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CDs und DVDs: Wacklige Bilder, knarzende Töne, unerlaubtes Kopieren

Stand:

Wer sich von seiner Lieblings-CD eine Kopie für den eigenen MP3-Spieler machen will oder für den besten Freund eine DVD brennen möchte, darf das nur eingeschränkt. Außerdem: Tipps zur Reklamation bei Macken von Silberlingen und Abspielgeräten.

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  • Kopierschutz: Bleibt eine kopiergesicherte Platte stumm, liegt das meist am Kopierschutz. So lassen sich manche legal gekauften CDs von einigen CD-Spielern nicht oder nur mit Problemen abspielen. Da CDs und DVDs aber trotz Sicherung auf jedem herkömmlichen Abspielgerät funktionieren müssen, kann der Käufer in diesem Fall den Silberling zurückgeben und den gezahlten Kaufpreis zurückfordern. Er muss dann allerdings nachweisen, dass die Scheibe beim Abspielen streikt und nicht etwa der CD-Player kaputt ist. Anders kann es sein, wenn auf der CD- bzw. DVD-Hülle ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass die CD/DVD nicht von allen handelsüblichen Geräten abgespielt werden kann.

Machen Sie dem Händler glaubhaft - eventuell durch einen Zeugen -, dass Ihr Abspielgerät andere Platten problemlos wiedergibt und teilen Sie ihm die Gerätedaten mit. Gelingt es dem Verkäufer nicht, das Gegenteil zu beweisen, muss er den Kaufpreis der CD erstatten. Das Gerät selbst zu reklamieren, ist wenig erfolgversprechend. Das Amtsgericht Aachen hat bei einem CD-Player, der nicht sämtliche kopiergeschützten Platten abspielen konnte, einen Produktfehler verneint und eine Preisminderung abgelehnt (Urteil v. 28.11.03, Az: 84 C 210/03)
    • DVD-Ländercode: Streikt eine DVD, liegt das oft weder am DVD-Spieler noch am Silberling, sondern am Ländercode der Scheibe. Damit wird der urheberrechtliche Bestimmungsort gekennzeichnet. Auch die Spieler sind codiert. Stimmen die Codezahlen nicht überein, zum Beispiel weil eine DVD aus den USA (Kode 1) auf einem in Deutschland gekauften Gerät (Kode 2) laufen soll, gibt es weder Bild noch Ton. Nur Code-0- und "Codefree"-Platten starten auf allen Fabrikaten.

    • Gerät reklamieren: Wenn alle Tücken der Technik ausgeschlossen sind und der CD- oder DVD-Player dennoch falsch spielt, kann das Gerät reklamiert werden: Bei Neukäufen besteht zwei Jahre lang die Möglichkeit, Ansprüche beim Händler geltend zu machen. Bevor der Kunde jedoch den Kaufpreis des mangelhaften DVD-Players zurückerhält oder mindern kann, muss er dem Händler die Möglichkeit geben, das Gerät zu reparieren oder ihm ein Ersatzgerät zu beschaffen. Innerhalb der ersten sechs Monate nach dem Kauf liegt es beim Händler nachzuweisen, dass der Spieler einwandfrei funktioniert hat, als er über die Ladentheke ging.

    • Werbung und Wirklichkeit: Auch wenn das Laufwerkgeräusch den angepriesenen Kinoton übertönt oder die Fernbedienung in der Werbung beschriebene Funktionen vermissen lässt, kann der Käufer beim Wiedergabegerät auf seine Gewährleistungsansprüche pochen. Denn wenn der CD- oder DVD-Player nicht die Werbeversprechen erfüllt, gilt er als mangelhaft. Da der Verkäufer für die Angaben haftet, muss sich der Käufer nicht auch noch mit dem Hersteller auseinander setzen! Auch das ist Musik in den Ohren: Bei schlecht verständlichen oder fehlerhaften Montage- oder Bedienungsanleitungen haftet ebenfalls der Verkäufer.