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Pauschalreisen im Bus

Stand:

Große Verspätungen, eine defekte Klimaanlage im Bus oder beschädigtes Busgepäck müssen die Urlauber nicht schlucken.

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Ausstattung des Reisebusses: Wenn die Klimaanlage fehlt

Versprochen war per Reisevertrag ein Bus mit Klimaanlage, Toiletten oder W-Lan. Fehlt die schriftlich zugesicherte Ausstattung, können Urlauber eventuell einen Teil des Reisepreises zurückverlangen. Schließen Unternehmen in ihren Beförderungsbedingungen die Haftung für die Funktionstüchtigkeit von Klimaanlage, Bordtoilette, Internet u. ä. aus, ist dies unzulässig, wenn diese Eigenschaften zugesichert worden und Bestandteil des Reisevertrages geworden sind.

Die Abweichungen von der versprochenen Ausstattung müssen Sie beweisen können. Fotos und Zeugen sind dabei hilfreich. Die Mängel müssen Sie unverzüglich dem Reiseveranstalter anzeigen. Dies sollte in Anwesenheit von Zeugen geschehen, oder Sie lassen sich die Kenntnisnahme der Mängelanzeige schriftlich bestätigen. Hierfür reicht aus, dass der Reiseleiter ein "zur Kenntnis genommen" auf die schriftliche Mängelanzeige setzt. Ist kein Reiseleiter anwesend und auch am Urlaubsort nicht zu erreichen, sollte der Reiseveranstalter in Deutschland informiert werden, am besten telefonisch und ebenfalls in Anwesenheit von Zeugen.

Nicht zuständig für Mängelanzeigen sind die Leistungsträger vor Ort, also beispielsweise die Hoteliers, es sei denn, dies ist ausdrücklich in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen so festgelegt.

Wenn Sie aus dem Urlaub zurückgekehrt sind, müssen Sie innerhalb eines Monats die Rückzahlung eines Teils des bereits gezahlten Reisepreises vom Reiseveranstalter verlangen, schriftlich und nachweisbar ‒ am besten per Fax mit einem sogenannten qualifizierten Sendebericht (dabei zeigt der Statusbericht eine verkleinerte Ansicht der 1. Faxseite) oder per Einwurfeinschreiben.

Eine Orientierungshilfe zur Ermittlung des Prozentsatzes, den Sie gegebenenfalls von Ihrem Reiseveranstalter zurückverlangen können, finden Sie einer ADAC-Tabelle zur Preisminderung bei Reisemängeln.

Busgepäck: Was tun bei Verlust oder Beschädigung?

Geht auf einer Buspauschalreise Gepäck verloren oder werden Koffer oder Taschen beschädigt, können Urlauber einen Teil des Reisepreises vom Reiseveranstalter zurückverlangen und Schadenersatz fordern. Sobald Sie den Verlust oder die Beschädigung Ihres Reisegepäcks feststellen, müssen Sie dies unverzüglich dem Reiseleiter melden. Dies sollte in Anwesenheit von Zeugen geschehen, oder Sie lassen sich die Kenntnisnahme der Mängelanzeige schriftlich bestätigen. Hierfür reicht aus, dass der Reiseleiter ein "zur Kenntnis genommen" auf die schriftliche Mängelanzeige setzt.

Ist kein Reiseleiter anwesend und auch am Urlaubsort nicht zu erreichen, muss der Reiseveranstalter in Deutschland, am besten telefonisch und in Anwesenheit von Zeugen informiert werden. Nicht zuständig für Mängelanzeigen sind die Leistungsträger vor Ort, also beispielsweise Hoteliers, es sei denn, dies ist ausdrücklich in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen so festgelegt. Den Verlust Ihrer Gepäckstücke sollten Sie auch der Polizei melden.

Sie dürfen sich auf Kosten des Reiseveranstalters die nötigste Ausstattung anschaffen. Bietet der Reiseveranstalter Ihnen bereits am Urlaubsort den Ersatz des Schadens an, sollten Sie diesen nur unter Vorbehalt annehmen und sich vorbehalten, weitere Ansprüche geltend zu machen. In der Regel bekommen Sie den Wert erstattet, den die Gegenstände zum Zeitpunkt des Verlusts bzw. der Beschädigung hatten. Fehlt das Gepäck während des ganzen Urlaubs, sind grundsätzlich 20-25 Prozent des Gesamtreisepreises zu erstatten.

Wenn Sie aus dem Urlaub zurückgekehrt sind, müssen Sie innerhalb eines Monats die Rückzahlung eines Teils des bereits gezahlten Reisepreises und den Ersatz des Ihnen durch den Verlust oder die Beschädigung des Gepäcks entstandenen Schadens gegenüber dem Reiseveranstalter verlangen, schriftlich und nachweisbar, am besten per Fax oder Einwurfeinschreiben. Der Reiseveranstalter hat aber die Möglichkeit zu beweisen, dass nicht er den Schaden zu vertreten hat.

Wird das Gepäck infolge eines Unfalls auf einer Fahrtstrecke von mindestens 250 Kilometern beschädigt oder geht es verloren, können Reisende auch vom Busunternehmen Schadenersatz verlangen. Die Haftung kann allerdings auf 1.200 Euro je Gepäckstück für nicht grob fahrlässig oder vorsätzlich verursachte Schäden beschränkt werden.

