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Elektronotdienste sind nicht immer verbraucherfreundlich

Stand:

Einige Tricks unseriöser Notdienste.

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Elektriker beim Arbeiten
Foto: Lighthaunter / iStockphoto.com

Für Elektroreparaturen haben sich ebenfalls Notdienste etabliert, die auch nachts arbeiten. Sie sind nicht immer verbraucherfreundlich.

Wie bei den Schlüsseldiensten sollten Sie auch hier einen Elektronotdienst anrufen, der sich möglichst in Ihrer Nähe befindet, um Fahrtkosten zu sparen. Außerdem sollten Sie schon am Telefon den Preis erfragen.

Auch bei der Bezahlung sollten sie aufpassen. Einige Tricks unseriöser Notdienste:

  • Ein Elektronotdienst hatte in seinem "Kleingedruckten" die folgende Bestimmung: "Kann die Störung aus Gründen der Sicherheit nicht oder nur provisorisch behoben werden, wird der Einsatz dennoch voll berechnet." Eine solche Klausel brauchen Sie sich nicht bieten zu lassen wie das Landgericht Düsseldorf (Urteil vom 23.3.1988, Az. 12 O 292/87) entschied. Führt ein Elektronotdienst eine Reparatur nur provisorisch aus, verweigern Sie die Bezahlung und verlangen eine korrekte Ausführung des Reparaturauftrags.

  • Es kommt immer wieder vor, dass Elektronotdienste die Zwangslage des Kunden durch überzogene Festpreisvereinbarungen ausnutzen. So hatte ein solcher Notdienst vor der Reparatur eines defekten Durchlauferhitzers ein Formular unterschreiben lassen, wonach der Kunde etwa 120,00 Euro für die Reparatur zahlen sollte. Die Arbeit dauerte dann ganze 30 Minuten. Das Amtsgericht Duisburg (Urteil vom 5.6.1990, Az. 3 C 125/89) dazu: "Der Preis steht in auffälligem Missverhältnis zu der Leistung." Die Festpreisvereinbarung war damit sittenwidrig und nichtig.

  • Mit einem weiteren Trick der Branche setzte sich das Gericht in dem oben genannten Urteil auseinander: Der Notdienst steht im örtlichen Branchenfernsprechbuch. Der Kunde wendet sich an ihn im Vertrauen darauf, dass das Unternehmen seinen Sitz wirklich vor Ort hat und die Fahrtkosten nicht zu hoch sind. Tatsächlich aber ist nur das Büro zur Auftragsannahme im Ort. Der Notdienst selbst rückt aus der Ferne an und verlangt entsprechend höhere Fahrtkosten. Das Urteil: "Wer unter der örtlichen Fernsprechnummer den Notdienst anwählt und erreicht, darf auch davon ausgehen, dass sich die Monteure am Ort befinden." Entsprechend knapp dürfen auch nur die An- und Abfahrt berechnet werden.


Haben Sie einen Notdienst unter Ihrer örtlichen Vorwahl erreicht, so brauchen Sie auch nur An- und Abfahrtskosten für die Fahrt innerhalb der Ortsgrenzen zu zahlen. Darüber hinausgehende Beträge streichen Sie von der Rechnung. Am besten ist natürlich, Sie fragen gleich am Telefon danach, von wo aus die Monteure anreisen, und suchen sich, sofern Ihre Notsituation das zeitlich zulässt, ein Unternehmen in Ihrer Nähe.