßnahmen vorzubereiten und zu wissen, was im Ernstfall zu tun ist. Panik ist nicht angebracht: Mit umsichtigem Verhalten lassen sich die meisten Situationen gut bewältigen.

Was bedeutet ein Stromausfall im Alltag?

Bei einem Stromausfall funktionieren elektrische Geräte, Licht, Herd, Internetrouter und häufig auch Telefonanschlüsse nicht. In Mehrfamilienhäusern können zudem Aufzüge, Gegensprechanlagen oder elektrische Türöffner betroffen sein.

Die Wasserversorgung bleibt in der Regel erhalten, allerdings gibt es kein Warmwasser. Bei längeren Ausfällen kann es auch hier zu Einschränkungen kommen. Heizungen funktionieren ohne Strom nicht.

In der Regel werden Stromausfälle in Deutschland innerhalb weniger Stunden behoben. Durch größere Schäden kann es jedoch zu Notsituationen kommen, bei denen der Strom mehrere Tage ausfällt, etwa wie beim großflächigen Stromausfall in Berlin im Januar 2026.

Vorsorge: Wie bereite ich mich auf einen Stromausfall vor?

Mit wenigen, alltagstauglichen Maßnahmen können Sie sich gut auf einen Stromausfall vorbereiten.

Grundausstattung für einen Stromausfall

  1. Sorgen Sie für mehrere alternative Lichtquellen, etwa Taschenlampen (idealerweise mit LED), batteriebetriebene Leuchten, Kerzen oder Windlichter mit festem Untergrund sowie Streichhölzer oder Feuerzeuge.
    Wichtig: Nutzen Sie Kerzen nicht unbeaufsichtigt und lüften Sie Räume mit Kerzen regelmäßig, auch im Winter.
  2. Laden Sie Ersatzbatterien, Akkus sowie Powerbanks für Handy oder Laptop regelmäßig auf, insbesondere bei Unwetterwarnungen. Eine Alternative für Stromausfälle können solarbetriebene Batterieladegeräte sein.
  3. Bleiben Sie informiert: Mit einem Radio mit Batterie- oder Kurbelbetrieb können Sie behördliche Warnungen und Hinweise empfangen, wenn Telefon und Internet ausfallen.
  4. Halten Sie Bargeld in kleiner Stückelung zu Hause bereit, da Kartenzahlungen und Geldautomaten bei einem Stromausfall oft nicht zuverlässig funktionieren.
  5. Da viele Heizungen ohne Strom nicht arbeiten, halten Sie warme Kleidung, Decken und Schlafsäcke bereit. Bei Kälte hilft der Zwiebel-Look: mehrere Kleidungsschichten wie Pullover, Socken, Jacken und Mützen übereinander tragen. Wenn Sie einen Ofen oder Kamin haben, bevorraten Sie rechtzeitig Brennstoff.
  6. Legen Sie wichtige Medikamente, ein Erste-Hilfe-Set (Verbandsmaterial, Desinfektionsmittel, Schere, Pinzette, Einmalhandschuhe) sowie eine Liste mit Notfallkontakten bereit, etwa Familie, Hausarzt, Nachbarn und wichtige Dienste.

Essen, Trinken und Hygieneartikel

  • Ein kleiner Vorrat an haltbaren Lebensmitteln und Getränken ist sinnvoll. Planen Sie für 3 bis 5 Tage ausreichend Wasser ein, mindestens 2 Liter pro Person und Tag, sowie einfache Lebensmittel, die ohne Kühlung und Kochen auskommen. Dazu zählen zum Beispiel Brotaufstriche, Konserven, Nüsse, Trockenfrüchte, Babynahrung und Tierfutter nach Bedarf.
  • Halten Sie Kühl- und Gefrierschrank möglichst geschlossen. So bleibt die Kälte länger erhalten und Lebensmittel verderben nicht so schnell.
  • Sorgen Sie für Hygieneartikel wie Seife, Desinfektionsmittel, Zahnpasta, Toilettenpapier und Müllbeutel. Bei längeren Ausfällen kann eine einfache Campinglösung hilfreich sein.