Warten auf den Reisebus: Geringe Verspätungen sind hinzunehmen

Rechte gegenüber dem Reiseveranstalter

Urlauber, die an einem Zusteigetreffpunkt im Freien auf den Bus warten müssen, können unter Umständen einen Teil des bereits gezahlten Reisepreises zurückverlangen oder von der Reise zurücktreten.
Grundsätzlich ist eine geringfügige Verzögerung des Reisebeginns hinzunehmen. Maßgeblich für die zumutbare Wartezeit sind die jeweiligen örtlichen, zeitlichen und witterungsbedingten Verhältnisse.
Reisenden kann beispielsweise zwei Stunden Warten bei Schneetreiben im Dezember ohne Benachrichtigung vom Veranstalter und ohne die Möglichkeit, selbst Kontakt zum Veranstalter aufzunehmen, nicht zugemutet werden. Das hat das Landgericht Frankfurt/Main (Az.: 2/24 S 123/88) entschieden. Die Reisenden hätten berechtigterweise die Reise nicht angetreten und mussten keine Stornokosten zahlen.
Ebenso hat das Landgericht Frankfurt/Main (Az.: 32 C2890/94-48) für den Fall entschieden, dass ein Reisebus nicht an dem in den Reiseunterlagen genannten Zusteigetreffpunkt, sondern an einer anderen Stelle anhält und aus diesem Grund den Reisenden nicht sieht.
Bevor die Reise aufgrund der Verspätung des Busses nicht angetreten wird, muss jedoch, soweit möglich, der Reiseveranstalter informiert und ihm Gelegenheit gegeben werden, den Mangel zu beseitigen. Erst wenn keine Abhilfe geschaffen wird, darf die Reise abgesagt werden, ohne dass Stornierungskosten zu zahlen sind.

Beweise für Verspätung

Wenn Sie die Reise zwar antreten, aber einen Teil des bereits gezahlten Reisepreises zurückverlangen möchten, sollten Sie Beweise für die Verspätung unter widrigen Umständen sammeln, beispielsweise Zeugen suchen. Die Verspätung muss dem Reiseveranstalter unverzüglich angezeigt werden, soweit hierzu eine Möglichkeit gegeben ist. Dies sollte in Anwesenheit von Zeugen geschehen.
Der Reiseveranstalter kann daraufhin den Mangel beseitigen oder Ihnen ein Ersatzangebot machen, beispielsweise ein anderes Verkehrsmittel zur Verfügung stellen. Dieses Ersatzangebot müssen Sie nur annehmen, wenn es der von Ihnen gebuchten Leistung (Reisebus) entspricht oder besser ist. Erfolgt keine Abhilfe, müssen Sie, wenn Sie aus dem Urlaub zurückgekehrt sind, innerhalb eines Monats die Rückzahlung eines Teils des bereits gezahlten Reisepreises vom Reiseveranstalter zurückverlangen ‒ am besten per Fax mit sogenanntem qualifizierten Sendebericht (dabei zeigt der Statusbericht eine verkleinerte Ansicht der 1. Faxseite) oder per Einwurfeinschreiben.

Rechte gegenüber dem Busunternehmer

Auch gegen den Busunternehmer haben Reisende Rechte. Wird eine Busfahrt über eine Strecke von mindestens 250 Kilometer annulliert oder verzögert sie sich um mehr als zwei Stunden, muss der Beförderer die Fortsetzung der Fahrt zum frühest möglichen Zeitpunkt oder eine Weiterreise mit geänderter Streckenführung zum vereinbarten Zielort ohne Aufpreis anbieten. Bei Fahrten mit einer planmäßigen Dauer von über drei Stunden und Start von einem Busbahnhof muss das Busunternehmen Hilfeleistungen offerieren, wenn die Fahrt annulliert wird oder sich um mehr als 90 Minuten verzögert. Ein Busbahnhof unterscheidet sich von einer Bushaltestelle dadurch, dass er mit Personal besetzt und mit Schaltern zur Abfertigung, Warteräumen, Fahrscheinschaltern oder ähnlichen Einrichtungen ausgestattet ist.
Die Hilfeleistungen bestehen in Imbissen, Mahlzeiten oder Erfrischungen, sofern sie im Bus oder im Busbahnhof verfügbar oder in zumutbarer Weise zu beschaffen sind. Außerdem muss der Beförderer für ein Hotelzimmer oder eine andere Möglichkeit zur Unterbringung sorgen, falls ein Aufenthalt mit einer oder mehreren Übernachtungen erforderlich ist. Er kann die Gesamtkosten der Unterbringung (ohne die Kosten für die Fahrt vom Busbahnhof zur Unterkunft) auf 80 Euro pro Nacht und Fahrgast und höchstens zwei Nächte beschränken. Die Pflicht zur Unterbringung entfällt, wenn das Busunternehmen nachweist, dass die Annullierung oder Verspätung durch widrige Wetterbedingungen oder schwere Naturkatastrophen verursacht wurde. Über Verspätungen und Annullierungen hat das Busunternehmen die Reisenden zu informieren.

Verjährung: So sichern Sie Ihre Ansprüche

Weist der Reiseveranstalter Ihre Forderung zurück, verjähren Ihre Ansprüche grundsätzlich innerhalb von zwei Jahren. Es ist aber davon auszugehen, dass Ihr Reiseveranstalter von der gesetzlichen Möglichkeit Gebrauch macht, diese Frist auf ein Jahr zu verkürzen.
Die Frist beginnt nach der Rückkehr aus dem Urlaub und beträgt zwei Jahre bzw. ein Jahr zuzüglich der Zeit, in der Sie mit dem Reiseveranstalter über Ihre Forderung verhandelt haben. Eine Klage muss daher vor Ablauf dieser Zeit erhoben werden.