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Mit Überwachungskameras nur das eigene Grundstück filmen

Stand:

Zum Schutz vor Einbrechern setzt mancher Hausbesitzer auf Überwachungskameras. Doch was Sie damit filmen dürfen, unterliegt einigen Regeln.

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Das Wichtigste in Kürze:
  • Mit Sicherheitskameras dürfen Sie nur das eigene Grundstück filmen. Nachbargrundstücke und öffentliche Wege sind in der Regel Tabu.
  • Das gilt auch für gemeinsam genutzte Zufahrten. Und selbst Kamera-Attrappen können in die Rechte anderer eingreifen.
  • Wir beschreiben, wie Sie die Geräte einsetzen dürfen.

 

Auch wenn sie einem als Schutz gegen Einbrecher in den Sinn kommen können: Private Überwachungskameras gehören nur auf das eigene Grundstück. Sie dürfen damit in der Regel weder Nachbarn noch Passanten auf öffentlichen Wegen filmen, die Kameras also nicht entsprechend ausrichten. Darauf weist auch die Stiftung Warentest hin.

Halten Sie sich an einige Regeln, können Sie Ihr Grundstück filmen, die Aufnahmen speichern und der Polizei zum Beispiel nach einem Einbruch Material zur Verfügung stellen.

Gründe für die Einschränkungen sind das allgemeine Persönlichkeitsrecht und das Recht am eigenen Bild. Kurz gesagt: Jeder darf selbst entscheiden, wann Dinge seines persönlichen Lebens offenbart werden und ob Videos oder Fotos von ihm verbreitet werden. Sie dürfen dabei weder heimlich noch gegen den Willen eines anderen Aufnahmen von ihm machen. Und selbst eine Kamera-Attrappe setzt Menschen nach Ansicht einiger Gerichte unter Überwachungsdruck.

Besucher mit einem Schild warnen

Sie sollten auch dann, wenn Sie nur Ihr eigenes Grundstück filmen, eine Warnung platzieren. Filmen Sie Gebäude oder Rasenfläche, dann zeigen Sie das Besuchern zum Beispiel durch ein Hinweisschild.

Wenn Sie die Regeln nicht einhalten und jemanden ohne dessen Einverständnis auf eigenem, fremden oder öffentlichen Grund filmen oder fotografieren, verstoßen Sie gegen das europaweite Datenschutzrecht und müssen damit rechnen, dass so gewonnenen Beweisfotos in einem Strafprozess gar nicht verwertet werden dürfen. Zudem riskieren Sie nicht nur ein Bußgeld der Datenschutzbehörde, sondern setzen sich auch zivilrechtlichen Ansprüchen auf Unterlassung und Schadenersatz oder gar Schmerzensgeld aus.

Eine Ausnahme kann gelten, wenn Ihr Besitz auf öffentlichem Grund immer wieder beschädigt wird. Möchten Sie zum Beispiel herausfinden, wer Ihr Auto wieder und wieder zerkratzt, können Sie damit begründen, den Bürgersteig zu filmen. Streiten Sie sich mit jemandem, der nicht aufgenommen werden möchte, wird dann ein Richter entscheiden, welches Interesse stärker wiegt. Vorab können Sie sich bei der Aufsichtsbehörde für den Datenschutz Ihres Bundeslandes informieren.

Keinesfalls sollten Sie das Filmmaterial veröffentlichen, zum Beispiel im Internet. Damit würden Sie ohne rechtliche Grundlage in die Rechte der gefilmten Personen eingreifen.

Wie Sie sich gegen Einbrüche schützen

Die Stiftung Warentest bietet umfangreiche Informationen, wie Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung gegen Einbrecher schützen können. Der Zugriff auf den 51-seitigen Artikel kostet 5 Euro.

Ausführliche Informationen zur Videoüberwachung geben auch die Datenschutzbehörden des Bundes und der Länder.