Kommunikation vorbereiten

  • Notieren Sie wichtige Telefonnummern auf Papier, etwa von Familie, Nachbarn, Ärztinnen und Ärzten, Pflegediensten, dem Stromversorger, der Hausverwaltung und Notrufnummern. Wenn Sie bei Familie, Bekannten oder Notunterkünften mit Strom unterkommen, haben Sie alle wichtigen Informationen parat.
  • Klären Sie bei medizinischen Geräten mit Stromanschluss vorab, welche Notfalllösungen es gibt.

Wie verhalte ich mich richtig bei einem Stromausfall?

Bleiben Sie ruhig und verschaffen Sie sich zunächst einen Überblick. Diese sechs Sofortmaßnahmen helfen:

  • Prüfen Sie, ob nur Ihre Wohnung oder das gesamte Haus betroffen ist. Kontrollieren Sie auch den Sicherungskasten, ob ein Leitungsschutzschalter oder der FI-Schalter (Sicherheitsschalter) ausgelöst wurde.
  • Melden Sie den Stromausfall, falls er nicht bekannt ist. Zuständig ist in der Regel der örtliche Netzbetreiber, nicht der Stromanbieter.
  • Schalten Sie empfindliche Geräte wie PC oder Fernseher aus, um Schäden durch Spannungsschwankungen beim Wiedereinschalten zu vermeiden.
  • Informieren Sie sich, sofern möglich, über Radio oder Handy über Dauer und Ursache des Stromausfalls. Bei funktionierendem Mobilfunk helfen die Webseiten der Netzbetreiber oder regionale Störungsmeldungen.
  • Nehmen Sie Unterstützungsangebote wahr. Kommunen richten bei längeren Stromausfällen teilweise Anlaufstellen oder Notfallinformationen ein.
  • Nutzen Sie den Notruf nur bei echter Gefahr, etwa bei Brand, medizinischen Notfällen oder feststeckenden Personen in Aufzügen.

Was sollte ich nach einem Stromausfall tun?

  • Prüfen Sie elektrische Geräte auf Funktion und mögliche Schäden.
  • Entsorgen Sie Lebensmittel, die verdorben sein könnten.
  • Stellen Sie Uhren, Heizungen und andere Geräte neu ein.
  • Dokumentieren Sie Schäden, etwa bei Geräteausfällen oder Lebensmittelverlusten. Ob Kosten ersetzt werden, hängt vom Einzelfall ab. Prüfen Sie, ob bei technischen Defekten Ihre Hausratversicherung greifen kann, bei rein technischen Defekten an elektrischen Geräten, wie etwa durch Überspannung oder Spannungsschwankungen, zahlen Hausratversicherungen in der Regel nicht.
  • Im Winter können Wasserleitungen einfrieren. Beobachten Sie Wasserleitungen und Heizungsanlagen nach dem Wiederanlaufen, insbesondere wenn der Stromausfall bei Frost stattgefunden hat. Achten Sie auf Undichtigkeiten oder ungewöhnliche Geräusche. Schäden zeigen sich oft erst zeitverzögert.

Tipp der Verbraucherzentralen für Stromausfälle

Überlegen Sie in Ruhe, welche Vorsorgemaßnahmen für Ihren Haushalt sinnvoll sind – angepasst an Ihre Wohnsituation, Gesundheit und technische Ausstattung. Mit einfachen Maßnahmen kommen Sie im Ernstfall gut durch die Situation. Umfangreiche Vorräte oder teure Notstromlösungen sind für private Haushalte in der Regel nicht notwendig.

Die Wahrscheinlichkeit, dass durch einen längeren, großflächigen Stromausfall weit und breit keine Einkaufsmöglichkeiten, Geldautomaten, Apotheken usw. verfügbar sind, ist sehr gering, ein solcher Fall ist bisher noch nicht aufgetreten.

Dieser Inhalt wurde von der Gemeinschaftsredaktion in Zusammenarbeit mit den Verbraucherzentralen Nordrhein-Westfalen und Berlin für das Netzwerk der Verbraucherzentralen in Deutschland erstellt.