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Triclosan noch immer in abspülbaren Kosmetikprodukten erlaubt

Stand:

Triclosan ist ein antibakterieller Wirkstoff in Kosmetikprodukten, der gesundheitsschädigend wirken kann und die Umwelt belastet.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Triclosan kann Allergien hervorrufen, Bakterien resistent gegen antimikrobielle Mittel machen und unter UV-Strahlung noch giftige Dioxine bilden. In Tierversuchen wirkte Triclosan außerdem schädigend auf das Hormonsystem
  • Verzichten Sie deshalb auf Kosmetikprodukte, die Triclosan enthalten.
  • Zurzeit wird Triclosan vor allem noch in Zahnpasta und wenigen Deos verwendet. Prüfen Sie die Inhaltstoffe vor allem, wenn mit antibakterieller Wirkung geworben wird.
Zahnbürste mit Zahnpasta
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Warum ist Triclosan schädlich für die Gesundheit und die Umwelt?

Seit Jahren schon schießen Umwelt- und Verbraucherschützer gegen Triclosan in Kosmetikprodukten. Hersteller setzen den Konservierungsstoff vor allem ein, wo eine antibakterielle und geruchshemmende Wirkung erwünscht ist -– etwa in Fußpflegemitteln, Deos und Zahnpasten.
2016 wurden in den USA Triclosan und weitere umwelt- und gesundheitsschädigende Keimkiller in abspülbaren Hand- und Körperreiningungsprodukten verboten.

Triclosan kann Kontaktallergien auslösen. In Tierversuchen wirkte der Stoff schädlich auf das Hormonsystem. Laborstudien zeigten, dass Bakterien, die Triclosan ausgesetzt wurden, eine Resistenz auch gegenüber anderen antimikrobiellen Stoffen und in manchen Fällen sogar gegenüber Antibiotika entwickelten.
Auch in der Umwelt richtet Triclosan Schäden an: Triclosan kann in Kläranlagen nicht vollständig abgebaut sondern nur verändert werden. In dieser Form gelangt es in die Gewässer und schädigt Fische und Algen. Unter Lichteinstrahlung können sogar langlebige, noch schädlichere Dioxinverbindungen entstehen.

In welchen Kosmetikprodukten darf Triclosan noch verwendet werden?

In Zahnpasta, Mundwasser, Körperseife, Duschgel, nicht sprühbaren Deos, Gesichtspuder, Schminke sowie in Mitteln, mit denen Finger- und Fußnägel vor der Anwendung künstlicher Nagelsysteme gereinigt werden ist Triclosan noch erlaubt.
In Produkten, die auf der Haut verbleiben und die eine großflächigere Anwendung erfordern wie Fußcreme oder Körperlotion, ist Triclosan verboten.

Wie können Sie Triclosan vermeiden?

Die Verbraucherzentrale gibt Tipps, wie Kunden den giftigen Stoff meiden können:

Antibakterielle Wirkstoffe sind in Kosmetikprodukten überflüssig
Klassische Hygiene, wie das regelmäßige Händewaschen mit "normaler" Seife, sind in Privathaushalten völlig ausreichend. Es sei denn, ein Arzt empfiehlt aus medizinischen Gründen etwas anderes. Vorsicht ist besonders angesagt, wenn mit antibakterieller Wirkung oder geruchshemmender Wirkung geworben wird: Möglicherweise beruht diese Wirkung auf zugesetztem Triclosan.

  • Naturkosmetik verwenden
    Triclosan meidet auf jeden Fall, wer zertifizierte Naturkosmetik verwendet. In dieser sind Triclosan und viele weitere problematische Inhaltsstoffe wie Mineralöl und Mikroplastik verboten.
     
  • Der Preis sagt nichts aus
    Am Preis lässt sich nicht erkennen, ob ein Kosmetikprodukt problematische Inhaltsstoffe enthält. So fand sich Triclosan sowohl bei einigen teuren Designer-Deos unter den Inhaltsstoffen - aber auch in schlichter Zahnpasta.