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Unerlaubte Telefonwerbung: Belästigung hält an

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Trotz des im Oktober 2013 in Kraft getretenen Anti-Abzocke-Gesetzes erhalten viele Verbraucher weiterhin unerbetene Werbeanrufe.

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Seit Einführung des Gesetzes gegen unlautere Geschäftspraktiken sind telefonisch geschlossene Verträge über die Teilnahme an Gewinnspielen nur noch wirksam, wenn Angerufenen sie schriftlich bestätigen. Trotz der verschärften Regeln werden Verbraucher aber weiterhin von aggressiven Verkaufsmaschen am Telefon belästigt, wie eine bundesweite Online-Umfrage der Verbraucherzentralen zeigt.

Die Umfrage lief von Anfang Juli 2014 bis Mitte November 2015. Im gleichen Zeitraum gingen bei den Verbraucherzentralen bundesweit 19.500 Beschwerden zu unerlaubten Werbeanrufen und am Telefon untergeschobenen Verträgen ein.

Von knapp 5.500 der befragten Teilnehmer hatte die überwiegende Mehrheit einer Telefonwerbung zuvor nicht zugestimmt. Die Gefahr für Verbraucher, durch offensive Verkaufstaktiken am Telefon überrumpelt zu werden, ist weiterhin groß.

An vorderster Stelle steht neben Gewinnspielen der Vertrieb von Produkten der Ener­gieversorger. Der Gesprächspartner am Telefon gibt vor, den Kunden im Auftrag seines derzeitigen Versorgers anzurufen. Erst mit Zusendung der Vertragsunterlagen bemerken aufmerksame Leser, dass es sich hierbei um einen Anbieterwechsel handelt. Auf diese Weise wird versucht, den Verbrauchern einen Vertragsab­schluss unterzuschieben.

Ähnliche Überrumpelungsversuche gibt es auch bei vielen anderen Arten von Verträgen, die am Telefon angeboten werden. Angebote zur Lieferung von Nahrungsergänzungsmitteln und zu Zeitschriftenabonne­ments, die angeblich aus einer Testlieferung bestehen, stellen sich im Nachhinein als langfristige Abonnementverträge heraus. Sogenannte "Datenzentralregister" wollen den Verbraucher angeblich vor lästiger Wer­bung anderer Firmen schützen, schicken dann aber im Nachhinein Zah­lungsaufforderungen im dreistelligen Bereich. Viele Verbraucher berichten auch von belästigenden Anrufen durch Telekommunikationsunternehmen sowie von aggressivem Telefonvertrieb in der Versicherungsbranche.

Die Angaben der Verbraucher machen deutlich, dass die gesetzlichen Regelungen zur unerlaubten Telefonwerbung immer noch unzureichend sind und dringend nachgebessert werden müssen.

Verbraucher können sich mit Beschwerden über unerwünschte Werbeanrufe an die Verbraucherzentrale wenden. Verhalten Anbieter sich rechtswidrig, kann die Verbraucherzentrale rechtliche Schritte einleiten.

 

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