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Unseriöse Routenplaner: Vorsicht Kostenfalle

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Unseriöse Routenplaner locken mit Gewinnspielen in teure Abos.
  • 24 Monate Mitgliedschaft kosten bis zu 500 Euro – was Betroffenen oft erst mit eintreffenden Rechnungen und Mahnungen bewusst wird.
  • Wenn der Button zum Kauf zum Beispiel nicht eindeutig beschriftet war, können Sie sich mit unserem Musterbrief wehren.
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Bei etlichen unseriösen Routenplanern können Verbraucher, die ihre Wegstrecke planen lassen möchten, in eine Kostenfalle tappen. Auf wechselnden Seiten wie maps-24.info (inzwischen nur noch eine Link-Sammlung), maps-routenplaner.pro, routenprofi.net und maps-routenplaner-24.com werden den Geleimten, die sich immer wieder Hilfe suchend an die Verbraucherzentralen wenden, hohe Zahlungen häufig erst später bewusst: wenn sie Rechnungen und Mahnungen erhalten.

Um einen der Routenplaner nutzen zu können, müssen sich Interessierte registrieren. Manche Unternehmen sind der Ansicht, dass bereits mit der Anmeldung, indem zum Beispiel ein mit "Registrieren" bezeichneter Button angeklickt wird, ein kostenpflichtiger Vertrag zu Stande käme. Diese behaupteten Vertragsabschlüsse sind jedoch rechtlich nicht wirksam.

Ein Gewinnspiel lockt zur Anmeldung

Perfide: Gleich auf der Startseite lockt unübersehbar ein "kostenloses Gewinnspiel". Wer klickt, der landet auf einer Seite, auf der er seine E-Mail-Adresse angeben muss, um damit nicht nur am Gewinnspiel teilzunehmen, sondern zugleich – wieder per Klick auf einen Button – auch "den Routenplaner zu nutzen".

Zwar findet sich auf der Startseite, am unteren rechten Rand, meist ein Hinweis, dass der angebotene Service beispielsweise 480 oder 500 Euro für 24 Monate kostet. Auch in den Nutzungsbedingungen wird dieser Betrag, der im Voraus zu zahlen ist, durchaus erwähnt.

Allerdings sind die Seiten so gestaltet, dass diese Hinweise nur schwer auf den ersten Blick zu erkennen sind. Bei vielen alten Seiten, die inzwischen nicht mehr am Netz sind, war der Button zum Kauf mit "Registrieren" beschriftet. Nun heißt es auf neuen Internetseiten auch "Kostenpflichtig bestellen".

Bestell-Button muss eindeutig beschriftet sein

Einige Anbieter sind damit einer gesetzlichen Pflicht nachgekommen: Wer im Internet verkaufen möchte, muss den Bestellvorgang mit einem Button "Kaufen" oder einer anderen eindeutigen Bezeichnung beenden. Für den Kunden muss unmissverständlich erkennbar sein, dass er mit seinem Klick zahlungspflichtig bestellt. Ist der Button nicht auf diese Weise gekennzeichnet, müssen Sie in keinem Fall zahlen.

Das bedeutet aber nicht, dass die Anbieter mit "Kaufen"-Buttons nun immer rechtmäßig handeln und Sie in jedem Fall zu einer Zahlung verpflichtet wären. Es bestehen weiterhin erhebliche Zweifel, ob die Anbieter alle gesetzlichen Vorschriften eingehalten und dem Verbraucher genügend Informationen erteilt haben, damit ein Vertrag überhaupt zustande gekommen ist.


Polizei warnt

Manche Routenplaner werden auch zum Thema für die Polizei. So hat vor maps-routenplaner.info, als es die Seite im April 2016 noch gab, die Polizei in Niedersachsen gewarnt: Die Seite sei damals laut Impressum von einer GmbH betrieben worden, die das LKA München im Handelsregister nicht finden konnte. Unter der angegebenen Anschrift, so die Polizei, "ist diese Firma nicht existent. Der Name des Geschäftsführers ist in Bayern auch mehrfach vorhanden und somit sehr wahrscheinlich frei gewählt."

Auch die neueren Seiten routenprofi.net und maps-routenplaner-24.com würden laut Impressum von einer GmbH betrieben, die im Handelsregister nicht verzeichnet sei. Bei maps-routenplaner.pro schließlich ist es nun eine Digital Development GmbH.


Nicht einschüchtern lassen

Als Betroffener sollten Sie sich von Rechnungen und Mahnungen keineswegs einschüchtern lassen und den verlangten Betrag nicht zahlen. Stattdessen sollten Sie das Unternehmen auffordern, den Vertragsschluss zu beweisen und hilfsweise den Widerruf des Vertrags erklären. Hierzu können Sie unseren Musterbrief verwenden.

Um eine Auseinandersetzung mit unseriösen Anbietern von Anfang an zu vermeiden, raten wir dringend, diese Seiten auf keinen Fall zu nutzen. Die hier erbrachten Dienstleistungen sind auf vielen Seiten im Internet kostenlos zu bekommen. Verwenden Sie ausschließlich Routenplaner, die anmeldefrei sind. Prüfen Sie vor der Nutzung die Internetseite auf versteckte Kosten. Achten Sie auch auf unauffällige Hinweise an den Seitenrändern oder in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen.